Bilanzcheck: Warum es Henkel so schlecht geht – erklärt in acht Grafiken
Anders als bei der Konkurrenz gingen die Gewinne beim Persil-Hersteller 2022 zurück.
Foto: dpa [M]Düsseldorf. Carsten Knobel ist nicht zu beneiden. Kurz nachdem er im Januar 2020 Henkel-Chef wurde, brach die Pandemie aus. Lieferketten wurden brüchig, Rohstoffe knapp und teuer. 2022 kam der russische Angriffskrieg hinzu. Er verschärfte die Lage für Henkel gleich mehrfach.
Die Kosten etwa für Energie stiegen rasant an, die Erlöse gingen zurück. Viele Kunden kauften infolge der Inflation nicht mehr Markenprodukte von Henkel, sondern wechselten zu günstigeren Handelsmarken. Zudem war Henkel in Russland so stark investiert wie kein anderer Dax-Konzern. Auch ein Jahr nach dem angekündigten Rückzug ist dieser noch nicht vollständig vollzogen.
Allerdings leiden auch andere Konsumgüterkonzerne unter hohen Kosten und geringer Nachfrage – und weisen eine deutlich bessere Bilanz als Henkel vor. Nivea-Hersteller Beiersdorf etwa steigerte Gewinne und Umsätze im abgelaufenen Jahr im zweistelligen Prozentbereich. Bei Henkel blieb 2022 nur ein Jahresüberschuss von 1,2 Milliarden Euro – fast ein Viertel weniger als 2021.
Henkel-Chef Knobel reagiert darauf mit einem Konzernumbau. Er hat das Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft mit seinen bekannten Marken Persil oder Pril mit dem schwächelnden Kosmetikgeschäft (Dial, Syoss) zusammengelegt. Das sei „der richtige Schritt für Henkel“, wird Knobel am Montag auf der Hauptversammlung des Konzerns laut vorab veröffentlichter Rede sagen.