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Bilanzskandal Steinhoff droht Milliarden-Sammelklage

Die Aktie des Möbelkonzerns Steinhoff ist nach dem Bilanzskandal abgestürzt. Anlegeranwälte sehen Verstöße gegen die Kapitalmarktvorschriften.
13.08.2018 - 14:53 Uhr Kommentieren
Steinhoff droht Nach Bilanzskandal Milliarden-Sammelklage Quelle: dpa
Das Logo der Möbelfirma Steinhoff

Anlegeranwälte wollen nach dem Bilanzskandal bei Steinhoff nicht nur den Möbelriesen selbst, sondern auch seine Banken und Wirtschaftsprüfer verklagen.

(Foto: dpa)

München Anlegeranwälte wollen den südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff und seine Manager und Berater wegen des Bilanzskandals auf eine Milliardensumme verklagen. Die deutsche Anwaltskanzlei Tilp teilte am Donnerstag mit, die südafrikanische Kanzlei LHL Attorneys habe eine Sammelklage vor dem High Court in Johannesburg eingereicht.

„Das vorläufige Klagevolumen beläuft sich auf circa zwölf Milliarden Euro“, hieß es in der Mitteilung. Verklagt werde nicht nur der ums finanzielle Überleben kämpfende Konzern selbst, sondern auch dessen Banken und Wirtschaftsprüfer sowie der ehemalige Steinhoff-Chef Markus Jooste, sein Finanzchef Ben la Grange und Ex-Aufsichtsratschef und Großaktionär Christo Wiese.

Die Steinhoff-Aktie hat einen rasanten Absturz erlebt, seit der Konzern im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten eingeräumt hatte. Inzwischen hat Steinhoff mehr als zehn Milliarden Euro an Vermögenswerten abgeschrieben, mit denen die Bilanz aufgebläht worden war.

Unternehmensverkäufe und Verhandlungen mit den Kreditgebern sollen den weitverzweigten Konzern stabilisieren. Von der deutschen Billigmöbelkette Poco und den österreichischen Möbelhäusern Kika und Leiner hat sich Steinhoff schon getrennt.

Die Klage, die LHL mit seinen Partnern Tilp aus Deutschland und Bynkershoek in den Niederlanden eingereicht hat, zielt auf den Vorwurf der Bilanzmanipulation und der Verstöße gegen die Kapitalmarktvorschriften ab. Bereits im Dezember hatte Tilp vor dem Landgericht Frankfurt geklagt und strebt ein Musterverfahren an.

Das Gericht in Johannesburg prüft nun zunächst die Voraussetzungen für eine Sammelklage. „Die Prozessstrategien erzeugen maximalen Druck auf die Verantwortlichen es Steinhoff-Skandals und zeigen, dass es für diese keine rechtsfreien Rückzugsorte gibt“, erklärt Tilp-Anwalt Maximilian Weiss.

Unter den verklagten Parteien sind auch die Commerzbank, die den Wechsel von Steinhoff an die Börse in Frankfurt begleitet hatte, und die Wirtschaftsprüfungsfirmen Deloitte und Rödl & Partner.

  • rtr
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