Bilanzskandal Strauchelnder Möbelriese Steinhoff gibt Hoffnungszeichen

Möbelriese Steinhoff hat am Donnerstagabend eine gewisse Stabilisierung seiner Finanzlage bekanntgegeben. Nach dem Abtritt von Vorstandschef Markus Jooste tauscht der Konzern auch seinen Finanzvorstand aus.
Kommentieren
Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern ist in Deutschland für die Möbelmarke „Poco“ bekannt. Quelle: dpa
Steinhoff Möbel

Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern ist in Deutschland für die Möbelmarke „Poco“ bekannt.

(Foto: dpa)

MünchenSeit zwei Wochen tagen in London die Gläubigerbanken des strauchelnden Konsumgüterkonzerns Steinhoff. Am Donnerstagabend gab der Konzern in wenigen Worten bekannt, dass die Gruppe eine gewisse Stabilisierung erreicht habe. Es werde aber weiter mit den Banken verhandelt. „In einigen Geschäftsbereichen gibt es immer noch signifikante Liquiditätsengpässe“, heißt es. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiteten mit vollem Engagement gemeinsam mit den Banken und anderen Geldgebern an Lösungen. Auch meldete der Konzern: Der langjährige Finanzvorstand Ben La Grange verlässt seinen Posten. Er wird durch den bisherigen Chef des England-Geschäfts, Philip Dieperink (59), ersetzt.

Damit wird offenbar weiterhin intensiv um eine Rettung des in Schieflage geratenen zweitgrößten Möbelriesen nach Ikea gesucht. Der Südafrikaner Dieperink hat zuletzt die Finanzen im Großbritannien-Geschäft des weltweit operierenden Steinhoff-Konzerns geleitet. Zuvor war er lange Jahre Finanzchef beim großen südafrikanischen Transportunternehmen Unitrans, das ebenfalls zu Steinhoff gehört.

Laut einer Mitteilung des Konzerns wird der bisherige Finanzvorstand La Grange im Unternehmen bleiben und sich auf eine Verbesserung der Liquiditätslage des Unternehmens konzentrieren. Der neue Finanzchef Dieperink gehörte so wie Ben La Grange zu den Gefolgsleuten von Vorstandschef Markus Jooste. Er gilt als sachlicher und ruhiger Steuerexperte und kam ursprünglich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zu Steinhoff. Deloitte hatte bis zuletzt die Zahlen von Steinhoff geprüft und Anfang Dezember seine Unterschrift unter den Geschäftsbericht von 2016/17 verweigert. Der Kurs der Steinhoff-Aktie bewegte sich in den vergangenen Tagen nach oben, bleibt aber nach wie vor auf Penny-Stock-Niveau.

Am 28. Dezember hatte die Ratingagentur Moody’s die Bonität von Steinhoff auf spekulativ („Caa1“) gesenkt, verbunden mit der Warnung, weitere Senkungen könnten folgen. Die Steinhoff-Aktie hatte Anfang Dezember bis zu 80 Prozent ihres Werts verloren, als bekannt wurde, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht testiert. Am Dienstag verkündete Steinhoff, die Zahlen müssten bis zurück in das Jahr 2015 überprüft werden.

Startseite

Mehr zu: Bilanzskandal - Strauchelnder Möbelriese Steinhoff gibt Hoffnungszeichen

0 Kommentare zu "Bilanzskandal: Strauchelnder Möbelriese Steinhoff gibt Hoffnungszeichen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%