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Billigflieger 99-Millionen-Euro-Vergütung für Ryanair-Chef O'Leary verärgert Investoren

Auf der Hauptversammlung stimmt nur eine knappe Mehrheit der Investoren für das üppige Gehalt von O'Leary. Der Ryanair-Chef kündigte dann noch einen Stellenabbau an.
19.09.2019 Update: 19.09.2019 - 15:21 Uhr 1 Kommentar
Der Ryanair-Chef gönnt sich ein fürstliches Gehaltspaket. Quelle: Reuters
Michael O'Leary

Der Ryanair-Chef gönnt sich ein fürstliches Gehaltspaket.

(Foto: Reuters)

London Kritik an der Vergütung von Ryanair-Chef Michael O'Leary ist nicht neu – doch in diesem Jahr machten die Investoren ihren Unmut besonders deutlich: Auf der Hauptversammlung stimmten gerade einmal 50,5 Prozent der Investoren für das Gehaltspaket, das O'Leary eine Summe bescheren könnte, die selbst nach internationalen Maßstäben selten ist: 99 Millionen Euro.

O'Leary hatte Anfang des Jahres einen neuen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit bis 2024 mit der Gesellschaft unterzeichnet. Dabei wurden dem langjährigen Manager – und bereits jetzt Top-Aktionär – Optionen für zehn Millionen Ryanair-Aktien zugesprochen. Diese kann er für 11,12 Euro das Stück kaufen und zu Marktpreisen wieder verkaufen, sollte die Airline in den Jahren bis 2024 einen Jahresgewinn von zwei Milliarden Euro erzielt oder der Aktienkurs für 28 Tage die Marke von 21 Euro erreicht haben.

Aktuell kostet das Papier knapp 9,80 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr hat Ryanair einen Gewinn zwischen 750 bis 950 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Doch derzeit läuft es für die Airline nicht gut. Während die Kosten wegen höherer Ausgaben für Mitarbeiter und teureres Kerosin steigen, sinken die Einnahmen – schließlich werden die Tickets immer günstiger angeboten.

O'Leary kündigte darüber hinaus einen Stellenabbau an. Er rechne mit der Entlassung von 500 bis 700 Mitarbeitern, sagte er bei der Hauptversammlung. Zudem verhandle der Konzern weiter mit den Piloten in Großbritannien und Spanien. Die britischen Piloten waren Anfang September in den Streik getreten. Dabei geht es um Renten, Bezahlung und andere Themen.

Zudem musste Ryanair wegen der Krise rund um das Startverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max und des bevorstehenden Brexits den Flugplan eindampfen. Die Auslieferung der von Ryanair bestellten Maschinen könnte sich um weitere Monate bis ins Jahr 2020 verzögern, sagte O'Leary bei der Hauptversammlung.

210 Maschinen der 737 Max bestellt

Möglicherweise bekomme Ryanair die ersten Max-Jets erst im März oder April. Die üblichen Anzahlungen an Boeing habe die Fluglinie bereits gestoppt und verhandele mit dem Hersteller über eine finanzielle Entschädigung. Wenn sich die Auslieferung noch weiter verzögere, müsse Ryanair den geplanten Ausbau seines Flugangebots möglicherweise noch stärker verringern als bislang, sagte O'Leary.

Die irische Billigfluggesellschaft hat Verträge über bis zu 210 Maschinen des Typs abgeschlossen und erwartet, im Laufe des kommenden Jahres 30 Exemplare in der Flotte zu haben. Allerdings steckt der US-Flugzeugbauer Boeing in einer tiefen Krise. Nach dem Absturz zweier Maschinen vom Typ 737 Max mit insgesamt 346 Toten gilt seit März ein weltweites Startverbot für die Jets der Reihe.

Aufsichtsbehörden aus aller Welt – allen voran die US-Luftfahrtbehörde FAA – wollen sichergehen, dass Boeing die Probleme mit dem Jet gelöst hat. Im Zentrum der Kritik steht das Steuerungssystem MCAS, das für die Abstürze mitverantwortlich sein soll.

Wann die Jets wieder abheben dürfen, ist weiterhin offen. Boeing-Chef Dennis Muilenburg hofft zwar auf eine Freigabe noch in diesem Jahr, doch die Behörden haben sich noch nicht festgelegt. Auch nach einer Aufhebung des Verbots würde es einige Zeit dauern, bis die bereits gebauten Maschinen ausgeliefert und in Betrieb genommen würden.

Zudem hat Boeing die Produktion gedrosselt und für den Fall eines noch längeren Flugverbots einen Produktionsstopp nicht ausgeschlossen.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Zum ersten Mal trifft die Ryanair kollektive Vereinbarungen mit Gewerkschaften in mehreren Ländern. Für die in Deutschland beschäftigten Piloten gilt nun deutsches Recht.

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1 Kommentar zu "Billigflieger: 99-Millionen-Euro-Vergütung für Ryanair-Chef O'Leary verärgert Investoren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Chef sollte sich mal die Frage stellen, wer in diese Fehlkonstruktion MAX noch einsteigen will.

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