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Billigflieger aus Ungarn Wizz Air will Passagierzahlen verdreifachen

Der Billigflieger Wizz Air will in den kommenden Jahren seine Passagierzahlen verdreifachen. Auch Personal und Flotte sollen zulegen. Firmenchef Varadi rechnet nach Air Berlin mit weiteren Pleiten unter den Konkurrenten.
04.12.2017 - 13:39 Uhr Kommentieren
In Deutschland hebt der ungarische Billigflieger bereits von mehreren Airports ab. Quelle: Reuters
Wizz Air

In Deutschland hebt der ungarische Billigflieger bereits von mehreren Airports ab.

(Foto: Reuters)

Budapest Der ungarische Billigflieger Wizz Air will kräftig wachsen. Binnen neun Jahren sollten die Passagierzahlen verdreifacht werden, sagte Konzernchef Jozsef Varadi der ungarischen Tageszeitung „Vilaggazdasag“ vom Montag. In dem Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2017/18 rechne er mit 30 Millionen Fluggästen nach 24 Millionen im Vorjahr.

Bei der Expansion werde sich Wizz Air auf seine bereits bestehenden Märkte vor allem in Europa konzentrieren. Hier sei nach der Pleite unter anderem von Air Berlin mit weiteren Insolvenzen zu rechnen. Der Ausleseprozess sei noch lange nicht zu Ende, so Varadi. Vielmehr werde der Markt sich wie in den USA entwickeln, wo nur noch vier große Airlines am Start seien.

In den kommenden neun Jahren will Varadi auch die Wizz-Air-Flugzeugflotte auf 282 von derzeit 87 Maschinen mehr als verdreifachen. Wenn dem Unternehmen schließlich 300 Flugzeuge zur Verfügung stünden, seien jährliche Passagierzahlen von mehr als 100 Millionen möglich. „Ab 2022 stellen wir die ersten Exemplare des Airbus A320neo bei uns in Dienst“, sagte er.

Welche Airlines es mit Ryanair aufnehmen könnten
Platz 10: Flybe
1 von 10

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt informiert im „Low Cost Monitor“ zweimal jährlich über die aktuellen Entwicklungen im Billig-Segment der Flugbranche. Das ist insofern wichtig, als die Billigflieger inzwischen monatlich Hunderttausende, manche sogar eine siebenstellige Anzahl an Passagieren befördern. So bot die britische Fluggesellschaft Flybe allein im vergangenen Juli 315.113 Sitze an. Im Vergleich mit den sonstigen Angeboten in Europa reicht das aber gerade so für Rang 10.

Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2017

(Foto: Wikipedia)
Platz 9: Aer Lingus
2 von 10

Die Airline mit dem Kleeblatt ist die nationale Fluglinie Irlands und ist heute eine Tochtergesellschaft der International Airlines Group. Die Geschichte der Air Lingus reicht zurück bis ins Jahr 1936. Damals nahmen die irischen Unternehmer Sean O'Madhaigh und Thomas J. Flynn rund 100.000 Pfund Sterling in die Hand und gründete die „Aer Lingus Teoranta“. Der Flugbetrieb wurde mit einer de Havilland Dragon aufgenommen, die Platz für sechs Personen bot. 81 Jahre später stellen die Iren innerhalb eines Monats ein Sitzplatzkontingent von 328.946.

(Foto: Reuters)
Platz 8: Jet2
3 von 10

Erst seit 2003 sind Flieger der britischen Jet2 im Luftverkehr zu erspähen. Flugziele der Airline sind außerhalb der britischen Insel hauptsächlich Urlaubsdestinationen im Mittelmeer sowie einige europäische Städte. In Deutschland werden die Düsseldorf, München und Berlin angeflogen. Im Juli 2017 konnte die junge Airline ein Kontingent von 345.414 Sitze anbieten.

(Foto: Wikipedia)
Platz 7: Transavia/Transavia France
4 von 10

Die Transavia ist ein Billigflieger, der 1966 von einem Belgier und einem Schotten in den Niederlanden gegründet wurde. Die KLM Royal Dutch Airlines erwarb 1991 rund 80 Prozent der Anteile an der Fluglinie. Zwölf Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nur ein Jahr später kam dann allerdings der Zusammenschluss von KLM und Air France, weshalb Transavia heute eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM ist. Im Jahr 2007 wurde mit der Transavia France eine weitere Tochter gegründet, die sich vom niederländischen Flieger aufgrund derselben Bemalung kaum unterscheiden lässt. Zusammengenommen kommen die beiden Töchter im vergangenen Juli auf 359.149 Sitze.

(Foto: Wikipedia)
Platz 6: Wizz Air
5 von 10

Die einzige osteuropäische Fluglinie in diesem Ranking hat ihren Sitz in Ungarn. Erst seit 2004 unterwegs, ist der Billigflieger mit derzeit 28 Basen die bedeutendste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Das gesetzte Ziel, wie Ryan vor allem Flughäfen in der Nähe von europäischen Großstädten anzufliegen, ging voll auf. Im Juli 2017 lag die Kapazität bei 661.080 Passagieren.

(Foto: Reuters)
Platz 5: Eurowings/Germanwings
6 von 10

Im Jahr 1993 entstand die „Eurowings Luftverkehrs AG“ ursprünglich aus dem Zusammenschluss der Nürnberger Flugdienst (NFD) und der Reise- und Industrieflug (RFG). Der Dortmunder Unternehmer Albrecht Knauf hielt zunächst 98,2 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2001 stieg die Lufthansa zunächst mit einem Anteil von 24,9 Prozent ein. Zehn Jahre später erfolgte die komplette Übernahme. Seit 2002 firmiert ein Billigflieger der damaligen Eurowings AG unter dem Namen Germanwings. Dieser wurde schon 2009 vollständig an die Kranich-Airline verkauft. Heute sind die beiden Wings-Flieger weiter eng miteinander verknüpft und kamen im vergangenen Juli zusammen 662.473 Sitzplätze.

(Foto: dpa)
Platz 4: Norwegian Air
7 von 10

Auch in Skandinavien findet sich mit der Norwegian ein erfolgreicher Billigflieger. Im Jahr 1993 als norwegischer Regionalflieger gestartet, wurde die Gesellschaft neun Jahre später auf das Billigflug-Konzept umstrukturiert und hat seither das europäische Geschäft kontinuierlich ausgebaut. Vor drei Jahren wurde in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet. Durch die Standortwahl bekam die Linie Verkehrsrechte der EU, wodurch man Zugriff auf das Open-Skies-Abkommen erhielt, was wiederum die Durchführung von Flügen in die USA ermöglicht. Der Schritt war auch aufgrund eines Rekrutierungsbüros in Singapur, um thailändisches Bordpersonal anzuwerben, nicht unumstritten. Das Konzept der Norweger geht dennoch auf: Im Juli konnten sie ein Kontingent von 775.828 Sitzplätzen stellen.

(Foto: Reuters)

Vom A320neo erwarte man sich eine bedeutende Senkung der Treibstoffkosten. „Dadurch werden die Ticket-Preise sinken, was sich belebend auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirken wird“, sagte Varadi. Der durch wachsende Billigfluglinien bedingte Mangel an Piloten bereitet dem Wizz-Air-Chef kein Kopfzerbrechen.

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    Die Belegschaft soll sich nach den Vorstellungen Varadis in den nächsten neun Jahren ebenfalls verdreifachen auf dann mehr als 10.000 Mitarbeiter. In Deutschland hebt Wizz Air bereits von mehreren Airports ab, so auch vom Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt. Im Geschäftsjahr 2016/17 beförderte die Fluggesellschaft 24 Millionen Passagiere.

    • rtr
    • dpa
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