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Billigflieger-Drehkreuz Flughafen Hahn geht das Geld aus

Der defizitäre Flughafen Hahn steht angeblich vor der Pleite. Das Eigenkapital reiche noch bis zum März 2013, meint ein Aufsichtsratsmitglied. Der Flughafen sowie der Mehrheitseigner Rheinland-Pfalz bestreiten das aber.
22.08.2012 - 13:57 Uhr 14 Kommentare
Frankfurt Hahn wird vor allem von Ryanair angesteuert. Quelle: dpa

Frankfurt Hahn wird vor allem von Ryanair angesteuert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Dem defizitären Regionalflughafen Hahn droht nach den Worten von Aufsichtsratsmitglied Jochen Riebel im Frühjahr nächsten Jahres die Pleite. "Das Eigenkapital ist im März 2013 aufgebraucht und dann müsste die Geschäftsführung Insolvenzantrag stellen", sagte Riebel, der als Vertreter des Minderheitseigners Hessen im Aufsichtsrat der Flughafen Hahn GmbH sitzt, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "Mainzer Allgemeine Zeitung".

Er rate dem Land Rheinland-Pfalz als Mehrheitseigentümer, Geld nachzuschießen. "Sonst muss Insolvenzantrag gestellt werden." Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Infrastrukturministeriums und eine Sprecherin des Flughafen Hahns wiesen diese Darstellung zurück. Das Eigenkapital des Flughafens belaufe sich auf 44 Millionen Euro und werde im nächsten Jahr nicht aufgebraucht sein, erklärten beide.

Die Finanzlage des Flughafens könne 2013 aber schwierig werden, wenn die Passagierzahlen und die Margen im Frachtgeschäft weiter zurückgingen, gab der Ministeriumssprecher zu. Deshalb prüfe das Land Rheinland-Pfalz, ob der Flughafen von Infrastruktur-Investitionen entlastet werden könne.

Der rund 100 Kilometer von Frankfurt entfernte ehemalige Militärflughafen kommt seit Jahren nicht aus den roten Zahlen. Allein 2011 schlug ein Verlust von rund 10 Millionen Euro zu Buche, wie eine Sprecherin bestätigte. Riebel, CDU-Politiker und ehemaliger hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, forderte eine Kapitalspritze von mindestens zehn Millionen Euro durch die Eigner. "Sinnvoll wäre es, das Eigenkapital - 20 Millionen Euro waren jeweils von Hessen und Rheinland-Pfalz - wieder aufzufüllen, denn das ist in den letzten Jahren aufgebraucht worden", sagte er der Zeitung.

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    Der Regionalflughafen im Hunsrück wird vor allem von Ryanair angesteuert, die Passagierzahlen sind in den letzten Jahren aber zurückgegangen. Am Flughafen Hahn sind das Land Rheinland-Pfalz mit 82,5 Prozent und das Land Hessen mit 17,5 Prozent beteiligt. Staatliche Subventionen für das Projekt etwa mit zinsgünstigen Krediten haben die europäischen Wettbewerbsbehörden auf den Plan gerufen, derzeit laufen zwei EU-Verfahren gegen die Förderungen. 2009 war der Flughafenbetreiber Fraport bei der Hahn-Gesellschaft ausgestiegen, dessen 65 Prozent übernahm Rheinland-Pfalz zum symbolischen Preis von einem Euro.

    Das sei damals ein schwerer Fehler gewesen, sagte Riebel der Zeitung. "Die rheinland-pfälzische Landesregierung kann es sich nicht leisten, dass innerhalb kurzer Zeit zwei Landesgesellschaften Insolvenzantrag stellen müssen", fügte er hinzu. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) war zuletzt durch die Pleite des Nürburgrings, ebenfalls Eigentum des Landes, in die Kritik geraten.

    • rtr
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    14 Kommentare zu "Billigflieger-Drehkreuz: Flughafen Hahn geht das Geld aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Endlich zeigt sich das Resultat des Subventionierungswahns einiger Provinzpolitiker. Deutschlandweit wird eine Irische Airline namens Ryanair vom Deutschen Steuerzahler subventioniert, während die einheimischen Wettbewerber über reichhaltige Abgaben abgezockt werden.
      So bezahlen O`Learys Flugzeuge keinen Cent Landegebühr in Hahn und seine Deutschen Piloten sind aufgrund fragwürdiger Gesetze von Einkommenssteuer gänzlich befreit, während gleichzeitig die Irischen Unternehmenssteuergesetze Ryanair eine niedrige Abgabenlast garantieren.
      Alles schön bezahlt von uns allen!

    • Wir brauchen Hahn nicht bei Kassel wird doch schon ein NEUER FLUGPLATZ gebaut.

    • Leute, Ihr habt wenig Ahnung. Wißt Ihr, wieviele Leute in dieser seit vielen jahren von der SPd kaputt regierten Region am Flugplatz Hahn ihr Geld verdienen? Wißt Ihr, wieviele Hotels in der direkten Umgebung vom Flugplatz abhängig sind ?. Wißt Ihr, was allein die Fremdenverkehrbetriebe im Hunsrück mit den ankommenden Reiseneden verdienen? Diese Liste kann man beliebig fortsetzen. Aber es ist ja wichtiger kostenlos schwarz parken zu können.
      Das ist eigentlich nur noch traurig.
      Fuerteventura

    • Es ist echt so geil... dass es sich nicht lohnt wenn seit Jahren Verluste geschrieben werden scheint in Politikerhirnen nicht denkbar zu sein?
      Flughäfen sind in einem gewissen Rahmen Luxus, wenn Sie schwarze Zahlen schreiben gut, wenn nicht, tja dann kommt der Markt...

    • Airport Hahn und Ryan Air eine Erfolgsstory!!!! Frage ist nur für wen. Gehe davon aus für O´Larry. Nicht umsonst ist er mehrfacher Millionär. Doch nicht wegen seiner Flüge zum Null Tarif nach London usw. Ist doch eine gelungene WIN - WIN Situation Steuerzahler bezahlt = Ryan Air gewinnt. So was nennt man doch WIN-WIN Gleichung oder?????

    • Stimmt! Schlimm in Hahn ist auch, dass man sogar abgezockt wird, wenn man Leute abholen will und länger als 5 Minuten vorfährt.

      In Düsseldorf kein Problem: Man kann sich auch ruhig 10 Minuten zeit lassen mit dem Aufpicken von Leuten, solange man nicht parkt, kostet das keinen Cent.

      Nie wieder Hahn!

    • Es liegt nicht an der Steuer:

      Der Flughafen Dortmund zB ist hoch defizitär.

      In Dortmund sind es hausgemachte Probleme. Verluste schreibt der Flughafen dort schon lange. Besserung ist nicht in Sicht.

      Für die Verluste kommen die ohnehin klamme Stadt Dortmund bzw. die Strom.- und Wasser Kunden auf.

    • Ich bin des öfteren von Hahn geflogen. Jetzt nicht mehr. Weil mir die Abzocke vor allem bei den Parkgebühren nicht gefällt. Früher war Parken frei. Das hat mich motiviert. Außerdem beginnt sich meine Einstellung zu Ryan Air zu ändern. Auch dort Abzocke vom Feinsten. Hahn und Ryan Air - Nein Danke !

    • Man könnte auf dem Gelände doch einen Erlebnispark bauen. Einige hundert Millionen, die von einem privaten Investor kommen, das ganze vom Land mit einer Bürgschaft abgesichert, Bordellbesuche und Provisionen vom Vermittler inklusive sind doch kein Problem in Bakschisch-Pfalz

    • Der Flughafen wurde geschaffen, um Billigflieger zu holen. Es wurden Steuergelder eingesetzt, um die Gewinne der Billigflieger zu ermöglichen - nicht nur in Hahn, auch viele andere Flughäfen sind aus diesen Gründen entstanden.
      Nun wird die Subventionierung zurückgefahren, diese Flughäfen gehen Pleite - wird nicht der Letze sein. Die Fluggesellschaften werden auf nichtsubventionierte Flughäfen ausweichen müssen.

      Die CO2-Steuer dürfte an der ganzen Entwicklung kaum einen Anteil haben, die CO2-Steuer von 10€ ist bei einem Kerosinaufschlag von z.b. 150€ auf die kanaren nicht relevant.

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