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Billigflieger Erneuter Streik trifft Ryanair hart – Easyjet profitiert

Während die Streikwelle beim irischen Billigflieger für Flugausfälle und Verluste sorgt, kann die Konkurrenz aus Großbritannien deutlich profitieren.
Update: 28.09.2018 - 12:52 Uhr Kommentieren
Ryanair: Erneuter Streik trifft Airline hart – Easyjet profitiert Quelle: Reuters
Jets von Ryanair und Easyjet

Während die Flieger von Ryanair zum Teil am Boden bleiben müssen, startet Easyjet mit seinem Billigflug-Angebot durch.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Dublin, London Beschäftigte von Ryanair erhöhen mit einem 24-stündigen Arbeitskampf in sechs europäischen Ländern den Druck auf den irischen Billigflieger. Vor Beginn der Herbstferien in vielen Bundesländern forderten Flugbegleiter und Piloten am Freitag nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zeigte sich solidarisch und warf Ryanair vor, fundamentale Rechte wie die Mitbestimmung in Frage zu stellen. Der Billigflieger erwartet, dass europaweit rund 250 von 2400 Flügen ausfallen. Davon wären rund 40.000 Passagiere betroffen. Die Ryanair-Piloten in Deutschland drohten Europas größtem Billigflieger mit weiteren Streiks.

Das irische Unternehmen liegt seit Monaten im Clinch mit Gewerkschaften und musste bisher bereits mehrere Streiks verkraften. Die Arbeitnehmervertreter werfen Ryanair vor, Mitarbeiter in den einzelnen Ländern oft nicht mit lokalen Verträgen auszustatten und nationales Arbeitsrecht nicht anzuwenden. Für die Piloten in Deutschland ist es bereits der dritte 24-Stunden-Streik.

„Wir wollen den Wandel des Unternehmens“, sagte Tarifexperte Ingolf Schumacher von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Frankfurter Flughafen. „Solange das Unternehmen nicht zumindest mit uns in einen Schlichtungsprozess geht, wird es auch weitere Streiks geben.“ Die europaweite Aktion zeige: „Ryanair ist hier auf einem Geisterfahrerkurs, kann so nicht weitermachen und muss endlich auch zu konkreten und verlässlichen Tarifverträgen kommen.“

Allein an den Berliner Flughäfen wurden 56 Verbindungen gestrichen. Nach Berechnungen des Portals www.airliners.de dürften 133 Ryanair-Flüge oder rund 40 Prozent der Verbindungen von und nach Deutschland ausfallen. In Belgien beteiligten sich neben dem Kabinenpersonal auch Piloten am Ausstand.

Auf Transparenten und T-Shirts forderten die Beschäftigten am Brüsseler Flughafen „Ryanair muss sich verändern“. Streikende in Frankfurt verbargen ihr Gesicht aus Angst vor Repressalien des Arbeitgebers erneut mit dem Konterfei von Ryanair-Chef Michael O'Leary und forderten auf Schildern „Behandle uns mit Respekt“.

Easyjet steigert Vorsteuergewinn um 40 Prozent

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief das Kabinenpersonal zu Kundgebungen in Frankfurt und in Berlin-Schönefeld auf. Minister Heil sagte am Hauptstadtflughafen, der Streik habe einen Grund - „schlechte Arbeitsbedingungen und tatsächlich auch schlechte Löhne. Und deshalb stehe ich heute auch an der Seite der Beschäftigten“. Der SPD-Politiker verwies auf geltende Arbeitnehmerrechte wie Mitbestimmung und das Recht zu streiken. „Deutschland ist keine Bananenrepublik.“

Auch Verdi-Chef Frank Bsirske kritisierte die Lage der Beschäftigten. „Ich bin einigermaßen fassungslos unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wird.“ Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO drohte Ryanair mit Streiks, sollte der Konzern nicht zusichern, dass für Kabinenmitarbeiter in Deutschland deutsches Recht gelte.

Das Ryanair-Management hat wiederholt erklärt, man wolle in Deutschland weiter wachsen. Allerdings drohte zuletzt O'Leary erneut damit, in Deutschland Kapazitäten abzubauen, sollten die Gewerkschaften sich weiter unnachgiebig zeigen.

Der britische Billigflieger Easyjet sieht sich hingegen als Profiteur der Streikwelle bei Ryanair. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass in dem am 30. September zu Ende gehenden Geschäftsjahr der Vorsteuer-Gewinn um mindestens 40 Prozent auf 570 bis 580 Millionen Pfund gestiegen sei (641 bis 652 Millionen Euro). Der Gewinn lag damit im oberen Bereich der im Juli ausgegebenen Spanne. Damals prognostizierte Easyjet 550 bis 590 Millionen Pfund.

Neben den Flugausfällen bei Ryanair kam Easyjet nach eigenen Angaben auch zugute, dass die einstigen Rivalen Air Berlin und Monarch pleitegingen. Da es sich aber um Einmal-Effekte handle, dürfte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019 der Umsatz je Sitzplatz wohl um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zurückgehen, warnte die Airline. Details zum Ausblick sollen bei der Vorstellung des Jahresgeschäftsberichts am 20. November folgen.

  • dpa
  • rtr
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