Billigflieger Ryanair baut nach Streiks Flotte in Dublin ab

Der Billigflieger macht nach dem Pilotenstreik mit seiner Drohung Ernst: Jede fünfte Maschine am Heimatflughafen Dublin wird abgezogen.
Update: 25.07.2018 - 11:04 Uhr Kommentieren
Ryanair: 300 Flüge wegen Streik der Flugbegleiter gestrichen Quelle: dpa
Ryanair-Flieger in Köln

Gestreikt wird bis einschließlich Donnerstag an den Ryanair-Basen in Spanien, Portugal und Belgien.

(Foto: dpa)

Dublin, FrankfurtRyanair reagiert auf den Streil seiner irischen Piloten und zieht zum Winterflugplan 2018 ein Fünftel seiner Maschinen vom Flughafen Dublin ab. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Flotte in Dublin soll von 30 auf 24 Flugzeuge reduziert werden. Betroffen seien mehr als 100 Piloten und 200 Besatzungsmitglieder. Um möglichst viele Kündigungen zu verhindern, würden Jobs in Polen angeboten.

Als Grund nannte Ryanair einen „Rückgang der Buchungen und Flugpreise in Irland, zum Teil Ergebnis der jüngsten Streiks der irischen Piloten.“ Die Piloten haben in diesem Monat bereits drei Mal für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt, zuletzt am Dienstag.

„Wenn unser Ruf in Bezug auf Verlässlichkeit oder Termine beeinträchtigt wird, dann sind grundlegende und potenzielle Stellenkürzungen wie diese in Dublin eine zutiefst bedauerliche Konsequenz“, sagte Ryanair-Manager Peter Bellew.

Vorstandschef Michael O'Leary hatte am Montag erklärt, er sei nicht bereit, „unangemessenen Forderungen zuzustimmen, die entweder unsere niedrigen Tarife oder unser hocheffizientes Modell beeinträchtigen würden“. Wenn man sich nicht einigen könne, werde Ryanair überlegen, Standorte zu verkleinern. „Das könnte zu Arbeitsplatzverlusten führen.“

Wegen eines Flugbegleiterstreiks in mehreren Ländern hat der Billigflieger Ryanair für diesen Mittwoch europaweit 300 Flüge abgesagt. Betroffen sind auch mehrere Verbindungen von und nach Deutschland, wie eine Flughafen-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Gestreikt wird bis einschließlich Donnerstag an den Ryanair-Basen in Spanien, Portugal und Belgien.

Noch unklar sind hingegen Auswirkungen eines Streikaufrufes der italienischen Gewerkschaft CGIL an die dort stationierten Piloten und Flugbegleiter. Grundsätzlich könnten am Mittwoch alle Flughäfen betroffen sein, die Ryanair in Italien anfliegt, hatte ein Sprecher erklärt.

50.000 Kunden umgebucht oder entschädigt

In Deutschland sind am Flughafen Köln/Bonn für Mittwoch und Donnerstag je acht Starts und Landungen gestrichen worden. In Berlin-Schönefeld wurden für die beiden Tage zusammen sieben Verbindungen abgesagt, weitere könnten noch folgen.

An anderen Flughäfen wie Memmingen, Nürnberg, Hamburg, Bremen Dortmund oder Weeze hat Ryanair einzelne Flüge gestrichen. Immer sollte es zu Zielen in Spanien oder Portugal gehen. Keine Flugabsagen gab es bis Dienstagabend in München, Stuttgart und Frankfurt am Main.

Streiks bei Ryanair – Diese Rechte haben Sie bei Flugausfällen

Das irische Unternehmen hatte sich in der vergangenen Woche geweigert, eine komplette Liste der wegen des Streiks gestrichenen Flüge herauszugeben. Die betroffenen Kunden würden informiert, alle anderen könnten davon ausgehen, dass ihre Flüge stattfinden, hieß es. 50.000 Kunden seien umgebucht oder vollständig entschädigt worden, erklärte Ryanair per Twitter.

Ryanair hat für beide Tage in seinem Europanetz jeweils 300 Flüge abgesagt, rund zwölf Prozent des täglichen Angebots. Man erwarte für Mittwoch keine weiteren Streichungen.

Die deutschen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bislang keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit läuft aber eine Urabstimmung bis Ende Juli. Die Gewerkschaften stimmen sich auf europäischer Ebene ab und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Europas größtem Billigflieger ein. Streiks gab es bereits in Portugal und Irland.

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