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Billigflieger Ryanair ist zu Gesprächen mit Flugbegleitern bereit

Ryanair will im Streit über Tarifverträge im kommenden Jahr auch mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sprechen. Die Organisation hatte den Billigflieger zuvor scharf kritisiert.
19.12.2017 Update: 19.12.2017 - 20:20 Uhr Kommentieren

„Ryanair hat nur auf Zeit gespielt“ – Streiks als letzte Lösung

Frankfurt/Berlin Kurz vor dem ersten Treffen mit der irischen Pilotengewerkschaft ist Ryanair-Chef Michael O'Leary Zweifeln am ernsthaften Verhandlungswillen der bisher gewerkschaftsfreien Billigairline entgegengetreten. „Die Gewerkschaften wollen wissen, ob es einen Haken an der Sache gibt. Es gibt keinen”, sagte O'Leary am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Dublin. Aber wenn die Gewerkschaften „Unfug treiben” sollten, werde Ryanair Flugzeuge von den entsprechenden Standorten oder Ländern weg verlegen. „Das ist nicht der Plan. Der Plan ist, mit den Gewerkschaften zusammenzuarbeiten”, ergänzte O'Leary, der selbst nicht an den Verhandlungen teilnimmt, sondern das dem operativen Chef Peter Bellew und Personalchef Eddie Wilson überlässt.

Für Ryanair ist der Start von Tarifverhandlungen ein historischer Moment. Um Streiks der Flugzeugführer abzuwenden, die sich aus Ärger über das Dienstplanchaos im Herbst und massive Flugstreichungen gleich in mehreren Ländern zusammenbrauten, hatte Ryanair vergangene Woche seine bisherige Blockade von Gewerkschaften aufgegeben. Die Pilotenvertretungen mehrerer Länder hatten gemeinsam Druck für Tarifverhandlungen in dem Unternehmen gemacht, das sie schon lange für zu schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen kritisieren. Am Mittwochmittag ist die deutsche Vereinigung Cockpit (VC) an der Reihe. „Für uns ist das der Auftakt von Tarifverhandlungen”, sagte VC-Präsident Ilja Schulz.

Kabinenpersonal als Nächstes bitte

Nicht nur mit den Piloten, auch gegenüber den Gewerkschaften der Flugbegleiter will sich Ryanair nun öffnen. Nach den für diese Woche geplanten Zusammenkünften mit Pilotenvertretern aus Irland, Portugal und Deutschland werde es im neuen Jahr „zu gegebener Zeit” auch mit Gewerkschaften des Kabinenpersonals Treffen geben, erklärte das Unternehmen. Ryanair stellte das klar in Reaktion auf den Vorwurf der deutschen Flugbegleitergewerkschaft UFO, die Airline habe Gespräche mit ihnen weiterhin verweigert.

UFO hatte Ryanair bereits Ende Oktober zu Tarifverhandlungen aufgefordert, „um sie zu einem fairen Wettbewerber zu machen, der zumindest Mindeststandards und grundlegende Arbeitnehmerrechte einhält”. Die Vertretung des Kabinenpersonals erklärte nun, mit den entsprechenden Gewerkschaften in Irland, Italien, Portugal und Spanien zusammenzuarbeiten. Bei anhaltender Blockade durch Ryanair „stehen die nächsten Arbeitskampfankündigungen an”, kündigte UFO-Tarifsprecher Nicoley Baublies an.

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    Ryanair: Analysten sehen die Zukunft in Gefahr

    An der Börse war der Paradigmenwechsel bei Ryanair zunächst schlecht angekommen. Anleger fürchten steigende Personalkosten. O'Leary sagte, das Gewinnziel von 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr bleibe unverändert. Zwar stiegen die Lohnkosten wegen jüngster Gehaltserhöhungen um 100 Millionen Euro. Doch werde sich das wieder geben, weil Ryanair nicht länger höhere Gehälter bieten müsse, um Piloten zu einer gewerkschaftsfreien Fluggesellschaft zu locken. „Wir haben eine Menge Geld bezahlt, um die Gewerkschaften draußen zu halten.”

    O'Leary, bekannt für den Spruch, eher friere die Hölle zu als dass Ryanair mit Gewerkschaften verhandele, nannte noch einen Vorteil von Tarifverträgen: „Das eröffnet uns Wachstumsmöglichkeiten in Frankreich und Skandinavien.” Diese Länder habe die Airline bisher aus Bedenken gemieden, Gewerkschaften anerkennen zu müssen. Womöglich könnten 50 Flugzeuge in Frankreich stationiert werden. „Wenn es was bewirkt, dann stärkt es das Ryanair-Modell.”

    • rtr
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