Billigflieger Ryanair kassiert Niederlage vor Gericht gegen entlassene Stewardess

Ryanair muss wegen seiner Beschäftigungspraxis erneut eine Niederlage vor Gericht hinnehmen. Für die Airline ein böses Vorzeichen.
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Noch zwei Mal – an diesen Tagen streiken die Ryanair-Piloten

FrankfurtDie irische Billig-Airline Ryanair muss wegen ihrer Beschäftigungspraxis erneut eine Niederlage vor Gericht hinnehmen. Richter in den Niederlanden haben einer Stewardess recht gegeben, die gegen ihre Entlassung geklagt hatte. Sie hatte sich geweigert, von der Basis in Eindhoven nach Dublin zu wechseln. Die Entscheidung wurde am Mittwoch veröffentlicht.

Die Richter nahmen die Airline in die Pflicht, ihre Mitarbeiter in den Niederlanden auch nach dem dort gültigen Recht zu behandeln. Ryanair hatte wie stets in solchen Fällen argumentiert, dass die Airline unter irischer Flagge fliege und deshalb auch das dortige Recht gültig sei. Das irische Arbeitsrecht gilt als lax. Jetzt muss die Airline der Mitarbeiterin eine Entschädigung von 25.000 Euro bezahlen.

Das Urteil fügt sich nahtlos ein in einen Grundsatzentscheid. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im September vergangenen Jahres klargestellt, dass Ryanair-Piloten in dem Land vor Gericht ziehen dürfen, in dem sie hauptsächlich arbeiten. Daraufhin hatten Branchenexperten vermutet, dass viele Piloten schon bald vor Gericht auf die für ihren Arbeitgeber teureren Sozialstandards anderer EU-Länder pochen werden. Der Fall in den Niederlanden ist ein erster Hinweis darauf.

Airline-Chef Michael O‘Leary hält seine Mitarbeiter traditionell kurz. Sogar den Kaffee im Cockpit müssten sie selbst bezahlen, wird in der Branche berichtet. Vor allem an dem Geschäftsmodell, Piloten als Scheinselbstständige einzusetzen, entzündet sich aber die Kritik von Gewerkschaften.

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit schätzt, dass von den rund 380 deutschen Piloten ein Drittel nach diesem Modell beschäftigt ist. Das bedeute massive Nachteile, beklagt die VC, zum Beispiel keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Hinzu kämen keine verbindlichen Dienstpläne sowie Verträge, die von heute auf morgen kündbar seien.

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