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Billigflieger Ryanair-Piloten streiken nicht an Weihnachten

Der irische Billigflieger und seine deutschen Piloten sind in ihren Verhandlungen ein gutes Stück vorangekommen. Für Passagiere ist das eine gute Nachricht.
Update: 04.12.2018 - 10:15 Uhr Kommentieren
Ryanair und Piloten nähern sich an – keine Streiks zu Weihnachten Quelle: dpa
Ryanair-Flugzeug in Frankfurt

Sämtliche in Deutschland stationierten Piloten sollen ab Anfang Februar 2019 statt bislang irischer nunmehr Arbeitsverträge nach deutschem Recht haben.

(Foto: dpa)

London, Frankfurt Nach zähen Verhandlungen sind der irische Billigflieger Ryanair und die deutschen Piloten – vertreten durch die Gewerkschaft VC – im Streit um die Arbeitsbedingungen einen großen Schritt vorangekommen: Beide Seiten wollen bis Ende März vier Tarifverträge schließen, verkündeten die deutsche Gewerkschaft und Ryanair am Dienstagmorgen.

Zugleich wurde eine Friedenspflicht vereinbart. Somit wird es bis Ende Februar keine Streiks der deutschen Piloten geben.

Damit rückt das Ziel der Ryanair-Spitze näher, seinen Streit mit seinen deutschen Mitarbeitern über deren Arbeitsbedingungen noch vor Weihnachten zu lösen. Allerdings ist offen, ob das auch bei den Kabinenmitarbeitern gelingt: Hier gibt es zwar eine Einigung mit Verdi, die Gespräche mit der Gewerkschaft UFO laufen aber noch.

Jahrelang hatte sich die Billigairline strikt geweigert, mit Gewerkschaften Verhandlungen aufzunehmen. Airline-Boss Michael O´Leary hatte deutlich seine Meinung zu dem Thema kundgetan: Eher werde die Hölle zufrieren, als dass Ryanair mit Gewerkschaften spreche, erklärte er etwa.

Doch nachdem Ryanair im Sommer 2017 Probleme hatte, wegen fehlender Mitarbeiter seinen Flugplan durchzuführen und tausende Flüge ausgefallen waren, änderte der Ire seine Meinung: Seit Anfang dieses Jahres sitzt Ryanair mit Gewerkschaften in ganz Europa am Verhandlungstisch.

Die Verhandlungen ziehen sich – schließlich muss Ryanair in jedem Land, in dem die Gesellschaft operiert ist, mit anderen Arbeitnehmervertretern sprechen. Zudem warfen die Gewerkschaften dem Unternehmen vor, ihre Forderungen nicht ernst zu nehmen. Um den Druck auf Ryanair zu erhöhen, hatten Flugbegleiter und Piloten in vielen Ländern Europas am 12. und am 28. September einen Tag lang gemeinsam gestreikt, auch in Deutschland waren zahlreiche Flüge ausgefallen.

Doch nach und nach glätten sich die Wogen. In zahlreichen Ländern – etwa dem Heimatland Irland – hat sich Ryanair in den vergangenen Monaten mit Gewerkschaften geeinigt. Doch die deutschen Arbeitnehmervertreter stehen in dem Ruf, besonders harte Verhandlungsgegner zu sein. In Dublin wird man daher froh sein, mit VC immerhin einen Fortschritt erzielt zu haben.

Dem nun vereinbarten Papier zwischen Ryanair und Vereinigung Cockpit (VC) zufolge wollen sollen sämtliche in Deutschland stationierten Piloten ab Anfang Februar 2019 statt bislang irischer nunmehr Arbeitsverträge nach deutschem Recht haben.

Außerdem wird die Vergütungsstruktur geändert und der bislang hohe variable Anteil am Gehalt für die Piloten reduziert, was nach Einschätzung von VC zu einer deutlichen Erhöhung des Grundgehalts führt.

Darüber hinaus verständigten sich VC und Ryanair auf eine Vielzahl von Punkten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einem Manteltarifvertrag. Das bisherige Einsatzmodell von fünf Diensttagen und vier freien Tagen jeweils am Block bleibt bestehen.

„Mit der Vereinbarung des Eckpunktepapiers ist nach dem Scheitern der Verhandlungen in diesem Sommer nun der Wiedereinstieg in einen konstruktiven Dialog gelungen.“, sagte Martin Locher, Präsident der VC dazu. Ryanair hielt sich mit einer Bewertung zurück: Lediglich mit ein paar kurzen Zeilen bestätigte das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatt die Angaben.

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