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Billigflieger Ryanair schließt in Deutschland erstmals Tarifvertrag ab

Der Tarifvertrag für die in Deutschland stationierten Flugbegleiter ist perfekt. Nur ein Betriebsrat fehlt bei Ryanair noch.
Update: 27.03.2019 - 11:37 Uhr Kommentieren
Die Billigfluggesellschaft äußerte sich zunächst nicht zu dem Tarifvertrag. Quelle: dpa
Streik bei Ryanair

Die Billigfluggesellschaft äußerte sich zunächst nicht zu dem Tarifvertrag.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Nach monatelangen Verhandlungen hat Verdi mit der irischen Billigfluglinie Ryanair erstmals für deren 1100 Flugbegleiter in Deutschland einen Tarifvertrag geschlossen. Die Gewerkschaft teilte am Mittwoch zudem mit, darüber hinaus eine substanzielle Erhöhung der Grundgehälter und Entgelte vereinbart zu haben. „Es ist ein großer Erfolg, dass bei Ryanair erstmals deutsches Arbeits- und Sozialrecht für alle in Deutschland Beschäftigten angewendet wird“, erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle.

Dadurch fielen die Beschäftigten unter den hiesigen Kündigungsschutz und erhielten künftig auch Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall. „Mit diesem Gesamtpaket konnten wir die extrem prekären Arbeitsbedingungen stoppen.“

Die Vereinbarungen mit einer Laufzeit bis Ende März 2021 sähen unter anderem die Anhebung des Grundgehaltes um 600 Euro vor, weitere absolute Entgeltsteigerungen von bis zu 250 Euro und eine jährliche Mindeststundengarantie von 600 Stunden für alle Flugbegleiter.

Im Fall von Stationsschließungen oder Reduzierungen von Flugzeugen wurden auch erstmals in Europa Abfindungsregelungen bei Versetzungen und Wiedereinstellungen vereinbart. Das gelte aktuell auch für die Beschäftigten in Frankfurt Hahn. Die noch laufenden Verhandlungen um Betriebsratsstrukturen gestalteten sich nach Angaben der Gewerkschaft indes weiterhin schwierig.

Die irische Fluggesellschaft hatte sich 2017 unter dem Druck von Personalengpässen bereiterklärt, erstmalig Tarifverträge abzuschließen. Die Auseinandersetzung darum war von mehreren Streiks und Flugausfällen im vergangenen Jahr begleitet, die viele Passagiere betrafen und auch den Gewinn von Ryanair drückten.

Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs hatte zuletzt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, keine weiteren Streiks über das laufende Jahr zu erwarten. Spätestens bis Ostern seien die Tarifverträge für die Piloten in Deutschland mit der Vereinigung Cockpit und für die Flugbegleiter mit Verdi unterschrieben. In allen anderen großen Märkten sei die Lage ähnlich.

  • dpa
  • rtr
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