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Billigflieger Ryanair senkt Wachstumsziel wegen 737-Flugverbot

Der Billigflieger rechnet nun für 2020 mit weniger Passagieren als ursprünglich geplant. Konkurrenten könnten von den Problemen bei Ryanair profitieren.
Update: 16.07.2019 - 14:37 Uhr Kommentieren
Da sich die Freigabe des Boeing-Modells 737 Max in Europa voraussichtlich bis Ende des Jahres hinzieht, erwartet die Airline die Auslieferung neuer Flugzeuge erst im Januar oder Februar 2020. Quelle: Reuters
Ryanair-Jet

Da sich die Freigabe des Boeing-Modells 737 Max in Europa voraussichtlich bis Ende des Jahres hinzieht, erwartet die Airline die Auslieferung neuer Flugzeuge erst im Januar oder Februar 2020.

(Foto: Reuters)

Dublin Der Billigflieger Ryanair hat wegen des anhaltenden Flugverbots für die Boeing-Unglücksmaschine 737 Max sein Wachstumsziel für das kommende Jahr gestutzt. Im Sommer 2020 sei wegen fehlender neuer Flugzeuge nur mit drei statt sieben Prozent Passagierwachstum zu rechnen, teilte die Airline am Dienstag in Dublin mit.

Für das gesamte, bis März 2021 laufende Geschäftsjahr rechne Ryanair mit 157 Millionen Fluggästen, fünf Millionen weniger als ursprünglich angepeilt. Da sich die Freigabe des nach zwei Abstürzen weltweit gesperrten Boeing-Modells in Europa voraussichtlich bis Ende des Jahres hinziehe, erwartet die Airline die Auslieferung neuer Flugzeuge erst im Januar oder Februar 2020.

Bis zum Beginn des Sommerflugplans könnte die Ryanair-Flotte deshalb voraussichtlich nur um 30 und damit nur um gut die Hälfte der geplanten neuen Maschinen ausgebaut werden.

Die Krise um das Boeing-Modell wird wahrscheinlich auch die Beschäftigten von Ryanair treffen. Da die neuen Flugzeuge fehlen, werde Ryanair Stützpunkte schon ab November schließen. Die Airline werde mit den Flughäfen besprechen, an welchen defizitären Standorten Flüge eingestellt werden. Auch mit der Belegschaft und den Gewerkschaften wolle sich Ryanair darüber beraten.

An der Bestellung von insgesamt 135 Max-Modellen für die kommenden fünf Jahre will Ryanair-Chef Michael O'Leary unterdessen festhalten. „Wir behalten das Vertrauen in das Flugzeug“, sagte O'Leary.

Er widersprach Berichten von Fachmedien, Ryanair wolle den Modellnamen „Max“ künftig vermeiden, damit die Kunden weiter bereitwillig in solche Maschinen steigen. Diese verwiesen auf Bilder von neuen Fliegern für Ryanair, bei deren Beschriftung der Begriff Max gefehlt habe. Das sei ihm nicht bekannt, erklärte O'Leary. Darüber habe es auch keine Gespräche mit Boeing gegeben.

In der Branche dürfte diese Nachricht für Erleichterung sorgen. Wenn Ryanair weniger Flugtickets anbietet, dürfte das den Wettbewerbsdruck verringern, unter dem die Branche seit langem steht. Profitieren könnten dabei Billigflieger wie Eurowings: Die Lufthansa-Tochter hat wegen der niedrigen Ticketpreise am hart umkämpften europäischen Markt mit Verlust zu kämpfen. Der Druck könnte jetzt etwas nachlassen.

Die ohnehin schon hohen Überkapazitäten beim Flugangebot auf der Kurzstrecke nähmen im kommenden Jahr womöglich weniger stark zu als bisher erwartet, erklärte Daniel Röska von Bernstein Research. Aber es bleibe abzuwarten, wie die Konkurrenz reagiere – ob sie im Kampf um Marktanteile ihrerseits das Angebot erhöhten oder ebenfalls ihr Wachstum drosselten, um mehr verdienen zu können.

Nach Einschätzung von Analyst Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum könnte im gesamten Sektor mit steigenden Gewinnmargen gerechnet werden. An der Börse legten die Papiere von Lufthansa, Easyjet oder IAG mit fast vier Prozent noch stärker zu als die Anteilsscheine von Ryanair.

Die Boeing 737 Max wurde im März von den Behörden weltweit aus dem Verkehr gezogen, als zum zweiten Mal eine solche Maschine kurz nach dem Start abstürzte. Ursache war ein Defekt bei einer Steuerungsautomatik, den Boeing mit einem Software-Update beheben muss.

Der Flugzeugbauer geht Ryanair zufolge davon aus, die neue Zertifizierung bis September bei der US-Behörde FAA einzureichen. Sobald diese grünes Licht gibt, will die europäische Aufsicht EASA die Unterlagen selbst noch überprüfen.

Mehr: Der US-Flugzeugbauer Boeing muss seine Erstplatzierung an seinen europäischen Rivalen abgeben. Grund dafür: das weltweite Flugverbot der 737 Max.

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