Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Björn Gulden 2020 ist für den Puma-Chef ein verlorenes Jahr

Das Geschäft des Sportkonzerns läuft wieder rund. Der Norweger aber traut dem Aufwärtstrend nicht so recht und ist für einen zweiten Lockdown gewappnet.
29.07.2020 - 16:13 Uhr Kommentieren
Im Februar hat der Puma-Chef noch neue Rekorde versprochen. Jetzt ist er schon zufrieden damit, dass das Geschäft wieder auf Vorjahresniveau liegt. Quelle: Bloomberg
Björn Gulden

Im Februar hat der Puma-Chef noch neue Rekorde versprochen. Jetzt ist er schon zufrieden damit, dass das Geschäft wieder auf Vorjahresniveau liegt.

(Foto: Bloomberg)

München Als sich die westliche Welt Ende März einigelte, da befürchtete Puma-Chef Björn Gulden das Schlimmste. In kürzester Zeit sicherte sich der Norweger 900 Millionen Euro zusätzliche Kredite, einen Großteil davon bei der Staatsbank KfW. So wollte der Unternehmenslenker ganz sicher gehen, dass der Sportkonzern die Krise übersteht.

Bis heute hat der 55-Jährige keinen Cent von den Darlehen abgerufen. Mehr noch: „Wir sitzen auf mehr Cash als im Vorjahr“, sagte Gulden am Mittwoch. 437 Millionen Euro befanden sich Ende Juni auf dem Konto, ein Fünftel mehr als zum selben Zeitraum 2019. Bislang hat der ehemalige Profifußballer sein Unternehmen also gut durch die größte Wirtschaftsflaute der Nachkriegszeit gebracht.

Selbstverständlich ist das nicht. Weltmarktführer Nike hat gerade angekündigt, 250 Millionen Dollar für einen Personalabbau in die Hand zu nehmen. Der kleinere Rivale Under Armour wiederum will sich von teuren Sponsoringverträgen mit US-Universitäten trennen, was in Amerika für viel Unmut sorgt.

Nichts dergleichen ist bei Puma geplant. Es sei keine einzige Stelle gestrichen worden, behauptet Gulden. Mit Island und Paraguay hat er jüngst sogar zwei weitere Fußballverbände verpflichtet. Trotzdem schlägt Gulden in diesen Tagen nurmehr leise Töne an. Gerade so, wie es der Manager immer getan hat. Stets hat Gulden nur das versprochen, was er auch halten konnte.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    So läuft das Geschäft des Sportkonzerns inzwischen wieder auf Vorjahresniveau. „Der Durchverkauf ist sehr positiv“, erläuterte der Manager. Dennoch wollte er am Mittwoch, als er die jüngsten Ergebnisse präsentierte, keine Prognose für das laufende Jahr abgeben.

    Angetreten, um Puma wieder aufzurichten

    Momentan sehe es gut aus, es sei nur noch jeder zehnte Puma-Store geschlossen. Zeitweise war es genau umgekehrt und nur noch jeder zehnte geöffnet. Aber Gulden traut dem Aufwärtstrend nicht so recht. Er fürchtet einen Rückschlag: „Das Horrorszenario wäre ein neuer, globaler Lockdown.“

    Vor sieben Jahren ist der ehemalige Deichmann-Manager in Herzogenaurach angetreten, die angestaubte Marke Puma wieder aufzurichten. Das ist ihm gut gelungen. Mit 5,5 Milliarden Euro erzielte der traditionsreiche fränkische Turnschuh-Hersteller vergangenes Jahr den höchsten Umsatz aller Zeiten. Jahr für Jahr präsentierte Gulden, der gerne in Trainingsjacken von Puma auftritt, neue Rekorde. Die strebe er auch für 2020 an, hatte der Manager noch Ende Februar erklärt.

    Dann kam Corona. Zuvor war Guldens Fokus darauf gerichtet, den Rivalen Adidas und Nike Platz in den Regalen der Sporthändler streitig zu machen. Weil er sich stärker als die Marktführer auf den Fachhandel fokussierte, erwarb sich Gulden einen guten Ruf unter den Ladenbesitzern. Dieses Frühjahr nun musste sich der meist besonnene Mann als Krisenmanager bewähren.

    Gulden will 2021 wieder angreifen

    Das scheint ihm bislang ganz ordentlich zu gelingen. Zwischen April und Juni ist der Umsatz zwar um knapp ein Drittel auf 831 Millionen Euro eingebrochen. Das Label stürzte tief in die roten Zahlen, der Verlust betrug 96 Millionen Euro. Überraschend war das aber nicht.

    Das zweite Quartal sei insgesamt wie erwartet ausgefallen, schrieb JP-Morgan-Analystin Chiara Battistini am Mittwoch. Nach Abflauen der Krise sollte die Marke wieder ihre Stärken ausspielen. Mit einem Kursplus von gut drei Prozent gehörten die Puma-Aktien am Mittwoch zu den größten Gewinnern im MDax.

    Es gefällt allerdings nicht allen, dass Gulden den Ball gerne flach hält. Der Ausblick auf das zweite Halbjahr liege etwas unter den Erwartungen, kritisiert Analyst James Grzinic vom Analysehaus Jefferies.

    Er bereite sich jetzt auf die unterschiedlichsten Szenarien für die nächsten Monate vor, erläuterte demgegenüber Gulden: „Die Unsicherheit ist immer noch groß, ob es weiter aufwärts geht oder zu einem zweiten Einbruch kommt.“ Eins stehe allerdings fest: „2020 ist ein verlorenes Jahr.“

    Kommendes Jahr will der ehemalige Mittelfeldspieler wieder angreifen. Alle Kollektionen seien wie geplant entwickelt worden. Die Aufträge bei den Lieferenten seien nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Gulden: „Es geht darum, 2021 wieder gut auszusehen“. Und damit meint er sowohl die Konsumenten als auch Puma selbst.

    Mehr: Radtaschen-Marke Ortlieb findet in Corona-Zeiten reißenden Absatz

    Startseite
    Mehr zu: Björn Gulden - 2020 ist für den Puma-Chef ein verlorenes Jahr
    0 Kommentare zu "Björn Gulden: 2020 ist für den Puma-Chef ein verlorenes Jahr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%