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Media Markt

Der Elektronikhändler will mit zahlreichen Angeboten von der Schnäppchenhysterie rund um den Black Friday profitieren.

(Foto: Caro / Conradi / FOTOFINDER.COM)

Black Friday Media Markt und Saturn drohen die Tage der Wahrheit

Die Rabatte am Black Friday könnten erneut dem Weihnachtsgeschäft schaden. Und das ist nicht das einzige Problem für Mutterkonzern Ceconomy.
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Düsseldorf Ein besonderes Programm hat sich der Elektronikhändler Media Markt wieder für den Schnäppchentag Black Friday in dieser Woche ausgedacht. Schon am Vorabend um 20 Uhr starten die ersten Angebote. Und damit sich der Händler deutlich von der Konkurrenz abhebt, hat er das Shopping-Event passend zu seinen Unternehmensfarben in „Red Friday“ umgetauft.

Der neue Name könnte für den Händler Programm sein – aber anders als erhofft. Denn wenn es schlecht läuft, könnte das als Hoffnungsträger gedachte Event den Abwärtstrend des einst stolzen Unternehmens in Richtung rote Zahlen weiter beschleunigen.

Wie groß die Gefahr ist, hat das vergangene Jahr bereits gezeigt. Da verhagelte das Schnäppchenfestival am Black Friday der Media-Saturn-Mutter Ceconomy das Weihnachtsquartal komplett. Die Rabatte schlugen direkt auf den Gewinn durch, der operative Gewinn vor Sonderposten sank auf 260 Millionen Euro – nach 308 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Ganz offen räumte das Unternehmen damals ein, dass es durch den Black Friday kein zusätzliches Geschäft gegeben habe, sondern Umsatz vom wichtigen Dezember in den hart umkämpften November vorgezogen wurde. Wurden in der guten alten Zeit des Einzelhandels die Rabatte erst nach den Feiertagen gewährt, startet mittlerweile das gesamte Weihnachtsgeschäft auf einem abgesenkten Preisniveau.

Das Schlimme: Das schlechte Geschäft zu Beginn des Geschäftsjahres, das bei Ceconomy am 30. September endet, war kein einmaliger Ausrutscher. Der Niedergang setzte sich im Laufe des Jahres 2018 ungebremst fort, eine Gewinnwarnung folgte der nächsten, der Aktienkurs gab seit Jahresbeginn zwei Drittel seines Wertes ab.

Konkurrenz wird immer härter

Das hatte auch personelle Konsequenzen: So trennte sich das Unternehmen von Konzernchef Pieter Haas. Finanzchef Mark Frese hält nur noch die Stellung, bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist. In der vergangenen Woche dann verließ der langjährige Media-Saturn-Geschäftsführer Wolfgang Kirsch nicht ganz freiwillig das Unternehmen.

Mit maximaler Verunsicherung starten Media Markt und Saturn so ins Weihnachtsgeschäft. Zumal ihnen immer härtere Konkurrenz die Kunden streitig macht.

Das ist nicht nur der US-Riese Amazon, der mit seiner Finanz- und Marketingpower gerade am Black Friday den Markt überrollt. Ganz neu am Start in Deutschland ist pünktlich zum Schnäppchenfestival der Schweizer Onlinehändler Galaxus, Tochter des Handelskonzerns Migros, der gezielt das Elektroniksortiment angreift.

Notebooksbilliger.de hat sich mit der Kette Medimax verbündet. Und der britische Elektronikhändler AO hat in den vergangen sechs Monaten seinen Umsatz in Deutschland (inklusive Niederlande) um 35 Prozent auf 78 Millionen Euro gesteigert.

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf dem neuen Media-Saturn-Geschäftsführer Ferran Reverter. In Spanien hat er als Media-Saturn-Regionalchef bewiesen, dass er in der Lage ist, unter schwierigen Bedingungen einen Turnaround zu schaffen. Im Moment baut er im Eiltempo das Unternehmen um – parallel zur operativen Wiederbelebung des Geschäfts.

Ob ihm das gelingen kann, zeigt sich am 8. Februar 2019. Dann präsentiert das Unternehmen die Ergebnisse des Weihnachtsquartals. Und dann wird abgerechnet, ob der Black Friday neue Hoffnung geweckt hat – oder ob er den Weg in die roten Zahlen beschleunigt hat.

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