Zalando-Paket

Der Modehändler hat die Zahl seiner aktiven Kunden im ersten Quartal um 16,7 Prozent auf 23,9 Millionen gesteigert.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse Zalando wächst, aber die Gewinnmarge leidet

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DüsseldorfEuropas größter Online-Modehändler Zalando hat seine Zahlen für das erste Quartal 2018 veröffentlicht. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 22 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro.
  • Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte 0,4 Millionen Euro und damit die Profitabilitätsschwelle. Unter dem Strich steht allerdings ein Verlust von 15 Millionen Euro.
  • Die bereinigte Ebitmarge sackte gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 2,1 auf 0,0 Prozent ab.
  • Zalando-Co-CEO Rubin Ritter erklärte dies mit einem „herausfordernden Marktumfeld“ im ersten Quartal. Außerdem sei „Wachstum unsere oberste Priorität und darauf haben wir uns im ersten Quartal fokussiert.“
  • Er bestätigte die Prognose für 2018: ein Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent und ein bereinigtes Ebit zwischen 220 und 270 Millionen Euro.

Das fällt positiv auf

Zalando hat die Zahl seiner aktiven Kunden – die also beim Online-Modehaus einkaufen – im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 16,7 Prozent auf 23,9 Millionen gesteigert. Jeder Kunde bestellte durchschnittlich vier mal in den vergangenen zwölf Monaten, ein neuer Höchstwert. Dafür ist die durchschnittliche Größe des Warenkorbs pro Einkauf aber von 63 auf 60,3 Euro gesunken.

Das fällt negativ auf

Zalando ist immer noch stark auf seinen Heimatmarkt Deutschland, Österreich und die Schweiz fokussiert. Dort erzielte das Unternehmen 552 Millionen Euro Umsatz, im übrigen Europa nur rund 542 Millionen Euro. Dennoch wächst das Geschäft außerhalb des Kernmarktes mit knapp 25 Prozent deutlich stärker als in der Dach-Region (plus 16,2 Prozent).

Was jetzt passiert

Zalando will dieses Jahr wie in den beiden kommenden Jahren jeweils um 20 bis 25 Prozent beim Umsatz wachsen. Außerdem peilt der Konzern für 2018 ein bereinigtes Ebit von 220 bis 270 Millionen Euro an. Das entspricht einer Marge von vier bis fünf Prozent.

Zalando will das Wachstum mit neuen Marken wie Massimo Dutti und Tory Burch sowie dem Einstieg ins Geschäft mit Kosmetikprodukten erreichen. So verkauft das Unternehmen seit März auch Pflegeprodukte der zwei L’Oréal-Marken „Maybelline“ und „L’Oréal Paris“. Da will Zalando von einem Markt in Europa mit einem Umsatz von 85 Milliarden Euro profitieren. Im Modemarkt peilt Zalando langfristig einen Marktanteil in Europa von 5 Prozent an. Im vergangenen Jahr waren es erst 1,3 Prozent.

Zalando will künftig bei seinen Zahlen sich vor allem auf Absatzkanäle und weniger auf geographische Regionen konzentrieren.

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1 Kommentar zu "Blitzanalyse: Zalando wächst, aber die Gewinnmarge leidet"

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  • Endlich und nach einigen kritischen Online-Kommentaren lese ich Handelsblatt, dass Zalando handelsrechtlich - Sie sagen: "unter dem Strich" - Verlust macht. Diese Art Blitzanalyse mit allen (!) relevanten Zahlen - nicht nur EBIT - finde ich sehr gut und wünschte mir das als Standard im Handelsblatt auch bei anderen Unternehmensanalysen.

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