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Boeing 737 Max: Interne Dokumente zeigen unbekümmerten Umgang mit Sicherheitsbedenken

Boeing steckt seit den Flugzeugabstürzen der 737 Max in der Krise. E-Mails offenbaren, dass Mitarbeiter Sicherheitsbedenken vor allem bezüglich des Flugsimulators äußerten.
10.01.2020 Update: 10.01.2020 - 13:23 Uhr Kommentieren
Die Boeing 737 Max ist seit März 2018 aus dem Verkehr gezogen. Quelle: AFP
Boeing

Die Boeing 737 Max ist seit März 2018 aus dem Verkehr gezogen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Flugzeugbauer Boeing hat erneut interne Dokumente zur Kommunikation innerhalb des Unternehmens veröffentlicht, die eine unbekümmerte Haltung mancher Mitarbeiter bei Sicherheitsbedenken zeigen. Wie das Wall Street Journal berichtet, offenbarten die Nachrichten, wie Mitarbeiter Fluglinien- und Regierungsbeamte davon überzeugen wollten, dass ein Flugsimulator-Training für die Boeing 737 Max nicht nötig sei.

Die meisten der Dokumente stammen aus den Jahren 2017 und 2018 als Boeing an dem 737 Max-Flugsimulator arbeitete, andere gehen sogar noch weiter zurück in das Jahr 2013, als das Flugzeug entwickelt wurde.

Das Material wurde am Donnerstag veröffentlicht, zwei Tage nachdem Boeing gesagt hatte, dass das Unternehmen ein zusätzliches Training in einem Flugsimulator empfehlen würde, wenn die US-Flugaufsichtsbehörde FAA die Boeing 737 Max wieder freigebe. Damit widerspricht das Unternehmen der vorherigen Position, dass ein computergestütztes Lernen zum Fliegen der Boeing 737 Max ausreichen würde.

Boeing hatte sich lange dagegen gewehrt, dass Piloten vor einem Einsatz in der 737 MAX überhaupt im Simulator geschult werden sollten, weil der Flugzeugtyp dem Vorgängermodell 737 NG ähnle. „Wir werden das nicht zulassen. Wir werden uns mit jedem Regulierer anlegen, der das verlangt“, schrieb ein Boeing-Manager im März 2017 in einer E-Mail. Nach Gewerkschaftsangaben mussten 737-MAX-Piloten bisher nur einen einstündigen Kurs am iPad absolvieren, ehe sie die Maschine zum ersten Mal flogen.

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    Die internen Dokumente zeigen, dass Mitarbeiter des Flugzeugbauers einerseits Sicherheitsbedenken bezüglich der 737 Max und den Problemen mit dem Flugsimulator äußerten, gleichzeitig aber versucht wurde, eine stärkere Kontrolle des Flugzeugs durch die Aufsichtsbehörden abzuwenden und diese daher verheimlichten. Manche Mitarbeiter hätten sich beschwert, dass sie nicht genug Zeit hatten, um die Probleme mit dem Flugsimulator zu lösen.

    Im Februar 2018 soll ein Mitarbeiter in einer internen Nachricht geschrieben haben, dass er seine Familie nicht mit einem Flugzeug fliegen lassen würde, dass ein Pilot steuert, der mit dem Max-Simulator trainiert hat. In einer anderen E-Mail hieß es: „Dieses Flugzeug ist designt von Clowns, die beaufsichtigt werden von Affen“.

    Boeing will mit den Behörden kooperieren

    Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im US-Repräsentantenhaus, Peter DeFazio, sagte, diese neu veröffentlichten E-Mails seien unglaublich belastend. Sie würden ein verstörendes Bild davon zeigen, welche Wege Boeing bereit war zu gehen, um eine Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden zu verhindern, auch wenn die eigenen Mitarbeiter intern Warnungen ausgesprochen hätten.

    Die Inhalte der E-Mails, die hauptsächlich zwischen Piloten und den Mitarbeitern des Max-Simulators ausgetauscht wurden, dürften die Kritik an Boeing weiter verstärken. Boeing entschuldigte sich und sagte, dass das Unternehmen gegenüber der Flugaufsichtsbehörde FAA voll und ganz Transparenz zeigen wolle.

    Das Unternehmen kommentierte, die Mitteilungen würfen Fragen bezüglich der Interaktion des Unternehmens mit der FAA bei der Zulassung der Simulatoren auf. Boeing glaube gleichwohl, dass die Geräte richtig funktionierten. „Diese Kommunikationen spiegeln nicht das Unternehmen wider, das wir sind und sein müssen, und sie sind vollkommen unakzeptabel“, hieß es in einer Stellungnahme von Boeing.

    Ein FAA-Sprecher teilte mit, die Simulatoren seien in den vergangenen sechs Monaten drei Mal überprüft worden. „Jegliche möglichen Sicherheitsmängel, die in den Dokumenten identifiziert wurden, sind angegangen worden“, schrieb er.

    Der Airbus-Rivale steckt nach den Flugzeugabstürzen der 737 Max in der Krise. Das Modell ist seit März weltweit aus dem Verkehr gezogen.

    Mehr: Airbus ist bei den Auslieferungen an Boeing vorbeigezogen, weil der Rivale mit der Max-Krise zu kämpfen hat. Doch die könnte bald auch Airbus zu schaffen machen.

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