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Boeing 737 Max Tui rechnet wegen Boeing-Flugverbot mit drei Millionen Euro Kosten – pro Woche

Der Reisekonzern hat sich bereits Ersatzkapazität für die nun fehlenden 15 Flugzeuge besorgt. Tui hofft aber dennoch auf eine schnelle Aufhebung des Flugverbots.
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Der Reisekonzern muss derzeit auf die 737 Max von Boeing verzichten. Quelle: dpa
Boeing 737 Max von Tui

Der Reisekonzern muss derzeit auf die 737 Max von Boeing verzichten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Reisekonzern Tui muss durch den vorübergehenden Ausfall des Kurz- und Mittelstreckenjets Boeing 737 Max mit Zusatzkosten von bis zu drei Millionen Euro pro Woche rechnen. Auf diese Summe kommt der auf Luftfahrt spezialisierte Berater Gerald Wissel von Airborne Consulting in seinen Berechnungen.

„Für die 15 Flugzeuge, die Tui jetzt vorübergehend fehlen, kann man Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro pro Woche ansetzen“, sagte Wissel. Ein Sprecher von Tuifly erklärte auf Anfrage des Handelsblatts. „Natürlich haben wir jetzt zusätzliche Aufwendungen. Die Zahl ist nicht ganz unrealistisch.“

Nach zwei Unfällen mit fast neuen Boeing 737 Max, bei denen fast 350 Menschen ums Leben kamen, wurde ein fast weltweites Flugverbot für den Jet verhängt. Eine der wenigen Ausnahmen, wo das Flugzeug noch fliegen darf, sind die USA.

Für Tui ist der Sonderaufwand verkraftbar. Der Konzern betreibt aktuell 150 Flugzeuge, der Ausfall der 737 Max hat also eine eher kleinere Dimensionen. Zudem hat man sich nach Angaben des Tuifly-Sprechers bereits Ersatzgerät beschafft.

Dennoch belastet der Aufwand den Konzern, der zuletzt einen erheblichen Preisdruck im Reisemarkt beklagte und vor einigen Wochen eine Gewinnwarnung aussprechen musste. Ob das Unternehmen deshalb Kompensationszahlungen von Boeing einfordern wird, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Inwieweit das Verbot auch die für die kommenden Wochen geplante Einflottung von 737 Max-Jets bei Tuifly betrifft – die bisherigen Max fliegen bei den anderen Airlines des Konzerns – sei schwer zu beurteilen. „Das hängt von der Dynamik der Situation ab“, sagte der Sprecher. Man hoffe natürlich darauf, dass die Hintergründe der jüngsten Abstürze schnell geklärt werden und dass die Behörden die Sicherheit des Jets wieder bescheinigen könnten.

Berater Wissel ist zuversichtlich, dass das so kommen wird. Das Problem mit der 737 sei jedenfalls nach bisherigem Kenntnisstand eines der Software-Steuerung. „Das wird Boeing in zwei bis drei Wochen beheben können. Sollte das Update von den Behörden freigegeben werden, könnte das Verbot schnell wieder aufgehoben werden.“ Richtig problematisch werde es für Boeing allerdings, wenn das Update nicht freigegeben werden würde. „Oder wenn nach dem Update weitere technische Probleme auftauchen sollten.“

Wirkliche Alternativen haben die betroffenen Fluggesellschaften laut Wissel aber nicht. „Ein Wechsel zu Airbus ist nicht trivial und diesen wird sich jeder Betreiber sehr gut überlegen. Airbus könnte so kurzfristig gar nicht Ersatz beschaffen.“ Zudem wären die Lieferzeiten bei Neubestellungen sehr lang, wodurch ältere Flugzeuge länger fliegen müssten, was wiederum die Kosten treiben würde. Und je später Ersatzflugzeuge kämen, desto mehr würden sich die Airlines vom aktuellen Wachstum abschneiden.

Hinzu kommt: „Die Airlines haben vitales Interesse daran, mindestens zwei Hersteller zur Auswahl zu haben. Sonst wäre man ja vollkommen von Airbus abhängig“, sagte Wissel. Das gelte insbesondere für den Markt der Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeuge, die den größten Teil am weltweiten Flugzeuggeschäft ausmachen würden.

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