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Boeing 737 Max US-Flugzeugbauer liefert erste Maschinen aus

Der Zeitplan drohte zu platzen – doch mit nur einem Tag Verspätung hat Boeing den neuen Mittelstreckenjet ausgeliefert. Mit dem Modell 737 Max will der Flugzeugbauer zur europäischen Konkurrenz aufschließen.
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Bereit zum Abflug: der neue Mittelstreckenjet des US-Flugzeugbauer. Quelle: AP
Boeing 737 Max

Bereit zum Abflug: der neue Mittelstreckenjet des US-Flugzeugbauer.

(Foto: AP)

Seattle Dem US-Flugzeugbauer Boeing ist bei der Auslieferung seines modernisierten Mittelstreckenjets 737 Max fast eine Punktlandung gelungen. Nach zwischenzeitlichen Bedenken wegen möglicher Triebwerksprobleme übergab der Konzern die erste Maschine des Typs am Dienstag an die malaysische Fluggesellschaft Malindo Air – nur einen Tag später als geplant. Bei Entwicklung und Testflügen war der Airbus-Rivale aus den USA seinem Zeitplan schon mehrere Monate vorausgeeilt. Bei Bestellungen und Auslieferungen liegt Airbus' Konkurrenzmodell A320neo aber deutlich vorn.

Erst vergangene Woche hatte es so ausgesehen, als ob Boeings Zeitplan doch noch platzen könnte. Wegen möglicher Probleme mit den neuen Triebwerksmodell des französisch-amerikanischen Herstellers CFM hatte der Flugzeugbauer überraschend alle Testflüge mit der „Max“ gestoppt. Boeing sprach von einer Vorsichtsmaßnahme wegen potenzieller Qualitätsmängel. Diese konnten offenbar ausgeräumt werden.

Vom Bootsschuppen zum Luftfahrt-Giganten
Erste Anfänge im Schuppen
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In Seattle im US-Bundesstaat Washington wollte William Boeing eine Jacht bauen. Doch dann entdeckte der Unternehmer seine Faszination für das Fliegen und funktionierte das Gebäude kurzerhand zur Flugzeugfabrik um. Das sollte sich als gute Idee erweisen: Heute ist Boeing Weltmarktführer. Der legendäre „Red Barn“ – der erste Werksschuppen – steht im Luftfahrtmuseum von Seattle.

(Foto: Reuters)
100.000 Dollar Startkapital
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Vor hundert Jahren – am 15. Juli 1916 – gründete Boeing mit einem Startkapital von 100.000 Dollar die Pacific Aero Products Company. Damit war die Basis für Boeings Flug- und Raumfahrt-Imperium gelegt, das zuletzt einen Börsenwert von fast 82 Milliarden Dollar hatte. Was wenig bekannt ist: Auch deutscher Pioniergeist spielte eine wichtige Rolle bei dieser Geschichte. Boeings Wurzeln liegen in Westfalen.

(Foto: Boeing/dpa)
William Boeing
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Im Jahr 1868 brach der deutsche Auswanderer Wilhelm Böing von Hohenlimburg bei Hagen im Sauerland nach Amerika auf, um dort sein Glück als Unternehmer zu versuchen. Er gründete einen Holzhandel und verdiente genug Geld, um seinen Sohn William auf Privatschulen und die Eliteuni Yale zu schicken.

(Foto: Boeing/dpa)
„Königin der Lüfte“
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Aus dem deutschen Namen Böing entstand das amerikanische Boeing – das zum Synonym für das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt wurde. Mit dem Jumbo-Jet 747, „Königin der Lüfte“ genannt, schuf Boeing Ende der 1960er Jahre das jahrzehntelang größten Passagierflugzeug der Welt – und machte damit Fernreisen für Normalbürger überhaupt erschwinglich.

(Foto: Boeing/dpa)
Konkurrenzdruck macht Boeing zu schaffen
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Doch im Jubiläumsjahr steht der Konzern, der stark von US-Rüstungsaufträgen profitiert und dessen Historie auch dunkle Kapitel wie den verheerenden Atombomben-Abwurf auf Hiroshima durch einen Boeing-B-29-Bomber umfasst, vor Herausforderungen. Der Konkurrenzdruck durch den Erzrivalen Airbus macht den Amerikanern zu schaffen. Anleger blickten zuletzt eher bange in die Zukunft, die Boeing-Aktie hat seit dem Jahresbeginn knapp zehn Prozent eingebüßt.

(Foto: Boeing/dpa)
Gleichwertiger Konkurrent
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Wurde Airbus in den 1970er Jahren noch belächelt, haben sich die Europäer längst zum gleichwertigen Konkurrenten aufgeschwungen. Nach dem ersten Passagier- und Frachtjet A300 setzte Airbus Ende der 1980er Jahre mit der A320-Modellfamilie auf den wichtigen Markt der Mittelstreckenjets–- und machte der Boeing 737 Konkurrenz.

(Foto: dpa)
Zwei Riesen im Sinkflug
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Im neuen Jahrtausend musste der Jumbo-Jet seine Rolle als weltgrößtes Passagierflugzeug an die A380 von Airbus abgeben – doch heute befinden sich gleich beide Riesen im Sinkflug. Von der neuesten Jumbo-Generation 747-8 sollen wegen mangelnder Neuaufträge ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr ausgeliefert werden.

(Foto: Reuters)

Für die Neuauflage der 737 hatte sich Boeing 2011 entschieden, nachdem der europäische Hersteller Airbus mit der sparsameren Neuauflage seines Konkurrenzjets A320 bei vielen Fluggesellschaften gepunktet hatte. Airbus' Zeitvorsprung bei Aufträgen und Bestellungen konnte Boeing bis heute nicht aufholen. Deren Modellfamilie A320neo kam bis Ende April auf 5054 Festbestellungen, Boeings 737 Max nur auf 3714. Die erste „neo“ lieferte Airbus schon Anfang 2016 an die Lufthansa aus.

Boeing wie Airbus bewerben ihre modernisierten Jets vor allem mit einem deutlich niedrigeren Spritverbrauch. Die neuen Triebwerke sind deutlich weniger spritdurstig und zudem leiser als die Turbinen der herkömmlichen Modelle. Bei der „Max“ soll die Spriteinsparung 14 Prozent betragen, bei der „neo“ 15 Prozent. Die Lufthansa berichtete bereits, dass der Airbus-Jet die Erwartungen übertreffe – und je Passagier sogar 20 Prozent Einsparung bringe.

  • dpa
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