Börse reagiert geschockt Mega-Weingut lehnt Heuschrecken-Angebote ab

Die Übernahmespräche um den australischen Weinkonzern Treasury Wine Estates sind beendet. Die Private-Equity-Firmen  KKR und TPG Kapital haben das Nachsehen. Umgerechnet zwei Milliarden Euro waren zu wenig.
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Das trinkbare australische Nationalheiligtum Penfolds Grange - das Top-Produkt von Treasury Wine Estate. Eine Magnumflasche (1,5 Liter) Grange des Jahresgangs 2006 kostet mehr als 1200 Euro. Quelle: Reuters

Das trinkbare australische Nationalheiligtum Penfolds Grange - das Top-Produkt von Treasury Wine Estate. Eine Magnumflasche (1,5 Liter) Grange des Jahresgangs 2006 kostet mehr als 1200 Euro.

(Foto: Reuters)

SydneyDie Private-Equity-Firmen TPG Capital und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) wollten ursprünglich jeweils 3,4 Milliarden australische Dollar (2,34 Milliarden Euro) oder 5,20 australische Dollar pro Aktie für den „Down-under“-Konzern Treasury Wine Estates (TWE) zahlen.  Doch das Unternehmen bleibt in der Hand seiner Aktionäre.

TWE ist der weltweit zweitgrößte Weinproduzent und hat neben dem berühmtesten australischen Wein Penfolds Grange auch Marken wie Wolf Blass, Rosemount und Lindeman's sowie weitere rund 80 Weinlinien im Portfolio.

Das Unternehmen hielt das Angebot von 5,20 australischen Dollar pro Papier für zu niedrig bewertet. Laut Medienberichten hatten KKR und ihr Junior-Partner Rhone Capital am Freitag sogar signalisiert, etwas weniger als 5,20 australische Dollar bieten zu wollen. Das endgültige Angebot von TPG habe zwischen 4,50 und 4,70 australischen Dollar gelegen. Die australische Börse reagierte schockiert auf die Nachricht. TWE verloren am Morgen um 15 Prozent an Wert. Nach Unternehmensangaben waren sich die institutionellen Anleger des Konzerns einig, dass der gebotene Preis keinen Eigentümerwechsel rechtfertige.

Im Gegensatz zur mittelständisch geprägten Weinindustrie in Deutschland dominieren in Australien fünf große Weinfabriken - Accolade Wines, Treasury Wine Estates, Casella Wines, Pernod Ricard Winemakers und Australian Vintage. Sie stellen zusammen die Hälfte der gesamten Produktion von 1,2 Milliarden Liter pro Jahr her. Zwei Drittel von dieser Menge werden exportiert, was Australien mit einem Anteil von rund neun Prozent am internationalen Handel zum fünfgrößten Exporteur hinter Italien, Spanien, Frankreich und Chile macht.

Sting, Coppola und Co – vom Star zum Winzer
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Sting liebt es, Weintrauben selbst zu ernten. Zusammen mit den Erntehelfern zieht der Profi-Musiker, Ex-Mitglied der Rockgruppe Police, dann mit dem Winzerkorb auf dem Rücken durch seine Weinberge in der Toskana. „Sister Moon“ heißt deshalb auch einer seiner Tropfen - so wie einer seiner Songs. Fotos: ap/dpa/Reuters

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Sein Brunello La Fiorita hat bereits für Aufmerksamkeit gesorgt. Stings Weingut heißt "I Serrestori" und er kaufte es bereits vor sieben Jahren für immerhin sechs Millionen Euro - damit wohl eine echte Investition.

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So wie auch Gérard Depardieu in 30 Jahren sechs Weingüter an der Loire, im Languedoc und in Sizilien zusammen kaufte. Das Chateau Tigné gilt als sein Lieblingswein und in dieser Gegend ist er auch geboren. Böse Zungen behaupten, er selbst tränke vier bis sechs Flaschen Wein am Tag. Er selbst erzählt, dass er ohne seinen geliebten Roten nicht auf Reisen geht.

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Auch der Popsänger Cliff Richard nimmt die Winzerei ernst und macht bei der Traubenlese per Hand auch schon mal selbst mit.

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Mit dem Weinbauexperten Richard Beverstock hat er vor zwei Jahren ein Weingut gekauft – in Portugal mit 27 Hektar. Seine Weine wurden bereits preisgekrönt auf der International Wine Challenge in London. Insgesamt füllt das Duo allein dieses Jahr 110.000 Flaschen ab.

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Diese drei gehören zu den berühmtesten Künstlern mit dem Hobby Weinbau. Doch sie scheinen nur die Spitze des Eisbergs zu sein: Die Filmschauspieler Pierre Richard und Jean-Louis Trintignant haben ebenso Weingüter in Frankreich wie Christopher Lambert (Foto). Adriano Celentano winzert am Comer See in Italien.

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US-Regisseur Francis Coppola kaufte bereits 1978 im Napa Valley, um – wie er sagte – den besten Wein Kaliforniens im Bordeaux-Stil herzustellen.

Die wichtigsten Abnehmer – nach Volumen – sind Großbritannien, die USA, Kanada, China und Deutschland; die USA schlagen Großbritannien indes wertmäßig. Laut der staatlichen Weinagentur Wine Australia werden weltweit fast 30 Millionen Gläser australischen Weins pro Tag getrunken.

Ob Treasury Wine Estate in den Händen einer Investmentgesellschaft überleben würde, hielten ohnehin viele viele für fraglich. Darunter auch Tony D'Aloisio, ehemals Chef der Australischen Börsenaufsicht ASIC und heutige Besitzer des kleinen Oakridge Gutes im Yarra Valley. „Weingüter brauchen langfristiges Kapital“, sagt er, „Kapital, das zur Not auch 15 oder 20 Jahre auf Ergebnisse warten kann“. Dafür sei KKR oder auch TPG jedoch nicht bekannt. 

  • rtr
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