Börsengang Luxusmode-Onlinehändler Farfetch entzückt die Aktionäre

Gleich zweimal hatte der Onlinehändler für Luxusmode vor dem Börsengang seinen Ausgabepreis erhöht. Farfetch profitiert vor allem von der chinesischen Kundschaft.
Kommentieren
Infolge der Listung an der New York Stock Exchange (NYSE) will das Unternehmen fast eine Milliarde Dollar einnehmen. Quelle: Reuters
Farfetch

Infolge der Listung an der New York Stock Exchange (NYSE) will das Unternehmen fast eine Milliarde Dollar einnehmen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfEine Handtasche von Hermès, ein Kleid von Chanel oder ein paar Schuhe von Jimmy Choo? Wer solche Luxusmode sucht, wird auf der feinen Maximilianstraße in München oder der berühmten Königsallee in Düsseldorf fündig.

Doch je jünger die Kunden sind, desto weniger Lust haben sie, auf den Luxusboulevards zu shoppen. Sie wollen ihre teuren Lieblingsstücke lieber im Internet kaufen. Von diesem Trend will das britische Online-Startup Farfetch profitieren. An diesem Freitag geht es in New York an die Börse.

Das Interesse an der Plattform für Luxusmode ist groß. Farfetch hatte die Preisspanne für seine Aktien erst von 15 bis 17 Dollar auf 17 bis 19 Dollar angehoben und dann kurz vor dem Börsenstart noch ein weiteres Mal auf 20 Dollar gesteigert. Damit steigt der Marktwert von Farfetch auf über 5,8 Milliarden Dollar. Durch die angehobene Preisspanne erhöht sich auch der erwartete Erlös durch die Titel, die Farfetch gleich veräußern will, auf 885 Millionen Dollar (etwa 751 Millionen Euro).

Die künftigen Aktionäre hoffen, dass der Trend zum Online-Geschäft im Luxusmarkt anhält. Noch ist der Anteil am gesamten Markt für persönlichen Luxus allgemein mit neun Prozent klein. Aber José Neves, der portugiesische Gründer und CEO des britischen Unternehmens, erwartet, dass der Anteil in den nächsten Jahren auf ein Drittel steigt.

Das ist viel. Denn der allgemeine Luxusmarkt wird nach Prognosen der Unternehmensberatung Bain & Co sowie des italienischen Luxusverbandes Altagamma von 307 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf rund 446 Milliarden Dollar im Jahr 2025 wachsen.

Das immer mehr feine Lederwaren, Luxuskleider oder teure Uhren im Internet gekauft werden, liegt vor allem an den jungen Kunden. „Es sind die Luxusmarken erfolgreich, die auf die Generation Y und Z setzen und deshalb stärker in das Online- und Accessoire-Geschäft investieren“, bestätigt Serge Hoffmann, Luxusexperte von Bain, den Trend.

Wachstumstreiber China

Vor allem „chinesische Kunden treiben das Wachstum im eigenen Land dramatisch an“, beobachtet Hoffmann. Und auch in Europa und den USA seien die Chinesen die wichtigsten Kunden. Junge Käufer aus dem Riesenland sorgen dafür, dass der weltweite Luxusmarkt in diesem Jahr erstmals wieder deutlich wächst – um sechs bis acht Prozent auf 276 bis 281 Milliarden Euro.

Farfetch gehört inzwischen zu den größten Online-Plattformen für Luxusmode. Zu seinen Konkurrenten zählt das Münchener Unternehmen My-theresa.com, das seit 2014 zur US-amerikanischen Neiman Marcus Group (Muttergesellschaft der Luxuskaufhauskette „Neiman Marcus“) gehört, sowie Net-a-porter, die inzwischen als Yoox Net-a-Porter Teil des Schweizer Luxuskonzerns Richemont ist.

Es gibt nur noch wenige solcher Onlineshops, die unabhängig von Großkonzernen sind. Dazu gehört das Familienunternehmen Luisaviaroma aus Italien, das aus einer Boutique in der gleichnamigen Straße in Florenz entstanden ist.

Die Verkaufskonzepte der einzelnen Plattformen sind sehr unterschiedlich. Während Yoox Net-a-Porter seine Ware aus eigenen Lagern verschickt, übernimmt das 2007 im Londoner Szene-Viertel Shoreditch gegründete Unternehmen Farfetch mit seinem Marktplatz nur eine Vermittlerrolle. So bieten die Briten den Luxusboutiquen und Modefirmen eine Plattform, um ihre Produkte an die zuletzt über 900.000 aktiven Nutzer zu verkaufen und kassieren dafür bei jedem Verkauf eine Provision.

Ob das Geschäftsmodell erfolgreich bleibt, werden die Neu-Aktionäre, die zum Börsengang eingestiegen sind, in den nächsten Monaten erfahren.

Startseite

Mehr zu: Börsengang - Luxusmode-Onlinehändler Farfetch entzückt die Aktionäre

0 Kommentare zu "Börsengang: Luxusmode-Onlinehändler Farfetch entzückt die Aktionäre"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%