Börsengang-Pläne Blackstone versetzt Finanzbranche in Aufruhr

Der „König“ der privaten Finanzinvestoren will offenbar an die Börse. Nach Berichten von US-Medien bereitet die amerikanische Private-Equity-Firma Blackstone ihren Börsengang vor. Der Schritt hätte Signalwirkung für die gesamte Branche.

NEW YORK. Das bislang als Partnerschaft geführte Unternehmen will demnach zehn Prozent seiner Anteile an Investoren verkaufen. Mit einem verwalteten Vermögen von etwa 55 Mrd. Dollar gehört Blackstone zu den größten privaten Finanzinvestoren der Welt. Der Marktwert des Unternehmens wird auf bis zu 40 Mrd. Dollar geschätzt. Goldman Sachs und Citigroup sollen angeblich die Neuemission begleiten. Blackstone lehnte eine Stellungnahme ab.

Ein Börsengang der von Stephen Schwarzman geführten Firma hätte Signalwirkung für die gesamte Branche und könnte auch andere Finanzinvestoren wie Kohlberg Kravis Robert & Co (KKR) oder Carlyle auf das Börsenparkett locken. Auslöser für diesen Trend ist die erfolgreiche Neuemission von Fortress. Die private Finanzgruppe hatte im vergangenen Monat Aktien im Wert von knapp 650 Mill. Dollar platziert. Der Kurs stieg am ersten Handelstag um 68 Prozent, ist seitdem jedoch wieder gesunken. „Der Erfolg von Fortress zeigt, dass ein Börsengang von Blackstone sehr gut vom Markt aufgenommen werden würde“, sagte Richard Petersen vom Finanzinformations-dienst Thomson Financial.

Bislang konnten nur Großinvestoren am Private-Equity-Boom teilhaben. Eine Börsennotierung von Blackstone würde allen Anlegern die Möglichkeit geben, sich direkt an dem Finanzinvestor zu beteiligen. Die Investoren würden nicht nur von den Investmenterträgen profitieren, sondern auch von den Gebühreneinnahmen. Buyout-Firmen verlangen von ihren Investoren meist 1,5 Prozent für das Anlagemanagement und fordern von den aufgekauften Unternehmen wei-tere Management-Gebühren. Wenn die Firmen verkauft werden, kassieren sie 20 Prozent von den Gewinnen.

Allein 2006 gaben die Firmenjäger weltweit mehr als 660 Mrd. Dollar für den Kauf von Unternehmen aus. Sie verfügen heute über Finanzmittel von mehr als 400 Mrd. Dollar, die sich durch billige Kredite auf ein Vielfaches multiplizieren lassen. Allerdings scheint der Boom sich seinem Ende zuzuneigen. So hat Carlyle-Gründer Bill Conway seine Mitarbeiter in einem internen Schreiben bereits auf härtere Zeiten vorbereitet. Beobachter werten die Börsenpläne von Blackstone deshalb als Indiz für eine Trendwende und als Versuch, dem Abschwung in der Branche zuvor zu kommen.

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