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Brauerei Grupo Modelo Pandemie sorgt für Braustopp von Corona-Bier in Mexiko

Die Produktion des Biers wird wegen der Coronakrise nach Belgien verlegt. Für den Chef des mexikanischen Braukonzerns ist das besonders bitter.
05.04.2020 - 16:07 Uhr Kommentieren
Die mexikanische Biermarke erlitt einen enormen Imageschaden. Quelle: AFP
Corona-Bierflaschen

Die mexikanische Biermarke erlitt einen enormen Imageschaden.

(Foto: AFP)

Mexiko-Stadt Es ist gerade einmal zwölf Monate her, da feierte Cassiano De Stefano die Einweihung einer neuen hochmodernen Brauerei im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. Eine Fertigung mit neuester Technologie und einem speziellen Labor, um Proteine und Schwebstoffe in den Bieren zu messen. Bis zu 24 Millionen Hektoliter werde die Fabrik brauen können, schwärmte der Chef der Brauerei Grupo Modelo damals.

Zu dieser Zeit stand der Brasilianer seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze des wichtigsten mexikanischen Braukonzerns. Und er war genauso wie seine Firma auf Erfolg und Wachstum ausgerichtet. Schließlich verkaufte sich das beste Produkt der breiten Palette rund um den Globus immer besser – Corona.

Doch seitdem hat sich viel verändert. Ein neuartiges Virus mit dem gleichen Namen wie De Stefanos Bier breitet sich rasant auf der ganzen Welt aus. Seit Sonntag wird nun weder in der neuen Fabrik in Hidalgo noch an den anderen sieben Produktionsstandorten von Grupo Modelo in Mexiko weiterhin Corona-Bier gebraut. Die Regierung stufte den Betrieb der Brauerei nicht als unerlässlich ein, wie der Konzern mitteilte.

Von hundert auf null – die erfolgreiche Brauerei, die seit 2013 ganz dem Großkonzern Anheuser-Busch InBev gehört, trifft die Pandemie hart. Doch in Zeiten einer globalen Massenerkrankung ist es sehr schwer, ein Massenprodukt zu verkaufen, das den Namen eines Virus trägt, mit dem sich weltweit bereits jetzt mehr als eine Million Menschen infiziert haben.

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    Das weiß auch Brauerei-Chef De Stefano. Google-Suchen, die die Wörter Corona, Bier und Virus miteinander verbanden, stiegen bereits seit Januar exponentiell an. Spots und Witzeleien mit der Biermarke in den sozialen Netzwerken sind seitdem an der Tagesordnung. Es gibt einen massiven Imageschaden.

    Der Manager hat nahezu seine gesamte Laufbahn bei AB InBev verbracht. Quelle: Grupo Modelo
    Cassiano De Stefano

    Der Manager hat nahezu seine gesamte Laufbahn bei AB InBev verbracht.

    (Foto: Grupo Modelo)

    Verstörend wirkte dabei, dass Corona selbst in den USA noch Anfang März eine Werbekampagne für neue Produkte startete und dafür unter anderem den Rapper Snoop Dog gewann. Das Motto: „La Vida más Fina“, zu Deutsch: „Das feinste Leben“. Darin wurde auch die „die unmittelbare Ankunft“ des neuen „Corona-Produkts“ beworben.

    Die Coronakrise ist dabei besonders bitter für den aufstrebenden CEO von Grupo Modelo, der die Geschäfte in Mexiko nun seit Januar 2018 führt. Denn De Stefano macht seine Sache recht erfolgreich, Corona, der Star im Portfolio von Modelo, verkaufte sich weltweit bisher hervorragend, gehörte zu den weltweit absatzstärksten Bieren.

    In 180 Länder wird Corona exportiert. Keine andere Marke von Anheuser-Busch InBev konnte da zuletzt mithalten. Nun wird das Bier zunächst nur noch beim Mutterkonzern in Belgien gebraut.

    De Stefano, der aus dem brasilianischen Santos stammt und die besten Business-Schools der USA durchlaufen hat, ist seit gut 20 Jahren bei AB InBev beschäftigt. Fast seine gesamte Karriere verbrachte er in dem Unternehmen in Brasilien, unterbrochen von einem zweijährigen Intermezzo in Russland. Dann ging es für ihn nach Mexiko.

    Mehr: Bierbrauer befürchten eine Pleitewelle durch die Coronakrise

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