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Brauereien Chinesen drücken globalen Bierkonsum

Noch nie ist der weltweite Bierausstoß so stark gesunken. Trotzdem wächst der Bedarf an Hopfen, denn Craft Beer wird populärer.
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Nach zehn Jahren des Bier-Booms schwächelt der chinesische Markt des kalten Hopfengetränks. Quelle: dpa
InBev-Brauerei in China

Nach zehn Jahren des Bier-Booms schwächelt der chinesische Markt des kalten Hopfengetränks.

(Foto: dpa)

Im fünften Jahr in Folge ist die globale Bierproduktion gesunken – doch noch nie so stark wie 2018. Der Ausstoß verringerte sich auf 1,9 Milliarden Hektoliter. Damit wurden fast 38 Millionen Hektoliter weniger gebraut als im Vorjahr. Das geht aus dem Bericht des weltführenden Hopfenhändlers, der Nürnberger Barth-Haas Gruppe, hervor.

Verantwortlich für den globalen Rückgang ist vor allem der sinkende Bierdurst der Chinesen. Im Reich der Mitte wurden 59 Hektoliter weniger gebraut als ein Jahr zuvor: statt 440 Millionen nur noch 381 Millionen Hektoliter. Die meisten anderen Regionen legten dagegen zu.

„Der chinesische Biermarkt ist in den vergangenen zehn Jahren durch die Decke gegangen, jetzt beginnt er zu schwächeln“, konstatiert Niklas Other, Chefredakteur des Fachblatts „Inside-Getränke“. In China herrsche zudem ein starker Wettbewerb, der über den Preis ausgefochten werde. Günstige heimische Marken lagen dabei lange im Trend.

China Resources Snow Breweries ist inzwischen mit 121 Millionen Hektolitern der drittgrößte Bierbrauer der Welt - nach Anheuser-Busch Inbev (567 Millionen Hektoliter) und Heineken (233 Millionen Hektoliter). Das weckte Begehrlichkeiten bei den internationalen Braukonzernen: Heineken kaufte 40 Prozent der Anteile des chinesischen Brauers Snow.

Doch auch die großen Brauer haben es in China nicht mehr so leicht. Sie bekommen zunehmend Konkurrenz von kleinen Craft Beer-Marken, die besonders in den Großstädten in Mode sind. Der sinkende Bierdurst der Chinesen war sicher auch ein Motiv, warum der weltgrößte Braukonzern der Welt AB Inbev den geplanten Börsengang seiner Tochter Budweiser Asien kürzlich auf Eis gelegt hat. Begründet hat AB Inbev den überraschenden Rückzug mit den „vorherrschenden Marktbedingungen.“

Weniger Bier, aber mehr Hopfen

„China fehlt dem Weltbiermarkt als Wachstumsmotor“, resümiert Other. Das Reich der Mitte ist für deutsche Brauereien nach Italien der zweitwichtigste Absatzmarkt im Ausland. Brauer wie Oettinger, Bitburger und Paulaner exportieren dorthin.

Die einzelnen Biermärkte entwickelten sich weltweit sehr unterschiedlich: 85 der 171 bierbrauenden Nationen legten zu, allen voran Russland, Mexiko oder die Philippinen. In 34 Ländern war die Produktion rückläufig. China bleibt trotz des Minus die weltgrößte Bierbraunation vor den USA, Brasilien, Mexiko und Deutschland. „Diese fünf Länder stehen für die Hälfte der weltweit hergestellten Biermenge“, heißt es im Barth-Bericht.

Hierzulande stieg 2018 der Bierausstoß dank Grillwetter und der Fußball-WM in Russland auf 93,6 Millionen Hektolitern. Der langfristige Trend geht jedoch nach unten: Im ersten Halbjahr 2019 sank der Bierausstoß wieder, wie erste Marktschätzungen zeigen.

Deutschland ist nicht nur eine traditionsreiche Bierbrauer-, sondern auch eine Hopfenanbaunation. Die Bundesrepublik und die USA dominierten mit insgesamt 72 Prozent Marktanteil an der Hopfenanbaufläche den Weltmarkt noch stärker als bisher. Der sogenannte Alphabedarf an Hopfen für das Braujahr 2019 dürfte auf Rekordniveau steigen, erwartet die Barth-Haas Gruppe.

Dies sei umso erstaunlicher, als der Weltbierausstoß sich seit dem Braujahr 2014 rückläufig entwickelt habe. In den vier Jahren gingen 67 Millionen Hektoliter Jahresverbrauch verloren. Trotz weniger Bier benötigen die Brauer aber mehr Hopfen: Mainstream-Biere mit wenig Hopfenanteil verlieren nämlich ihre Marktanteile an stark gehopfte Sorten – vor allem Craft Beer.

Mehr: Der weltgrößte Bierbrauer AB Inbev hat im zweiten Quartal sehr gute Geschäfte gemacht. Das starke Wachstum soll sich auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen.

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