Braufactum-Braumeister Rauschmann „Wir wollten unbedingt die ersten sein“

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„Wenn etwas klein ist, ist es nicht automatisch gut“

Warum stellen nicht mehr Hopfenbauern in Deutschland ihre Produktion um?

Wenn man die falsche Kartoffelsorte angepflanzt hat, kann man diesen Fehler im nächsten Jahr wieder korrigieren. Beim Hopfen ist die Investition höher. Im ersten Jahr ernten sie nach einer Umstellung gar nichts. Und sie müssen zehn Jahre ernten, damit sich die Investition auch auszahlt. Da macht man nicht jeden Trend mit und braucht langfristige Verträge.

Schränkt das nicht Ihre Kreativität als Brauer ein?

Wir als Brauer müssen uns frühzeitig Gedanken machen. Darum suchen wir den engen Kontakt zu den Hopfenbauern. Ich verbringe mehrere Wochen im Jahr in der Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt. Das kann man nicht vom Schreibtisch machen. Wenn man da am Ball ist und die Leute kennt, weiß man, was man bekommen kann und was nicht.

Einige Craftbeer-Brauer in den USA sind in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Wie groß kann Braufactum werden?

Man kann Craft Bier sicher nicht explosiv wachsen lassen, denn man ist immer auf die Qualität der Rohstoffe und die Nachfrage angewiesen. Das muss sich auch in Deutschland langsam entwickeln.

Wir brauchen kein kurzes Flackern, sondern wollen das aus der Basis heraus aufbauen. Das ist keine Frage der Größe, sondern der Philosophie. Die Brauereien, die in den USA groß geworden sind, haben dabei viel richtig gemacht. Wenn etwas klein ist, ist es nicht automatisch deshalb gut. Es kommt immer auf die Qualität und die Philosophie an.

Wie wollen Sie denn die Deutschen für Craftbeer begeistern?

Wir versuchen, das Biertrinken zum Erlebnis zu machen. Wir bieten Degustationsabende mit Essen an, bei denen wir die Aromen erklären. Dabei verwenden wir Aromenbilder, die man beispielsweise vom Wein kennt. Man muss mehr erklären, aber das ist ja auch das Schöne. 

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