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Brexit-Folgen Der Handel mit Großbritannien bricht ein

Firmen auf dem europäischen Kontinent kappen ihre Verbindungen zur britischen Insel. An einen Austrittsvertrag zum 31. Oktober glauben offenbar nur wenige.
03.05.2019 - 13:28 Uhr Kommentieren
Autos des Herstellers Honda auf einem Parkplatz am Hafen vor der Verladung für den Export. Quelle: dpa
Großbritannien, Southampton

Autos des Herstellers Honda auf einem Parkplatz am Hafen vor der Verladung für den Export.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die ersten Vertragskündigungen kassierten britische Zulieferer schon kurz nach dem Brexit-Votum im Juni 2016. „Aus Furcht vor Zollkontrollen verlegte ein Automobilzulieferer wenige Tage nach dem Referendum seine Beschaffung von Großbritannien nach Ungarn“, erzählt ein Spediteur aus Aschaffenburg. „Damit waren wir unseren Transportjob los.“

Inzwischen ist aus solchen Einzelfällen eine Massenbewegung geworden. Allein 2018, so ermittelte jetzt der Zolldienstleister AEB gemeinsam mit der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, sanken die deutschen Exporte nach Großbritannien um 11,4 Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen. Mehr noch traf es Deutschlands Importe aus dem Vereinigten Königreich. Mit 14,7 Millionen Tonnen lagen sie 15,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

In Tonnen gerechnet führten die Briten im vergangenen Jahr 12,1 Prozent weniger Autos aus Deutschland ein. In der Gegenrichtung ging der Handel um 11,4 Prozent zurück. Auch der Export deutscher Lebensmittel auf die Insel verringerte sich um knapp fünf Prozent, bei chemischen Produkten schrumpfte er um vier.

Im Gegenzug orderten deutsche Firmen elf Prozent weniger Chemieprodukte in Großbritannien. Die stärksten Einbrüche gab es bei Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas.

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    „Großbritannien spürt schon jetzt die Folgen der Brexit-Entscheidung, ohne dass der Brexit umgesetzt wurde“, sagt Christian Kille vom Würzburger Uni-Institut für angewandte Logistik (IAL). Dabei ist es nach wie vor ungewiss, ob es überhaupt dazu kommt.

    Eine Einigung zwischen London und Brüssel über die Austrittsformalitäten wurde Anfang April bis zum 31. Oktober vertagt. Schon jetzt halten es Beobachter in Brüssel für denkbar, dass die Verhandlungen danach in eine weitere Verlängerung gehen könnten.

    Das Risiko, am Ende von den Ergebnissen kalt überrascht zu werden, gehen aber offenbar immer weniger Firmen ein. „Unternehmen können sich nicht leisten, auf den Ausgang des Brexit-Pokers zu warten“, glaubt AEB-Zollexperte Ulrich Lison. „Sie haben ihre Entscheidungen bereits getroffen und gehandelt.“

    In anderen Branchen steht der große Knall wohl noch bevor. „Insbesondere in der preissensiblen Lebensmittelbranche werden Zölle zu merklichen Veränderungen führen“, warnt Lison. Zudem verdeckten Hamsterkäufe im ersten Quartal 2019, wie deutlich die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der restlichen EU inzwischen zerrüttet sind.

    In den ersten Monaten des Jahres hatte das Transportmarktbarometer der Frachtenbörse Timocom einen massiven Anstieg von Transporten in beide Richtungen beobachtet. Vor dem damals zunächst geplanten Austrittsdatum, dem 29. März, hatten zahlreiche Unternehmen vorsichtshalber ihre Lagerbestände hochgefahren.

    Wie stark sich Großbritannien vom europäischen Handel abkoppelt, zeigen die Vergleichszahlen mit anderen EU-Staaten. Zwischen 2015 bis 2018 stiegen die deutschen Ausfuhren dorthin um zwölf Prozent, die Einfuhren sogar um 15 Prozent.

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