Briten verkaufen US-Geschäft für 2,5 Mrd. Dollar - Aktie knickt nach Gewinnwarnung ein Sainsbury verabschiedet sich aus dem US-Einzelhandel

Den Start hat sich Justin King sicher etwas anders vorgestellt: Der neue Chef der drittgrößten britischen Supermarktkette Sainsbury muss heute seinen Job in der Londoner Firmenzentrale als Krisenmanager antreten.
  • Andreas Hoffbauer (Handelsblatt)

LONDON. Denn am Freitag hat der Konzern die Investoren mit einer Gewinnwarnung geschockt. Als Befreiungsschlag verkündete der Einzelhandelsriese zugleich, dass Sainsbury seine US-Kette Shaw’s and Star Markets für 2,5 Mrd. $ an die US-amerikanische Albertson-Gruppe verkauft.

Damit verabschiedet sich Sainbury komplett aus den USA. Der größte Teil des Verkaufserlöses soll in den britischen Markt investiert werden, wo Sainsbury seit Jahren einer der Verlierer ist. Der Kurs der Aktie brach zum Wochenausklang in London zunächst um 10 % ein, erholte sich dann wieder etwas.

Die gesamte Strategie des 135 Jahre alten Unternehmens wird nun überprüft, heißt es. Noch Mitte der neunziger Jahre war Sainsbury der größte Lebensmittelhändler der Insel. Vor allem seit dem Einstieg des US-Riesen Wal-Mart mit dem Kauf von Asda im Jahr 1999 liefert sich die Branche aber wahre Gefechte um die Kunden. Neben der Safeway-Kette, die vor kurzem vom nordenglischen Händler WM Morrison übernommen wurde, geriet dabei Sainsbury unter Druck.

Trotz Werbung mit Starkoch Jamie Oliver haftet dem Anbieter ein arrogantes und überteuertes Image an. Erst vor einigen Monaten musste Sainsbury mit seinem Marktanteil von 16,4 % auch Platz zwei hinter Tesco (27,5 %) an die Asda-Gruppe (17 %) abgeben – und wird schon vom neuen Rivalen WM Morrison (15 %) bedrängt.

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