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Britischer Billigflieger Easyjet will den Platz von Air Berlin als Hauptstadt-Airline einnehmen

Zum Sommerflugplan fliegt der Billigflieger Easyjet über 100 Strecken ab Berlin. Die Passagierzahlen sollen um 60 Prozent steigen.
27.03.2018 Update: 27.03.2018 - 16:49 Uhr Kommentieren

Easyjet in Berlin: „Wir wollen bald 5,6 Millionen Passagiere befördern“

Berlin Schon bei der Anfahrt mit dem Bus oder dem Auto zum Flughafen Berlin Tegel wird deutlich, wer hier die neue Nummer eins ist: An einer Brücke prangt ein großes Flugzeug-Leitwerk in den orange-weißen Farben von Easyjet. „Nah endlich – Jetzt auch in Tegel“ steht darunter.

Der britische Billiganbieter mischt den Berliner und deutschen Markt auf. Die Airline hat die Insolvenz von Air Berlin genutzt, die Präsenz in Deutschland auszubauen. Sie übernahm große Teile des Berliner Geschäfts von Air Berlin, darunter 25 Jets, und ist dabei, bis zu 1 000 Mitarbeiter von Air Berlin zu integrieren.

So überrascht es nicht, dass die mit dem Berliner Bären bemalte Sondermaschine, mit der Johan Lundgren, seit dem 1.  Dezember vergangenen Jahres Chef von Easyjet, am Dienstagmittag in Berlin anreiste, von der Flughafenfeuerwehr mit einer Wasserfontäne begrüßt wurde. „Wir geben hier heute das größte Sommerflugprogramm in unserer Geschichte bekannt. Unser Ziel ist es, die Home-Airline von Berlin zu werden“, sagte Lundgren nach der Landung.

Welche Airlines es mit Ryanair aufnehmen könnten
Platz 10: Flybe
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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt informiert im „Low Cost Monitor“ zweimal jährlich über die aktuellen Entwicklungen im Billig-Segment der Flugbranche. Das ist insofern wichtig, als die Billigflieger inzwischen monatlich Hunderttausende, manche sogar eine siebenstellige Anzahl an Passagieren befördern. So bot die britische Fluggesellschaft Flybe allein im vergangenen Juli 315.113 Sitze an. Im Vergleich mit den sonstigen Angeboten in Europa reicht das aber gerade so für Rang 10.

Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2017

(Foto: Wikipedia)
Platz 9: Aer Lingus
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Die Airline mit dem Kleeblatt ist die nationale Fluglinie Irlands und ist heute eine Tochtergesellschaft der International Airlines Group. Die Geschichte der Air Lingus reicht zurück bis ins Jahr 1936. Damals nahmen die irischen Unternehmer Sean O'Madhaigh und Thomas J. Flynn rund 100.000 Pfund Sterling in die Hand und gründete die „Aer Lingus Teoranta“. Der Flugbetrieb wurde mit einer de Havilland Dragon aufgenommen, die Platz für sechs Personen bot. 81 Jahre später stellen die Iren innerhalb eines Monats ein Sitzplatzkontingent von 328.946.

(Foto: Reuters)
Platz 8: Jet2
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Erst seit 2003 sind Flieger der britischen Jet2 im Luftverkehr zu erspähen. Flugziele der Airline sind außerhalb der britischen Insel hauptsächlich Urlaubsdestinationen im Mittelmeer sowie einige europäische Städte. In Deutschland werden die Düsseldorf, München und Berlin angeflogen. Im Juli 2017 konnte die junge Airline ein Kontingent von 345.414 Sitze anbieten.

(Foto: Wikipedia)
Platz 7: Transavia/Transavia France
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Die Transavia ist ein Billigflieger, der 1966 von einem Belgier und einem Schotten in den Niederlanden gegründet wurde. Die KLM Royal Dutch Airlines erwarb 1991 rund 80 Prozent der Anteile an der Fluglinie. Zwölf Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nur ein Jahr später kam dann allerdings der Zusammenschluss von KLM und Air France, weshalb Transavia heute eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM ist. Im Jahr 2007 wurde mit der Transavia France eine weitere Tochter gegründet, die sich vom niederländischen Flieger aufgrund derselben Bemalung kaum unterscheiden lässt. Zusammengenommen kommen die beiden Töchter im vergangenen Juli auf 359.149 Sitze.

(Foto: Wikipedia)
Platz 6: Wizz Air
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Die einzige osteuropäische Fluglinie in diesem Ranking hat ihren Sitz in Ungarn. Erst seit 2004 unterwegs, ist der Billigflieger mit derzeit 28 Basen die bedeutendste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Das gesetzte Ziel, wie Ryan vor allem Flughäfen in der Nähe von europäischen Großstädten anzufliegen, ging voll auf. Im Juli 2017 lag die Kapazität bei 661.080 Passagieren.

(Foto: Reuters)
Platz 5: Eurowings/Germanwings
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Im Jahr 1993 entstand die „Eurowings Luftverkehrs AG“ ursprünglich aus dem Zusammenschluss der Nürnberger Flugdienst (NFD) und der Reise- und Industrieflug (RFG). Der Dortmunder Unternehmer Albrecht Knauf hielt zunächst 98,2 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2001 stieg die Lufthansa zunächst mit einem Anteil von 24,9 Prozent ein. Zehn Jahre später erfolgte die komplette Übernahme. Seit 2002 firmiert ein Billigflieger der damaligen Eurowings AG unter dem Namen Germanwings. Dieser wurde schon 2009 vollständig an die Kranich-Airline verkauft. Heute sind die beiden Wings-Flieger weiter eng miteinander verknüpft und kamen im vergangenen Juli zusammen 662.473 Sitzplätze.

(Foto: dpa)
Platz 4: Norwegian Air
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Auch in Skandinavien findet sich mit der Norwegian ein erfolgreicher Billigflieger. Im Jahr 1993 als norwegischer Regionalflieger gestartet, wurde die Gesellschaft neun Jahre später auf das Billigflug-Konzept umstrukturiert und hat seither das europäische Geschäft kontinuierlich ausgebaut. Vor drei Jahren wurde in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet. Durch die Standortwahl bekam die Linie Verkehrsrechte der EU, wodurch man Zugriff auf das Open-Skies-Abkommen erhielt, was wiederum die Durchführung von Flügen in die USA ermöglicht. Der Schritt war auch aufgrund eines Rekrutierungsbüros in Singapur, um thailändisches Bordpersonal anzuwerben, nicht unumstritten. Das Konzept der Norweger geht dennoch auf: Im Juli konnten sie ein Kontingent von 775.828 Sitzplätzen stellen.

(Foto: Reuters)

Es ist für die Airline ein großes Investment. Für die Übernahme der Air-Berlin-Teile waren 40 Millionen Euro fällig. „Hinzu kommen Aufwendungen von 100 Millionen Euro für die Transformation der übernommenen Teile und die Kosten für das vorübergehende Anmieten von Jets und Crews“, sagte Lundgren. Im laufenden Geschäftsjahr werde der Flugbetrieb in Berlin deshalb Verluste schreiben, danach aber in die schwarzen Zahlen kommen.

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    Easyjet ist in Berlin kein Unbekannter. Die britische Airline fliegt schon länger in Schönefeld. Mit dem Air-Berlin-Deal ist das Unternehmen aber nun auch in Berlin Tegel präsent. Zurzeit fliegen dort 18 Flugzeuge für die Airline.

    Weil noch nicht alle ehemaligen Air-Berlin-Jets umgewidmet sowie die Crews geschult sind, sind zwölf davon bei anderen Airlines samt Besatzung angemietet. Bis spätestens November sollen dann alle eigenen 25 Flugzeuge in Tegel abheben.

    Addiert man die zwölf in Schönefeld stationierten Jets, ist Berlin für die Airline nach London Gatwick nun die größte Basis. Zudem ist Easyjet jetzt im Berliner Luftverkehrsmarkt die klare Nummer eins und will in der deutschen Hauptstadt künftig 18 Millionen Fluggäste pro Jahr befördern. Das sind fast so viele, wie Easyjet im zurückliegenden Quartal europaweit begrüßen konnte. Mit dem Zukauf kann die britische Airline erstmals auch innerdeutsche Flüge anbieten.

    Die Expansion in Deutschland ist Teil einer größeren Neuausrichtung, die nicht zuletzt durch den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU forciert wurde. Easyjet ist eine britische Airline, bei einem Brexit würde sie sämtliche europäischen Verkehrsrechte verlieren. Diese sind daran gebunden, dass eine Fluggesellschaft in einem Mitgliedsland der EU ihren Sitz hat und auch mehrheitlich im Besitz europäischer Anteilseigner ist.

    Um die Verkehrsrechte zu sichern, hat Easyjet bereits im vergangenen Sommer eine Betriebszulassung, ein sogenanntes AOC, in Österreich beantragt und auch erhalten – die Easyjet Europe.

    Bis Ende des Sommers soll rund die Hälfte der fast 300 Flugzeuge umfassenden Flotte an die neue Tochtergesellschaft übertragen werden. Bisher flog die Airline etwa an allen deutschen Standorten mit Flugzeugen, die auf die britische Easyjet plc registriert sind. Die dürften nach einem Brexit aber nicht mehr an deutschen Airports abheben.

    Gleichzeitig hat Easyjet auch noch eine Tochter in der Schweiz. Zusammen mit dem österreichischen und dem britischen Flugbetrieb hat sich das Unternehmen damit zu einer paneuropäischen Airline gewandelt und steht mit einem Marktanteil von rund acht Prozent auf dem zweiten Platz der größten europäischen Billiganbieter – hinter Ryanair (rund elf Prozent).

    Mit ihrem dichten Streckennetz sowie der Präsenz auch an den großen Flughäfen spricht die Airline Privatkunden und Geschäftsreisende gleichermaßen an. So hat man beispielsweise die Flugfrequenz auf den Strecken von Tegel nach Frankfurt, München und Düsseldorf im Sommer noch mal aufgestockt – mit Blick auf die Vielreisenden. „Wir haben drei Viertel der Dax-Konzerne als Kunden“, sagte Lundgren.

    Hier unterscheidet sich Easyjet nach wie vor deutlich von Ryanair. Der irische Anbieter hat in den letzten Monaten sein Angebot für Vielflieger und Geschäftsleute zwar ausgebaut, etwa mit speziellen Dienstleistungen wie einer privilegierten Abfertigung. Doch Ryanair ist immer noch eine vorzugsweise von Ferienfluggästen genutzte Gesellschaft.

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