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Bundesnetzagentur Deutsche Post darf das Briefporto deutlich erhöhen

Die Bundesnetzagentur macht den Weg frei für höhere Preise. Der Regulierer sprechen der Post eine Erhöhung um mehr als zehn Prozent zu.
Update: 18.04.2019 - 13:06 Uhr 3 Kommentare
Bundesnetzagentur: Deutsche Post darf Briefporto deutlich erhöhen Quelle: dpa
Briefe

Das Porto für einen Standardbrief könnte sich auf bis zu 90 Cent erhöhen.

(Foto: dpa)

Berlin Verbraucher müssen sich auf ein deutlich höheres Briefporto einstellen. Der sogenannte Preiserhöhungsspielraum soll um 10,6 Prozent steigen – dies schlug die Bundesnetzagentur am Donnerstag in Bonn vor. Damit ist gemeint, dass die Gesamtmenge aller Einzelsendungen der verschiedenen Briefarten sich entsprechend verteuern kann.

Das Porto für einen Standardbrief könnte aber noch stärker steigen – Branchenkreisen zufolge ist eine Anhebung auf bis zu 90 Cent möglich, aktuell sind es 70 Cent. Dann würde sich das Porto für andere Arten – ob Maxi-Brief, Kompaktbrief oder Postkarte – gar nicht oder kaum verteuern.

Die Wettbewerber haben nun die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Die Deutsche Post kann danach ab dem 10. Mai konkrete Preise für ihre Produkte bei der Bundesnetzagentur beantragen. Dann werden die Verbraucher wissen, um wie viel sich ihre Briefe und Postkarten konkret verteuern.

„Welche Portoerhöhung die Post anstrebt, wissen wir erst, wenn sie einen konkreten Entgeltantrag stellt“, sagte auch der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Auch die Post erklärte, erst nach dem endgültigen Beschluss des Regulierers Ende Mai werde sie konkrete Briefpreise beantragen. Diese könnten dann ab dem 1. Juli gelten.

Bereits im Januar hatte die Bundesnetzagentur einen ersten „Preiserhöhungsspielraum“ vorgeschlagen, damals waren es nur 4,8 Prozent. Dies war der Post zu wenig, sie drohte indirekt mit Job-Abbau. In der Bundesregierung stieß der ehemalige Staatsmonopolist mit seinem Anliegen auf Verständnis: Das Bundeswirtschaftsministerium brachte eine Verordnungsänderung auf den Weg, woraufhin die Netzagentur neu rechnen musste und dann auf den höheren Wert kam.

Von Konkurrenten der Post kam scharfe Kritik – sie sehen den Bonner Konzern von der Bundespolitik begünstigt. Der Bund hält über die staatliche Förderbank KfW rund 20,6 Prozent der Post-Aktien.

In der SPD stößt die anstehende Erhöhung des Briefportos auf Verständnis. „Die Portoerhöhung bei der Deutschen Post ist für Verbraucher nicht angenehm, aber notwendig“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Kosten für die Deutsche Post steigen, auch weil wir uns für faire Löhne und gegen Ausbeutung der Beschäftigten einsetzen.“

Die Post müsse auch mit Preissteigerungen auf Änderungen reagieren können. Westphal mahnte aber, das Unternehmen dürfe den von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Rahmen „nicht zu einer übertriebenen Preiserhöhung ausnutzen“.

Netzagentur-Chef Homann pochte auch auf einer Verbesserung der Qualität in der Brief-Zustellung durch die Post. Die Behörde wolle kontrollieren, ob der Konzern wie angekündigt tatsächlich rund 5000 neue Mitarbeiter einsetzen werde, kündigte er an.

Während der Brief in Deutschland immer mehr durch elektronische Kommunikation wie E-Mail ersetzt wird, legt das Paketgeschäft der Post stetig zu. Viele Verbraucher bestellen ihre Waren im Internet, die Bonner liefern sie dann aus. Der Umsatz kletterte entsprechend, doch wuchsen die Kosten in der Sparte schneller als die Erlöse.

Die Sparte ist ein wichtiger Baustein für das Jahresziel 2020 der Post. Dieses sieht vor, den operativen Ertrag auf über fünf Milliarden Euro zu steigern. Mit einer deutlichen Portoerhöhung im Rücken dürfte der Bonner Konzern dem Ziel einen großen Schritt näher kommen.

An der Börse waren die Post-Aktien bei Anlegern gefragt. Die Papiere notierten mit einem Plus von rund 1,2 Prozent bei 31,06 Euro.

  • dpa
  • rtr
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3 Kommentare zu "Bundesnetzagentur: Deutsche Post darf das Briefporto deutlich erhöhen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • KLEINE LEUTE schreiben noch Brief - SIE WERDEN ABGEZOCKT.
    Da ist der komische Altmeier - ein Freund und "nach dem Mund Redner" der Merkel - auch noch dafür. Und das nur weil der Bund noch ein paar Aktien an der Deutschen Post hat.
    Ich werde KEINE BRIEFE MEHR SCHREIBEN.
    Man rechne mal die Inflation für das Briefe-Porto!

    Eine Erhöhung von 70 auf 90 Cent ist eine
    PREISERHÖHUNG VON 28 PROZENT!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mieten steigen, Nahrungsmittelpreise steigen, Porto steigt - und das alles massiv.
    Mein Vertrauen zu irgendwelchen Inflationszahlen der Regierung ist dahin. Die Regierung entscheidet irgendwie chaotisch - und erwartet, das der Wähler es schluckt!
    ARMES DEUTSCHLAND!

  • Ich wünschte mir eine Regierung, die die sozialversicherungspflichtigen Rentner ähnlich großzügig beschenken könnte. Die ärmeren werden immer mehr auf das nicht ganz abhörsichere Internet gedrängt. Was sie schützt ist allein ihr baldiges Ableben.

  • Wieder einmal muß der "kleine" Mann die Zeche bezahlen.

    Die Selbstbedienungsmentalität der staatlichen/halbstaatlichen Unternehmen ist genauso unermeßlich wie deren Mitarbeiter. (meistens Beamte)

    Wann endlich merkt der mündige Bürger etwas von dieser Abzocke.

    Für Alle, die es merken ein kleiner Trost, bald sind Wahlen. Also abstrafen.

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