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Bundesnetzagentur Porto-Erhöhung – Regulierer bremsen Post aus

Die Netzagentur untersagt der Post vorerst eine Porterhöhung und will die Sanierung des Brief-Geschäfts abwarten. Die Aktie reagiert umgehend.
Update: 31.10.2018 - 14:49 Uhr Kommentieren
Die Bundesnetzagentur bremst die Post aus, deren Aktienkurs reagierte umgehend. Quelle: dpa
Briefporto

Die Bundesnetzagentur bremst die Post aus, deren Aktienkurs reagierte umgehend.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Post muss ihre Pläne für eine Erhöhung des Briefportos in Deutschland vorerst auf Eis legen. Denn die zuständige Regulierungsbehörde, die Bundesnetzagentur, kann nach eigenen Angaben erst einmal nicht über neue Preise entscheiden. Hintergrund ist die laufende Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts des Konzerns, zu der Post-Chef Frank Appel ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht hat.

Der Regulierer will die Auswirkungen der Umbauten in seine Entscheidung einfließen lassen. Die Post hatte eigentlich auf steigende Preise ab Januar gesetzt. Der Konzern hoffe nun, dass es noch vor dem Frühjahr 2019 eine Entscheidung zum Briefporto geben werde, sagte ein Sprecher. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Post-Aktie fiel am Mittwoch um bis zu 5,3 Prozent auf 27,04 Euro. Das ist der tiefste Stand seit zwei Jahren.

Die Post hatte das Porto für das Massenprodukt Standardbrief zuletzt Anfang 2016 für drei Jahre von 62 auf 70 Cent erhöht - damals die größte Steigerung seit 1989. Aktuell wird eine Erhöhung auf bis zu 80 Cent erwartet, die voraussichtlich wieder für mehrere Jahre gelten soll. Sowohl die Bundesnetzagentur als auch Appel hatten sich für einen lange geltenden Preisschritt ausgesprochen.

Den Rahmen für teurere Briefe des ehemaligen Staatsmonopolisten muss aber die Bundesnetzagentur abstecken. Der Regulierer berücksichtigt dabei auch Inflation, Briefmengen und Kostenentwicklung bei der Deutschen Post. Der Konzern hatte im April und Mai Unterlagen mit entsprechenden Daten bei der Behörde eingereicht. Doch dann verkündete Appel im Juni eine Gewinnwarnung für das Brief- und Paketgeschäft.

Gegen die sinkenden Erträge will der Konzern mit „effizienzsteigernden Maßnahmen“ vorgehen, notierte auch die Bundesnetzagentur - und darüber brauche die Behörde neue Zahlen. Die Post „war bislang nicht im Stande, die vorgesehenen neuen Maßnahmen und Kosteneffekte hinreichend substantiiert zu belegen“, kritisierte die Behörde. Deshalb werde die Entscheidung bis voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 ausgesetzt.

Mit weniger Porto muss die Post wohl nicht rechnen: „Die bisherigen Erkenntnisse (..) lassen erkennen, dass Entgeltabsenkungen eher unwahrscheinlich sind“, erklärte die Bundesnetzagentur.

Daniel Roeska von Bernstein Research fürchtet nicht, dass die Post grundsätzlich um eine Portoerhöhung und deren Erlöse bangen muss. Der Regulierungsbehörde sei bewusst, dass eine Verzögerung der Genehmigung die Erlöse der Post belasten würde. Deshalb sei die Behörde bereit dazu, das Niveau der Preiserhöhung so anzupassen, dass die Post diesen Verlust ausgleichen könne, schreibt er in einer ersten Einschätzung.

Dennoch sieht er auf Seiten der Post Klärungsbedarf. Die Mitteilung der Bundesnetzagentur erhöhe die Unsicherheit rund um den geplanten Umbau der Briefsparte des Unternehmens sowie den geplanten Produktivitätszielen. „Hier ist mehr Klarheit notwendig“, so Roeska.

Das Briefgeschäft der Post in Deutschland leidet unter sinkenden Sendungsmengen, der Brief wird immer mehr durch elektronische Kommunikation wie die E-Mail ersetzt. Rasantes Wachstum registriert der Konzern dagegen beim Paket - die Verbraucher bestellen ihre Waren im Internet, die Post liefert sie dann aus. Der Umsatz kletterte entsprechend, doch wuchsen die Kosten schneller als die Erlöse.

Appel will nun das Steuer herumreißen und die Kosten drücken - die Sparte ist ein wichtiger Baustein für sein Jahresziel 2020, das vorsieht, den operativen Ertrag auf über fünf Milliarden Euro zu steigern. Rund 1,7 Milliarden Euro davon soll aus dem Brief- und Paketgeschäft kommen.

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