Burger King startet Lieferservice Burger auf Rädern

Ein Lieferservice soll Burger King in der Gunst der Kunden wieder nach vorn bringen. Die krisengebeutelten Amerikaner wollen damit in Deutschland sogar Marktführer werden. Doch noch machen nicht alle Filialen mit.
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Der Fastfoodriese bringt die Burger künftig auch an die Haustür. Quelle: dpa
Burger King

Der Fastfoodriese bringt die Burger künftig auch an die Haustür.

(Foto: dpa)

HamburgDie Fastfood-Kette Burger King will einen bundesweiten Lieferdienst anbieten. Das kündigte Deutschland-Chef Andreas Bork am Montag an. Erste Tests hätten gezeigt, dass ein solcher Service gut angenommen werde.

Burger King hat dabei einige Vorbilder. In den USA liefern die großen Imbiss-Ketten in den Metropolen bereits schon seit Jahren aus. Der derzeitige Burger-Boom in Deutschland hat auch einige lokale Bringdienste hervorgebracht. Bislang allerdings konnten Marktführer McDonald‘s und der ewige Rivale Burger King davon nicht profitieren. Laut einer Studie der Fachzeitschrift „Food Service“ verloren im Jahr 2014 erstmals in Deutschland beide Ketten zugleich an Umsatz. Burger King litt dabei besonders unter einem Hygiene-Skandal, ausgelöst durch Recherchen der RTL-Sendung „Team Wallraff“.

Zehn dicke Fast-Food-Flops
Omelettburger
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Enormous Omelet Sandwich

Fett, fetter, Omelette-Sandwich: Dieses arterienverstopfende „Frühstückchen“, das Burger King 2005 auf den US-Markt brachte, hatte so viel Kalorien, Fett und Cholesterin zwischen seinen labberigen Brötchenhälften, dass es heftig kritisiert und schließlich größtenteils vom Markt genommen wurde – in einzelnen Restaurants findet man es aber noch hin und wieder.

Foto: Justin Baeder, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

McPizza
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Pizza von McDonald's

Pizza liebt jeder – aber nicht von McDonald's. Die Fast-Food-Kette hat seit den Siebzigerjahren immer mal wieder versucht, Pizza in ihrem Angebot in verschiedenen Ländern der Welt zu etablieren – mit mäßigem Erfolg. Der Hauptgrund, dass die Versuche bis zum Jahr 2000 fast überall wieder eingestellt wurden: Es dauerte mit durchschnittlich elf Minuten einfach zu lange, die Pizza in den Filialen zuzubereiten. Auch die McSpaghetti, ebenfalls ein Versuchsballon der späten Siebziger, konnten sich nicht bei der breiten Masse durchsetzen.

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McLobster
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McLobster

Für Hummer zu McDonald's? Das musste doch einfach schiefgehen. Das samt reichlich Sauce und etwas Salat in ein Hot-Dog-Brötchen geschaufelte Hummerfleisch verschwand nur wenige Wochen nach seiner Markteinführung auch schon wieder. Allerdings: In New England und im Osten Kanadas gibt es den McLobster noch, wann immer McDonald's billig tiefgekühltes Hummerfleisch einkaufen kann.

Foto: Kelapstick, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Mini-Burger
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Mini-Burger

Burger King versuchte mehrmals, Mini-Burger an den Mann zu bringen. In den späten Achtzigerjahren hießen sie „Burger Bundles“, dann „Burger Buddies“ und um das Jahr 2000 versuchte es der Fast-Food-Riese nochmal mit den „Burger Shots“ als Sechserpack. Doch auch die Umbenennungen konnten nichts daran ändern, dass die Kunden einfach nicht zu den Mini-Brötchen greifen wollten.

Foto: „BK Shots“ von Gustav H, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

Hot dogs rest in water before a hot dog eating competition in New York
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McHotdog

McDonald's versuchte sich seit den Neunzigerjahren vor allem bei sommerlichen Sportereignissen im mittleren Westen der USA immer mal wieder am Würstchen im Brötchen – obwohl der frühere CEO Ray Kroc es eigentlich verboten hatte, weil er den Hot Dog als unhygienisch erachtete. Auch in Chile und Japan wurden für kurze Zeit McHotdogs verkauft.

Satisfries
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Satisfries

30 Prozent weniger Fett, aber voller Geschmack – das versprechen die Satisfries von Burger King, ein Wortspiel aus dem englischen „satisfaction“, zu deutsch Befriedigung, und „fries“ für Pommes Frites. Allenfalls „befriedigend“ fanden die Kunden die Fritten, sodass die kalorienreduzierte Variante 2014 im wichtigen US-Markt größtenteils aus dem Programm flog – in Deutschland gibt es die fettärmere Variante hingegen noch.

Foto: obs/Burger King Beteiligungs GmbH

Ananas
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Hula Burger

Katholiken durften bis in die Sechzigerjahre hinein freitags kein Fleisch essen – auch in der Fastenzeit sollen sie auf Fleisch verzichten. Hier sah McDonald's-Gründer Ray Kroc eine Marktlücke und erfand den „Hula Burger“, der anstelle der Hackfleischbulette eine Scheibe gegrillte Ananas mit Käse enthielt. Der Burger war ein Flop – stattdessen setzte sich aber der Fischburger durch, den es als „Filet-o-Fish“ noch heute gibt.

Das will Burger King nach Wechseln unter den Franchise-Nehmer nun vergessen machen. „Wir wollen Marktführer im Bereich Lieferservice in Deutschland werden“, kündigte Bork an. Damit müsste er sich gegen Pizza-Konkurrenten wie Joey‘s mit 135 Millionen Euro Umsatz durchsetzen. Mit 830 Millionen Euro ist Burger King zwar schon heute deutlich größer, bis der Umsatz aus dem Lieferdienst aber die Pizza-Boten überholt, dürfte es dauern.

Zunächst sollen in den kommenden zwei Jahren nur 200 der knapp 700 Burger-King-Filialen mitmachen. Der Grund: Die Amerikaner setzen in Deutschland auf Franchise-Nehmer – und die müssen nach der Umsatzflaute in das neue Liefersystem erst investieren. Durchschnittlich fünf neue Mitarbeiter brauche jedes Restaurant dafür, rechnet Burger King vor – also 1.000 in den ersten beiden Jahren.

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