Carlsberg-Konzern Gewerkschaft will Holsten-Brauerei während der WM bestreiken – es drohen Lieferengpässe

Holsten, Astra und Carlsberg könnten in den kommenden Tagen knapp werden. Grund ist ein Streit um Stellenstreichungen nach einem Umzug der Brauerei.
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Die Beschäftigten der zum Carlsberg-Konzern gehörenden Hamburger Brauerei planen, noch während der WM in den Streik zu treten. Quelle: dpa
Holsten

Die Beschäftigten der zum Carlsberg-Konzern gehörenden Hamburger Brauerei planen, noch während der WM in den Streik zu treten.

(Foto: dpa)

HamburgDer Hamburger Holsten-Brauerei droht ausgerechnet in der absatzstarken WM-Zeit ein heftiger Streik. Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter für 48 Stunden zur Arbeitsniederlegung bei Carlsberg Deutschland aufrufen. Beginn soll nach dem Fußball-Spiel zwischen Deutschland und Südkorea sein. Hintergrund ist ein geplanter Stellenabbau, wenn die Brauerei im kommenden Jahr innerhalb Hamburgs umzieht.

„Für 48 Stunden kommt kein Hopfen, Wasser, Malz und keine Hefe mehr in den Bierkessel – im Sudhaus läuft dann nichts mehr. Und für zwei Tage rollen auch keine Fässer mehr vom Band: In der Holsten-Brauerei herrscht Stillstand“, kündigte die Hamburger Geschäftsführerin der Gewerkschaft NGG in einer Mitteilung an. Der Streik beginne mit der Nachschicht am Mittwoch um 22 Uhr und Ende Freitagnacht.

Laut Gewerkschaft koste jeder Streiktag die Produktion von 500.000 Litern Bier. Zwei Millionen Kästen weniger könnten ausgeliefert werden.

Eine Holsten-Sprecherin sagte auf Anfrage, die Lieferfähigkeit werde „sehr kritisch“ getroffen zu einer Zeit, in der WM und schönes Wetter die Nachfrage ankurbelten. Es könne zu Engpässen in den Läden kommen. 15.000 Hektoliter Bier könnten nicht ausgeliefert werden.

Die Sprecherin kündigte an, Carlsberg Deutschland werde noch am Mittwoch weiter mit der Gewerkschaft verhandeln. Schon zuvor habe es zwei Tage intensiver Gespräche gegeben. Laut NGG sollen 70 Arbeitsplätze wegfallen. Die Brauerei zieht aus dem Stadtteil Altona in ein Gewerbegebiet südlich der Elbe, um die Produktion effizienter zu machen.

Weitere Verhandlungen noch am Mittwoch

Zudem verkauft sie das freiwerdende Gelände an eine Immobilienfirma, die dort ein neues gemischtes Wohnquartier entwickelt – bei den derzeitigen Wohnungspreisen eine gewinnbringendere Nutzung des Geländes an der Holstenstraße.

Die Holsten-Sprecherin sagte, das Management sei „sehr bestürzt“ über die Streikankündigung. Das Unternehmen sei gesprächsbereit. Die Gewerkschaft habe einen ursprünglichen Vorschlag, nach dem die Produktion auf das Wochenende ausgewietet werden sollte, abgelehnt. In dem Fall hätten nur zehn Stellen wegfallen sollen, sagte die Sprecherin.

Gewerkschafterin Kettner sagte hingegen, jeder dritte Job in Produktion, Technik und Logistik solle wegfallen. „Doch Verhandlungen über die soziale Absicherung der Beschäftigten lässt die Carlsberg-Gruppe als Eigentümerin ins Leere laufen. Die schalten völlig auf stur“, erklärte sie. Die Gewerkschaft lasse sich auch durch die Androhung von Unterlassungsklagen und Druck auf einzelne Mitarbeiter nicht vom Streik abbringen.

Der Umzug ist bereits angelaufen: Ein großer Kran transportiert in diesen Tagen Lagertanks vom alten Standort ab. In Hamburg braut der Carlsberg-Konzern die Marken Holsten, Astra und Carlsberg.

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