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Carpooling Uber-Rivale Didi löst mit Sperrstunde für Frauen Empörung aus

Der chinesische Uber-Konkurrent wollte Nutzerinnen abends von seinem Carpooling-Dienst ausschließen. Nach einem Shitstorm entschuldigt Didi sich nun.
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Didi: Uber-Konkurrent muss bei Sperrstunde für Frauen zurückrudern Quelle: dpa
App von Didi auf dem iPhone

Das Unternehmen ist mit 550 Millionen Nutzern und 31 Millionen Fahrern laut eigenen Angaben die größte Plattform für Fahrdienstleistungen weltweit.

(Foto: dpa)

Peking Mit einer Sperrstunde für weibliche Nutzer hat der Fahrdienstvermittler Didi den Zorn seiner Kunden auf sich gezogen. Am Dienstag hatte das chinesische Pendant von Uber angekündigt, dass es seinen Carpooling-Dienst Ende November neu starten will, nachdem das Unternehmen ihn im vergangenen Jahr wegen Sicherheitsbedenken geschlossen hatte.

Allerdings waren bei der neuen Version unterschiedliche Nutzungszeiten für Männer und Frauen geplant. Männer sollten auf den Dienst, mit dem sich Menschen zu gemeinsamen Fahrten verabreden können, von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts zugreifen können. Für Frauen sollte die Nutzung nur von 5 Uhr bis 20 Uhr möglich sein.

Didi wollte damit offenbar auf das Sicherheitsproblem mit dem Service reagieren. Das Unternehmen hatte den Carpooling-Dienst im August 2018 stillgelegt, nachdem zwei Nutzerinnen ermordet wurden.

In den sozialen Netzwerken brach nach der Mitteilung über die Einschränkungen für Frauen jedoch ein Shitstorm los. Nutzer warfen dem Unternehmen vor, seine weiblichen Kunden zu diskriminieren. Am Donnerstag ruderte Didi dann zurück.

Per Mitteilung über einen chinesischen Messenger-Dienst entschuldigte sich das Unternehmen. Man habe die Sperrstunde gesetzt, weil nachts die meisten Beschwerden über den Dienst getätigt worden seien. Man habe es aber versäumt, vor der Ankündigung auf Feedback von allen Seiten zu hören. Der Carpooling-Dienst solle nun allen Nutzern nur von 5 Uhr morgens bis 20 Uhr abends zur Verfügung stehen.

Nutzer zeigten auf chinesischen sozialen Netzwerken daraufhin gemischte Reaktionen. Einige lobten das Unternehmen dafür, dass es die Sperrstunde nur für Frauen wieder zurückgezogen hatte, andere fanden die Diskussion von vorneherein übertrieben.

Didi ist mit 550 Millionen Nutzern und 31 Millionen Fahrern laut eigenen Angaben die größte Plattform für Fahrdienstleistungen weltweit. Auf dem chinesischen Markt ist das Unternehmen der Platzhirsch. Einen Versuch vom amerikanischen Wettbewerber Uber, auf dem riesigen Markt Fuß zu fassen, wehrte Didi erfolgreich ab.

Seit dem vergangenen Jahr konzentriert sich das chinesische Unternehmen auf seine internationale Expansion, insbesondere in Südamerika.

Mehr: Der US-Fahrdienst Uber nimmt deutsche Konkurrenten wie Car2Go oder Free Now gar nicht wahr. Das sagt viel über deren fehlenden Risikobereitschaft aus, kommentiert Handelsblatt-Autor Christoph Kapalschinski.

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