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Carsten Spohr Lufthansa-Chef will im Preiskampf mit Ryanair nicht weichen

Carsten Spohr erklärt, die Lufthansa werde sich auf dem Heimatmarkt „nicht verjagen lassen“. Er spricht sich aber für langsameres Wachstum der Branche aus.
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Lufthansa-Chef Spohr will im Preiskampf mit Ryanair nicht weichen Quelle: Reuters
Carsten Spohr

Den wichtigsten Hebel zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes in der Luftfahrt sieht der Lufthansa-Chef im Einsatz moderner Flugzeuge.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Lufthansa-Chef Carsten Spohr will Billigfliegern wie Ryanair auf den Kurzstrecken trotz des enormen Preisdrucks Paroli bieten. „Wir werden uns auf dem Heimatmarkt nicht von denen verjagen lassen, die es gewohnt waren, zu kommen, zu sehen und zu siegen“, sagte Spohr am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt mit Blick auf die irische Fluglinie, die Rivalen durch Tiefstpreise aus dem Markt drängen will.

„Wir haben die finanzielle Stärke, um gegenzuhalten.“ Derzeit herrsche auf der Kurzstrecke in Deutschland und Österreich ein weltweit einzigartiger Preiskampf. „Und wir sind mittendrin.“ Im nächsten Jahr werde sich das hoffentlich so nicht fortsetzen.

Deutschlands größte Fluggesellschaft will mit drastischen Kostensenkungen vor allem bei der Tochter Eurowings im Wettbewerb mithalten, musste im Juni wegen des schwachen Geschäftsverlaufs aber ihre Jahresprognose kappen.

Vor allem kleine Wettbewerber bleiben in diesem Umfeld auf der Strecke, zuletzt die isländische Wow Air, davor in Deutschland die Fluggesellschaft Germania und 2017 Air Berlin. Eine Konsolidierung der Luftfahrtbranche bleibe überfällig und werde sich durch die erkennbare Abschwächung der Konjunktur beschleunigen, erläuterte Spohr. „Wir sind gut positioniert für die zunehmende globale Konsolidierung, in der wir eine Rolle spielen wollen und eine Rolle spielen werden.“

Lufthansa hatte etwa an der Ferienfluggesellschaft Condor des britischen Reisekonzerns Thomas Cook Interesse gezeigt, der Verkaufsprozess wurde aber ausgesetzt. Nach Ansicht Spohrs wird es irgendwann – neben kleineren Fluglinien – nur noch etwa zwölf echte globale Carrier geben – „drei in den USA, drei in China, drei am Golf und drei in Europa.“ Die Lufthansa werde einer davon sein.

Bei der Bekämpfung des Klimawandels will auch die Kranich-Linie ihren Beitrag leisten. Den wichtigsten Hebel zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes in der Luftfahrt sieht Spohr im Einsatz moderner Flugzeuge.

Damit könne der CO2-Ausstoß pro Passagier um 25 Prozent gesenkt werden. Deshalb investiere die Lufthansa hier viel Geld, alle zwei Wochen werde ein neues Flugzeug in Betrieb genommen. Weitere zehn Prozent weniger CO2 könnte durch eine effizientere Flugsicherung erreicht werden.

Spohr wies darauf hin, dass Langstreckenflugzeuge wegen der notwendigen Energiedichte noch auf lange Sicht mit Kerosin betrieben werden müssten. „Der letzte Tropfen Benzin wird durch ein Flugzeugtriebwerk fließen“, zeigte sich der Lufthansa-Chef überzeugt. Das Flugkerosin könne aber synthetisch hergestellt werden, wenn die entsprechende klimaneutrale Primärenergie vorhanden sei.

Spohr verlangte erneut Verbesserungen bei der Flugsicherung. Die Luftverkehrssteuer sollte für Forschungsprojekte genutzt werden, die der Luftfahrt zugute kommen. Eine nationale Kerosinsteuer, die von den Airlines leicht umgangen werden könne, sei glücklicherweise aus der politischen Diskussion verschwunden.

Am Mittwoch treffen sich Vertreter der Branche in Leipzig zur ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz. Themen sind vor allem Ökoeffizienz, digitale Innovationen, Drohnen und neue Märkte.

Mehr: Die einst als Dachorganisation gegründete IGL will sich selbst für das Kabinenpersonal einsetzen. Der Vorstoß ist als Kampfansage an die geschwächte Ufo zu verstehen.

  • rtr
  • dpa
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