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Catering-Tochter LSG Lufthansa hat Probleme mit der Verpflegung an Bord

Personalengpässe bei LSG Sky Chefs führen zu Versorgungsproblemen in der Luft. Hintergrund dürften die Verkaufspläne für die Cateringtochter sein.
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Europas größte Fluggesellschaft hat Probleme mit dem Catering an Bord. Quelle: dpa
Lufthansa Sky Chefs

Europas größte Fluggesellschaft hat Probleme mit dem Catering an Bord.

(Foto: dpa)

Frankfurt Fluggäste, die in diesen Tagen mit Lufthansa Kurz- oder Mittelstreckenflüge in Europa gebucht haben, sollten sich vor dem Einstieg in das Flugzeug selbst versorgt haben. Denn Europas größte Fluggesellschaft hat Probleme mit dem Catering an Bord.

„Wir können Ihnen leider nicht immer die gewohnte Auswahl an Getränken und Mahlzeiten anbieten“, heißt es in einem Schreiben an Kunden. Und weiter: „Leider müssen wir davon ausgehen, dass die Situation noch weitere Wochen anhalten kann.“

Hintergrund sind Engpässe beim Personal der Catering-Tochter LSG Sky Chefs. Vor allem die Beladung der Kurz- und Mittelstreckenjets an beiden großen Drehkreuzen Frankfurt und München ist betroffen. Dagegen soll es nach Unternehmensangaben auf Langstreckenflügen keine Versorgungsprobleme geben.

Man entschuldige sich ausdrücklich bei den Passagieren für die Unannehmlichkeiten. Die könnten ihre Ursache in dem geplanten Verkauf von LSG Sky Chefs haben. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft mit Fliegen konzentrieren. Deshalb wurde die Catering-Tochter zum Verkauf gestellt.

Doch dagegen protestieren die Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften. So verweist die Gewerkschaft Verdi darauf, dass die Belegschaft bereits zahlreiche Sparmaßnahmen mitgetragen habe, unter anderem die Verlagerung von Teilen nach Tschechien. Unternehmenskenner vermuten hinter den Personalengpässen zumindest zum Teil auch eine Form des stillen Protestes.

Getränke und Speisen nur gegen Bezahlung

Bisher gibt es drei Interessenten für LSG Sky Chefs. Offiziell hat der österreichische Caterer Do&Co ein Angebot abgegeben. Do&Co ist mit den Airlines des jüngst verstorbenen Formel-Eins-Rennfahrers Niki Lauda groß geworden.

Mittlerweile beliefert er zahlreiche Fluggesellschaften, darunter Turkish Airlines und an einigen Flughäfen auch Lufthansa. Zudem ist Do&Co als Event-Caterer in der Formal Eins aktiv. Interesse sollen zudem Gate Gourmet, ein Caterer aus der Schweiz, sowie die zur Emirates-Gruppe gehörende Dnata bekundet haben.

LSG beschäftigt in Europa 9000 Mitarbeiter und liefert weltweit jährlich rund 700 Millionen Mahlzeiten aus. Die Lufthansa-Tochter erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 115 Millionen Euro. Das Geschäft ist in den letzten Jahren allerdings deutlich schwieriger geworden.

Der Trend zu Billigflügen hat die Versorgung in den Jets in den Hintergrund gedrängt. Immer häufiger gibt es Getränke und Speisen nur gegen Bezahlung. Das hat die Nachfrage deutlich einbrechen lassen.

Die aktuellen Engpässe bei LSG Sky Chefs zeigen allerdings die Kehrseite dieser Entwicklung. Ist die Versorgung an Bord plötzlich eingeschränkt, sorgt das bei Passagieren für Unmut.

Vor allem Geschäftsreisende und Vielflieger rechnen damit, sich an Bord ausreichend stärken zu können, um direkt in den ersten Termin zu gehen. Für Lufthansa, die seit einiger Zeit die einzige Fünf-Sterne-Airline in Europa ist, sind die Versorgungsprobleme zudem auch ein Imageproblem.

Mehr: Beschäftigte protestieren gegen Verkauf der Lufthansa-Cateringtochter

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2 Kommentare zu "Catering-Tochter LSG: Lufthansa hat Probleme mit der Verpflegung an Bord"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Habe ich kürzlich auch erlebt. Reine Flugzeit unter 60 Minuten. Alle Passagiere waren nach der Landung völlig ausgezehrt und dehydriert ;-).

  • Fluege sind billiger geworden. Aber mit immer billiger kann eine Lufthansa nicht gewinnen.
    Wenn die Versorgung die gleiche ist wie bei Ryanair, dann wollen die Leute auch nicht mehr
    zahlen. Wenn Daimler sich auf das Niveau von Dacia begibt, kann es nicht mit besseren
    Zahlen rechnen.

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