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Ceconomy und Convergenta Anteilseigener schaffen ein bisschen Frieden bei Media Markt Saturn

Beim Elektronikhändler sind wichtige Streitpunkte zwischen den Eigentümern aus dem Weg geräumt. Doch die Anleger bleiben skeptisch.
Update: 03.06.2019 - 17:43 Uhr Kommentieren
Ceconomy und Convergenta einigen sich bei Media Markt Saturn Quelle: dpa
Media Markt und Saturn

Die beiden Elektronikhändler gehören den Anteilseignern Ceconomy und Convergenta.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Alle Beteiligten waren sichtlich bemüht, Harmonie zu verbreiten. Jörn Werner, der Vorstandschef des Mehrheitseigentümers Ceconomy, sprach von einer „konstruktiven und zielorientierten“ Zusammenarbeit. Und auch Ralph Becker, Geschäftsführer des Minderheitseigners Convergenta, betonte die Gemeinsamkeiten in der Entscheidungsfindung.

Das Ergebnis: Die Media-Saturn-Holding, in der das Geschäft der Elektronikketten Saturn und Media Markt gebündelt ist, bekommt einen zweiten Geschäftsführer. Florian Wieser wird künftig zusammen mit Ferran Reverter das Unternehmen leiten und das Finanzressort verantworten.

Doch zwischen den Zeilen wird mehr als deutlich, wie hart um diese neue Gemeinsamkeit gerungen wurde. Und längst sind noch nicht alle Unstimmigkeiten aus der Welt geschafft.

Seit vielen Jahren streitet die Convergenta, die den 20-Prozent-Anteil der Erben des Media-Markt-Gründers Erich Kellerhals verwaltet, mit Ceconomy über den Kurs des Unternehmens. Etliche Berufungen von Geschäftsführern mussten vor Gericht erstritten werden. Dann fuhr Convergenta das ganz große Geschütz auf: Sie stimmte der Feststellung verschiedener Jahresabschlüsse nicht zu.

Das Ergebnis: Ceconomy bekam vorläufig keine Gewinne aus der MSH ausgeschüttet. Den börsennotierten Konzern traf das empfindlich. Ist doch die MSH neben kleineren Beteiligungen fast der einzige operative Betrieb des Unternehmens.

Im Grunde hätte nach der Einigung vom Dienstag auch der Ceconomy-Kurs steigen müssen. Denn die Anteilseigner haben sich nicht nur auf die Berufung des neuen Geschäftsführers verständigt, sondern auch auf die Feststellung von zwei Jahresabschlüssen. Doch die Anleger scheinen dem neuen Frieden noch nicht zu trauen: Der Kurs gab erneut um rund drei Prozent nach und rutschte zeitweise unter die Marke von 4,90 Euro.

Zur Skepsis der Anleger trägt bei, dass sowohl Ceconomy als auch Media Saturn noch eine harte Restrukturierung vor sich haben – und an auskömmliche Gewinne noch lange nicht zu denken ist. Es gebe ermutigende Zeichen, die Arbeit für den Elektronikhändler habe aber erst angefangen, urteilt etwa Analyst Volker Bosse von der Baader Bank.

Daraus macht auch der Ceconomy-Chef keinen Hehl. „Wir sind uns einig, dass es noch großer Anstrengungen bedarf, um Media Markt Saturn in einem sich grundlegend ändernden Marktumfeld zukunftssicher aufzustellen“, räumt Werner ein.

Viele Differenzen bleiben

Deshalb soll auch der MSH-Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2016/17 nach der aktuellen Einigung nicht ausgeschüttet, sondern zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwendet werden. Wie hoch dieser Gewinn ist, teilt das Unternehmen jedoch nicht mit. Der Verzicht auf die Ausschüttung sei eine zentrale Forderung der Convergenta gewesen, heißt es.

Kein Wunder, kommen doch noch erhebliche Belastungen auf das Unternehmen zu. So soll die Restrukturierung von Ceconomy und MSH bis zu 170 Millionen Euro an Kosten verursachen. Hunderte Jobs in der Zentrale sollen gestrichen werden, auf mehreren Ebenen werden Doppelstrukturen sowohl zwischen Saturn und Media Mark, als auch zwischen MSH und Ceconomy abgebaut.

Auch wenn jetzt erst mal die Restrukturierung nicht durch offenen Streit der Gesellschafter erschwert werden soll, bleiben viele Differenzen bestehen. So betont Becker, die Convergenta habe der Feststellung des Jahresabschlusses 2017/18 nur „unter Beibehaltung unserer Rechtsansicht“ zugestimmt. Convergenta wirft der Ceconomy unter anderem vor, dass sie das Russlandgeschäft von Media Markt im vergangenen Jahr weit unter Wert verkauft habe.

Und so kann sich Becker auch einen Seitenhieb auf den Mehrheitseigentümer nicht verkneifen. „Die Tatsache, dass sich Ceconomy unserem Vorschlag angeschlossen hat, zeigt, dass beide Gesellschafter auf Augenhöhe agieren“, sagt er. Echte Harmonie hört sich dann doch anders an.

Mehr: Internes Kompetenzgerangel, Zoff mit den Anteilseignern und eine sinkende Profitabilität: Lesen Sie hier, warum der Neuanfang bei der Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn so schwierig ist.

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