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Chris Kempczinski übernimmt Verbotene Liebe: McDonald's tauscht den CEO aus

Der bisherige CEO Steve Easterbrook muss gehen, weil er eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin hatte. Der neue Chef tritt ein schweres Erbe an.
04.11.2019 - 16:51 Uhr Kommentieren
Der 51-Jährige besitzt Abschlüsse von der Duke University und Harvard. Quelle: Reuters
Chris Kempczinski

Der 51-Jährige besitzt Abschlüsse von der Duke University und Harvard.

(Foto: Reuters)

New York Chris Kempczinski ist völlig überraschend zu seinem Posten als neuer McDonald‘s-Chef gekommen: Sein bisheriger Chef Steve Easterbrook musste seinen Posten am Sonntag räumen, weil der 52-Jährige eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin hatte.

„Kempczinski folgt auf Steve Easterbrook, der sich von dem Unternehmen getrennt hat. Nach Ansicht des Aufsichtsrats hat er gegen die Unternehmensregeln verstoßen und ein schwaches Urteilsvermögen bewiesen, wozu auch die Beziehung zu einer Mitarbeiterin gehört“, lautet die offizielle Stellungnahme von McDonald‘s. Easterbrook selbst bekannte in einer Email, die Beziehung sei ein Fehler gewesen.

Für den 52-jährigen Kempczinski stellt sich vor allem die Frage, was er bei der amerikanischen Fast-Food-Ikone noch besser machen kann. McDonald‘s verliert mit Easterbrook einen talentierten CEO, der die Schnellrestaurant-Kette in den vergangenen vier Jahren aus einer Krise geholt und neu positioniert hatte: Unter seiner Führung hat sich der Aktienkurs verdoppelt.

Während andere Fast-Food-Ketten litten, gelang es McDonald's, erfolgreich neue Akzente zu setzen. Dazu gehörte das ganztägige Frühstück in den US-Filialen, Burger mit frischem Fleisch, ein gesünderes Menü und Digital-Kioske zum Bestellen. Easterbrook ging Kooperationen mit den Fahr- und Lieferdiensten Uber und Doordash ein und investierte in Start-ups, die auf Stimmerkennung und Künstliche Intelligenz spezialisiert sind.

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    Als Verantwortlicher für das US-Geschäft hat Kempczinski lange Seite an Seite mit dem Briten Easterbrook gearbeitet. Er selbst ist gebürtiger Amerikaner, der in der Vorstadt von Cincinatti in Ohio aufwuchs und später an der Duke University und an der Harvard Business School studierte.

    Er begann sein Berufsleben bei Procter & Gamble, das lange als exzellente Managementschmiede galt, um später bei Boston Consulting, PepsiCo und Kraft Foods Karriere zu machen. Im Oktober des Jahres 2015 holte ihn Easterbrook in sein globales Strategie-Team und beförderte ihn bereits ein Jahr später zum Präsidenten für McDonald‘s USA.

    Kein Pardon bei Affären

    Kempczinski muss nun die angestoßenen Projekte zu Ende führen und die Differenzen mit den Franchise-Nehmern beseitigen. Schließlich trafen die Neuerungen, mit denen Easterbrook die Kette im Stakkato-Takt verändert hatte, nicht bei allen McDonald‘s-Filialleitern auf Begeisterung.

    „Steve hat eine sehr dynamische Persönlichkeit, mit der er die Beschäftigten mitreißen konnte“, sagte der Analyst Will Slabaugh vom Investmenthaus Stephens dem Fernsehsender CNBC. „Wir haben überhaupt nichts gegen Chris“, stellt er klar. Aber er müsse nun beweisen, dass er den Kurs fortführen kann.

    Der Wechsel an der McDonald‘s-Spitze zeigt wieder einmal, dass US-Unternehmen kein Pardon kennen, wenn es um Affären am Arbeitsplatz geht. Das gilt auch im Fall des geschiedenen Easterbrook. Er ist allerdings nicht der erste Unternehmenschef, der wegen einer Liebesbeziehung gehen musste.

    Boeing-Vorstandsvorsitzender Harry Stonecipher musste 2005 zurückgetreten, weil er eine Affäre mit einer Mitarbeiterin hatte – Stonecipher erlebte dann doch sein persönliches Happy End: Er heiratete seine ehemalige Kollegin. Auch bei Hewlett-Packard musste 2010 der mittlerweile verstorbene CEO Mark Hurd zurücktreten, weil er eine Beziehung zu einer Kollegin hatte. In anderen Fällen wie Uber, CBS, Lulemon und Barnes & Noble waren es Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die zu personellen Konsequenzen in der Chefetage führten.

    Mehr: Immer mehr Gelegenheitsveganer essen Burger, Wurst oder Milch aus Pflanzenproteinen. Der einstige Nischenmarkt ist heute heiß umkämpft.

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