CMP-Übernahme Der Yachtbauer Bavaria ist gerettet – Ein Finanzinvestor steigt ein

Bei dem Traditionsunternehmen Bavaria steigt nach monatelanger Suche ein Finanzinvestor ein. Die Mitarbeiter können also vorerst aufatmen.
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Das Yachtbauunternehmen hat sich auf die Serienfertigung konzentriert. Zur Zeit sind bei Kunden aber vor allem individuell gestaltete Boote im Trend. Quelle: dpa
Bavaria

Das Yachtbauunternehmen hat sich auf die Serienfertigung konzentriert. Zur Zeit sind bei Kunden aber vor allem individuell gestaltete Boote im Trend.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer insolvente Yachtbauer Bavaria wird an einen Finanzinvestor verkauft. Ein von der Beteiligungsgesellschaft CMP Capital Management-Partners beratener Fonds habe den Kaufvertrag unterschrieben, teilte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Tobias Brinkmann am Samstag mit.

Der Kaufvertrag umfasse die Werft des Traditionsunternehmens im fränkischen Giebelstadt sowie die französische Tochter Bavaria Catamarans. Alle 800 Mitarbeiter des Unternehmens würden übernommen. Nun muss noch das Kartellamt den Deal absegnen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Wert von Bavaria wurde in Branchenkreisen zuletzt auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag beziffert.

Bavaria hatte im April Insolvenz anmelden müssen, nachdem das Unternehmen jahrelang operativ Verluste anhäufte und die bisherigen Gesellschafter, die Finanzinvestoren Anchorage und Oaktree, schließlich kein Geld mehr nachschießen wollten. 2007 hatte der Finanzinvestor Bain Capital die Bavaria-Werft von Gründer Winfried Herrmann für den kolportierten Kaufpreis von über einer Milliarde übernommen. Finanziert wurde der Deal vor allem über die Aufnahme von Schulden durch Bavaria.

Interims-Geschäftsführer Tobias Brinkmann, der Bavaria seit der Insolvenz gesteuert hat, sagte: „Wir freuen uns, mit CMP einen renommierten und erfahrenen Käufer gefunden zu haben, der das Unternehmen in die Zukunft führen wird.“ Kai Brandes, Chef von CMP sagte, der Fokus liege auf der Restrukturierung der Werft und dem Rückgewinn von Marktanteilen. „Wir sind von den weltweiten Marktpotenzialen der Bavaria überzeugt.“

Die Investorensuche hatte sich monatelang hingezogen: Ursprünglich hatte Brinkmann bis Ende Juli einen Investor präsentieren wollen. Doch die Interessenten sprangen reihenweise ab. Nach Handelsblatt-Information prüften beispielsweise der französische Konkurrent Beneteau oder die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aurelius einen Einstieg, entschieden sich jedoch dagegen. Beide Unternehmen wollten sich öffentlich nicht dazu äußern.

Auch der Wohnwagenbauer Hymer soll Interesse bekundet haben. Dem Handelsblatt sagte Hymer-Chef Martin Brandt jedoch: „Da war und ist absolut nichts dran.“

Mit dem Sanierungsexperten Ralph Kudla schickt CMP einen operativen Manager nach Giebelstadt. Und seine Aufgabe ist gewaltig: Die Werft in Giebelstadt gilt bei Brancheninsidern als schwer restrukturierbar. Gründer Herrmann hatte im Yachtbau die Serienfertigung etabliert und die Produktion darauf ausgerichtet.

Doch heutzutage gelten Boote von der Stange als schwer verkäuflich. Viele vermögende Kunden haben teure Extrawünsche, die sich nur schwer in Serie fertigen lassen. Zudem hat es Bavaria über Jahre versäumt, in eine neue Modellpalette zu investieren.

Für die Mitarbeiter besteht nach Monaten des Zitterns aber wieder Hoffnung: „Dass Bavaria vom Tag der Antragstellung bis heute 220 Boote bauen und ausliefern konnte, zeigt, wie sehr auf die Belegschaft Verlass ist“, sagte Brinkmann.

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