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Coca-Cola Life Die grüne Coke ist gefloppt

Mit Coca-Cola Life wollte sich der Getränkeriese ein gesünderes Image verschaffen. Das ging gründlich schief: In Australien und Großbritannien verschwindet die Stevia-Cola ganz, in Deutschland rutscht sie in die Nische.
27.05.2017 - 08:18 Uhr Kommentieren
In Deutschland gibt es die Variante nur noch eingeschränkt. Quelle: dpa
Coca-Cola Life

In Deutschland gibt es die Variante nur noch eingeschränkt.

(Foto: dpa)

Hamburg Das vorläufige Ende eines süßen Hoffnungsträgers sorgt in Australien für bitteren Spott. „Niemand hat die Coca-Cola Life jemals angefasst. Schmeckt schrecklich“, zitiert die Melbourner Digital-Zeitung „The New Daily“ einen anonymen Mitarbeiter der Supermarkt-Kette Coles. Nicht mal im Personalausverkauf für 20 Cent statt 2,70 Dollar kaufe jemand die Coke mit dem grünen Etikett .

Dabei war Coca-Cola Life als Hoffnungsträger für ein frisches, gesünderes Image des Weltkonzerns Coca-Cola angetreten. Die Zugabe der pflanzlichen Süße Stevia reduziert den Zuckergehalt, ohne die klassischen chemischen Süßstoffe zu bemühen. Coca-Cola wollte damit weiter gegen sein zuckriges Image angehen. Doch die Kunden überzeugte das Konzept nicht.

In Australien und Großbritannien stampft Coca-Cola die Marke mit dem grünen Etikett derzeit komplett ein. In Deutschland fährt der US-Konzern die Life-Variante auf ein Minimum zurück. Die Variante verschwindet aus der Gastronomie und weitgehend auch aus Kiosken, wo Coca-Cola bisher einiges an Ladenwerbung betrieben hatte. Zurück bleiben lediglich zwei Flaschen-Größen für Supermärkte – einen und 1,5 Liter, aber keine kleineren Flaschen.

Aus der deutschen Werbung ist Coke Life bereits weitgehend getilgt. Zum gerade erst überarbeiteten Markenauftritt gehörte bislang eine stilisierte Darstellung von vier Cola-Flaschen in rot, grau, schwarz und grün – für die Varianten Classic, Light, Zero und Life. In der TV-Kampagne für die geschmacklich überarbeitete Zero-Variante tauchte die grüne Flasche im Frühjahr noch auf. Im aktuellen Sommer-Spot um einen sexy Poolboy ist sie in der deutschen Version bereits aus dem Kühlschrank und aus dem Markenlogo verschwunden – anders als im US-Original des Spots.

Der Misserfolg von Coca-Cola Life in Europa zeigt sich ganz klar in enttäuschenden Verkaufszahlen – auch wenn eine Sprecherin noch vor einem Jahr von einer Erfolgsgeschichte sprach. Damals überarbeitete Coca-Cola das Produkt nur ein Jahr nach dem Deutschland-Start, zu dem es einige Kritik gegeben hatte. Denn anfangs kam das Getränk nur auf 35 Prozent weniger Zucker – blieb also eine klebrige Sache. Zudem monierten erste Testtrinker einen starken lakritzartigen Beigeschmack. Obwohl Coca-Cola in einem emotionalen Werbespot den ersten Schluck der neuen Variante mit dem ersten Kuss im Leben verglich, der alles ändere, blieb die Resonanz mau.

Das sind die größten Zuckerbomben
Erfrischungsgetränke mit mehr als fünf Prozent Zucker
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Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den Markt für Erfrischungsgetränke untersucht – und dabei 463 Produkte auf ihren Zuckergehalt hin getestet. Das Ergebnis: 274 Getränke enthalten mehr als fünf Prozent Zucker – das sind laut Foodwatch mehr als vier Würfelzucker je 250 Milliliter-Glas. Die Ergebnisse im Detail.

(Foto: Foodwatch)
Das Produkt mit dem höchsten Zuckergehalt
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Das gibt Ihnen den ultimativen Zucker-„Punch“: Das Produkt mit dem höchsten Zuckergehalt im Test ist der Energydrink „Rockstar Punched Energy + Guava“ von Pepsi. In einer Dose (0,5 Liter) stecken Foodwatch zufolge 78 Gramm Zucker beziehungsweise 26 Stück Würfelzucker. Das ist drei Mal so viel, wie die Weltgesundheitsorganisation pro Tag empfiehlt – und 50 Prozent mehr als in der gleichen Menge der auch schon zuckrigen Coca-Cola.

(Foto: Foodwatch)
Der Hersteller mit dem höchsten Zuckergehalt (im Schnitt)
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Pepsi hat dem Foodwatch-Test zufolge nicht bloß das zuckrigste Produkt, sondern auch das zuckrigste Sortiment (unter allen Herstellern mit mindestens fünf zuckergesüßten Getränken im Test). Die Zuckergetränke des US-Getränkeriesen enthalten im Schnitt elf Prozent Zucker, umgerechnet sind das neun Stück Würfelzucker je Glas (250 Milliliter).

(Foto: Foodwatch)
Die zuckerreichsten Limonaden und Cola-Getränke
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Und das sind die zuckrigste Limonade im Test: „Tem’s Root Beer“ vom Hersteller Temetum (13,4 Prozent bzw. elf Würfelzucker je 250-Milliliter-Glas), gefolgt von „Christinen Lemon“ (12,9 Prozent bzw. elf Würfelzucker), „Freeway Bitter Lemon“ und „Mountain Dew“ (beide 12,2 Prozent bzw. zehn Würfelzucker). Die untersuchten Limonaden und Colas sind laut Foodwatch so zuckrig, dass es die klassische Coca-Cola nicht einmal in die Top 20 geschafft hat – sie enthält „lediglich“ 10,6 Prozent Zucker.

(Foto: Foodwatch)
Die zuckerärmsten Limonaden und Cola-Getränke (ohne Süßstoffe)
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Die zuckerärmsten Limonaden (ohne Süßstoffe) im Test sind laut Foodwatch die „Bionade“-Limos von der Radeberger-Gruppe. Sie enthalten zwischen 4,3 und 5 Prozent Zucker beziehungsweise 3,5 bis vier Stück Würfelzucker je Glas (250 Milliliter). Das macht sie keinesfalls zu gesunden Durstlöschern, warnt die Verbraucherorganisation. Doch das Beispiel zeige: Eine Limo komme auch mit weniger Zucker aus.

(Foto: Foodwatch)
Erfrischungsgetränke ohne Zucker und ohne Süßstoffe
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Bei allen getesteten Erfrischungsgetränke stellt Foodwatch fest: Es geht auch komplett ohne Zucker. Bad Liebenwerdas „Spritzig + Citro“ sowie Coca-Colas „Appolinaris Lemon“ enthalten den Testern zufolge weder Zucker noch Süßstoffe – dasselbe gilt für Pfanners „Pure Tea“-Reihe. Doch hier sei angemerkt: Leider trifft das nur auf sechs von insgesamt 463 Produkten im Test zu. Die allermeisten Produkte sind überzuckert, andere enthalten Süßstoffe, die unter Medizinern jedoch auch umstritten sind, merkt Foodwatch.

(Foto: Foodwatch)
Die zuckerreichsten Saft-Schorlen
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Auch Saft-Schorlen enthalten Foodwatch zufolge mehr Zucker als empfohlen. Spitzenreiter sind hier die „Fritz-Spritz Bio-Traubensaftschorle“ (7,7 Prozent Zucker) sowie die „Capri Sonne Bio Schorly Rote Früchte“ (7,1 Prozent Zucker). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle, Fruchtsaft und Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen. Die meisten Hersteller mischen ihre Schorlen jedoch im Verhältnis 1:1, Capri-Sonne hat sogar einen Saftanteil von 75 Prozent. Das führe zu einem unnötig hohen Zuckergehalt, so Foodwatch.

(Foto: Foodwatch)

Im vergangenen Jahr reduzierte der Konzern den Zuckergehalt auf 50 Prozent der klassischen Coke und versuchte, diese Neuerung in betont sachlicher Plakat- und Anzeigenwerbung zu kommunizieren. Allerdings: Die einmal abgeschreckten Erstkunden dürften kaum zurückgekehrt sein – obwohl auch der Geschmack sich verbessert hat.

In Australien geht Coca-Cola daher bei der Rezeptumstellung, die dort erst jetzt erfolgt, einen radikaleren Weg: Die Marke „Life“ wird eingestampft und die überarbeitete Rezeptur nun als „Coca-Cola with Stevia“ vermarktet. Das soll gezielt Kunden ansprechen, die auf die Art des Süßmittels achten – aus der einst geplanten hippen Lifestyle-Marke wird so ein Special-Interest-Produkt in einer kleinen Nische.

Die Gründe für den Misserfolg
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