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Commerzbank-Kurs unter Druck WCM wirft Commerzbank-Aktien auf den Markt

Die Deutsche Bank hat am Donnerstag für die angeschlagene Beteiligungs- und Grundbesitz-Gesellschaft 17,7 Millionen Aktien verkauft.

HB FRANKFURT/MAIN. WCM hielt bislang 4,9 Prozent an der Commerzbank. Früheren Angaben zufolge entspricht das 29 Millionen Papieren. „Unser Anteil liegt jetzt bei nur noch rund 0,5 Prozent. Wir wollen diesen Rest behalten“, sagte WCM-Chef Roland Flach am Donnerstag. Der Verkauf sei ein Beitrag zu dem angekündigten Schuldenabbau von einer Milliarde Euro innerhalb von zwölf Monaten, erklärte eine WCM-Sprecherin

Die Deutsche Bank teilte am Abend mit, sie habe 17,7 Millionen Aktien der Commerzbank im Auftrag der WCM zum Stückpreis von 16,10 € platziert. Damit erlöste die WCM am Donnerstag rund 285 Mill. € bei der Anteilsreduzierung. Sie hält jetzt noch rund 0,5 %. Die Coba-Aktien waren zu 16,15 bis 16,25 € angeboten worden. Die Commerzbank-Papiere stehen mit rund 12 Euro in der WCM-Bilanz, so dass ein Buchgewinn von etwa 80 Millionen Euro anfallen dürfte.

Analysten werteten die Platzierung der Papiere als positiv für WCM: „Mit dem Erlös von knapp 300 Millionen Euro kann WCM die Verbindlichkeiten reduzieren“, sagte ein Finanzanalyst. WCM habe offensichtlich keinen strategischen Investor für das Coba-Paket gefunden. Damit dürfte auch die Übernahmefantasie bei der Commerzbank gedämpft werden, sagten Marktstrategen.

Der Anteil von WCM an der Commerzbank war wegen der Kapitalerhöhung der Commerzbank am 12. November von rund 5,5 % auf etwa 4,9 % gefallen. Es gibt jetzt rund 597 Millionen Commerzbank-Aktien. In den vergangenen Wochen gab es wegen der Finanzprobleme von WCM immer wieder Gerüchte über den Anteil an der Commerzbank. Einem Zeitungsbericht von Mitte November zufolge lagen WCM auch Angebote für mehr als 19 € je Aktie vor.

Nach Angaben der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG stehen derzeit alle Beteiligungen auf dem Prüfstand. Mit Beteiligungsverkäufen und der Veräußerung gewerblicher Immobilien will die WCM ihre Schuldenlast auf mittlere Sicht um eine Milliarde Euro auf rund 1,6 Milliarden Euro drücken. Außer an der Commerzbank ist das Unternehmen unter anderem mit 83 Prozent an den Klöckner-Werken beteiligt.

Hier sei vor allem der Verkauf von Klöckner-Töchtern denkbar, die nicht zu dem Kerngeschäft zählen, sagte die WCM-Sprecherin. In den vergangenen Wochen gab es wegen der Finanzproblemen des Immobilien- und Beteiligungskonzerns immer wieder Gerüchte über einen Verkauf seines Commerzbank-Anteils.

WCM-Großaktionär Karl Ehlerding muss sich auf Druck seiner Banken mindestens von der Hälfte seines 42,5-prozentigen Anteils an WCM trennen, um eigene Schulden von rund 450 Millionen Euro bedienen zu können. 2003 sei aber nicht mehr mit einem neuen Investor zu rechnen, hatte Flach Ende November gesagt.

Die WCM dürfte auf mittlere Sicht die Kontrolle über die ebenfalls im MDax notierte Immobiliengesellschaft IVG verlieren. Denn nach der Insolvenz der WCM-Tochter Sirius - sie hält 49 Prozent an der IVG - forcieren die Banken die Versteigerung der als Sicherheit dienenden IVG-Papiere. Mit der Auktion soll ein von den Banken fällig gestellter Kredit über 600 Millionen Euro getilgt werden.

Im dritten Quartal war die WCM in die schwarzen Zahlen zurück gekehrt mit einem Gewinn von 37,3 Millionen Euro unter dem Strich nach einem Verlust von 115 Millionen im Vorjahreszeitraum. Operativ verdiente die WCM von Juli bis September 42,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 111 Millionen Euro vor Jahresfrist. 2002 hatte WCM vor allem wegen Abschreibungen auf Beteiligungen einen Nettoverlust von 860 Millionen Euro verbucht.

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