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Confiserie-Pleite Die „Himmlischen“ in der Hölle: Leysieffer geht in die Insolvenz

Der Druck der Konkurrenz war zu groß: Nun muss die traditionsreiche Confiserie- und Café-Kette Leysieffer aus Osnabrück saniert werden – zunächst in Eigenregie.
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Der Schokoladenhersteller und Cafébetreiber muss Insolvenz anmelden. Quelle: PR
Leysieffer in der Krise

Der Schokoladenhersteller und Cafébetreiber muss Insolvenz anmelden.

(Foto: PR)

DüsseldorfStarbucks, Coffee Fellows und andere große Kaffeeketten machen traditionellen Café-Filialisten das Leben schwer – auch Leysieffer. Das Osnabrücker Familienunternehmen hat am Dienstag den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Dabei versucht sich das Unternehmen in Eigenregie zu sanieren. Es wird beraten vom Sanierungsexperten Joachim Walterscheid aus Bad Oeynhausen.

„Tradition und die Herstellung von hochwertigen Qualitätsprodukten sind heute leider kein Erfolgsgarant mehr, daher nutzt das Unternehmen die Chance einer nachhaltigen Sanierung“, begründete Walterscheid den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung, dem das Amtsgericht entsprochen hat. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ hatte als Erstes über die Insolvenz berichtet.

Leysieffer betreibt 22 eigene Confiserien, Bistros und Cafés. Dazu gehören Großstädte wie Hamburg, Düsseldorf und Berlin, aber auch Urlaubsziele wie Sylt. Darüber hinaus beliefert das Familienunternehmen seine Pralinen und andere Confiserie-Produkte an Geschäfte in Europa. Von der Insolvenz sind 350 Mitarbeiter betroffen.

Walterscheid machte im Gespräch mit dem Handelsblatt klar, dass bei Leysieffer alle Kosten auf den Prüfstand kommen. „Wir sehen uns alles ganz genau an, von der Produktplatte über die Herstellungskosten in der Konditorei bis zu den Filialen.“ Er schloss die Schließung von Standorten nicht aus, hält aber auch die Verlegung und Vergrößerung von Filialen für eine Option. In den vergangenen Jahren habe Leysieffer einen „Umsatz zwischen 16 und 19 Millionen Euro erzielt“.

Mit den „Himmlischen“ gelang dem Unternehmen der Durchbruch in den Fünfzigerjahren. Die Sahnetrüffel wurden zum Markenzeichen des 1909 gegründeten Unternehmens. Ulrich Leysieffer startete damals mit seinem Osnabrücker Café, in dem sechs Tische standen.

Vor allem in den Achtzigerjahren eröffnete Leysieffer immer mehr Filialen in ganz Deutschland. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation von Jan Leysieffer geführt, der auch weiterhin als Geschäftsführer im Amt bleibt.

Leysieffer war auch eines der ersten Unternehmen, die ihre Schokolade mit damals ungewöhnlichen Zutaten wie Ingwer oder Pfeffer kombinierten. Längst aber sind solche Variationen nichts Besonderes mehr. „Unternehmen, die lange im Markt erfolgreich waren, werden manchmal etwas unbeweglich“, formulierte es Walterscheid. Aber er zeigte sich zuversichtlich, dass Leysieffer mit seiner Marke und seinem Produktions-Know-how eine Chance habe, langfristig im Markt zu bestehen.

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1 Kommentar zu "Confiserie-Pleite: Die „Himmlischen“ in der Hölle: Leysieffer geht in die Insolvenz"

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  • In der Hölle schmoren die Himmlischen nicht, wenn der Kollege Walterscheid in der Sanierung berät. Ich habe seine professionelle Arbeit wiederholt erlebt und er hat stets überzeugt durch ruhige und unaufgeregte und in meinen Fällen überaus erfolgreiche Arbeit.

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