Container-Investments Anlegeranwalt lässt Vermögensteile des P&R-Gründers pfänden

Seit Mittwoch befindet sich Unternehmer Heinz Roth in Untersuchungshaft. Nun ermöglicht das Landgericht München einem Kläger, ein Konto zu pfänden.
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54.000 Anleger zittern um insgesamt 3,5 Milliarden Euro, die sie in den Containerinvestments-Anbieter investierten. Quelle: dpa
P&R

54.000 Anleger zittern um insgesamt 3,5 Milliarden Euro, die sie in den Containerinvestments-Anbieter investierten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür Rechtsanwalt Marc Gericke aus Siegburg war es höchste Zeit: Für einen Anleger des insolventen Containerinvestments-Anbieter P&R beantragte er am Freitagmorgen beim Landgericht München einen Titel auf das Vermögen von P&R-Gründer Heinz Roth. Noch am Freitagabend gab das Gericht dem Antrag statt.

Das Gericht sieht laut einer Mitteilung Gerickes eine Haftung von Roth für den Schaden eines Mandanten als wahrscheinlich an. Der Anleger hatte bei P&R 189.000 Euro investiert. Roth befindet sich seit Donnerstag in Untersuchungshaft.

Mit dem Titel könne er zwar noch nicht auf das Vermögen von Roth zugreifen, aber er könne ein Konto von Roth pfänden, erläuterte Gericke. Es sei Zeit, dass das Vermögen von Roth nun gesichert werde, bevor Roth Teile davon verschiebe. Laut dem Insolvenzgutachten von Verwalter Michael Jaffé hatte Roth bereits Teile seines Wohngrundstücks auf seine Ehefrau übertragen. Sein Vermögen hatte Roth gegenüber dem Verwalter mit einer niedrigen zweistelligen Millionensumme angegeben.

P&R war unter Roth über mehr als vier Jahrzehnte zum größte Anbieter von Direktinvestments in Seefracht-Container für Privatanleger gewachsen. Im März mussten die deutschen Vertriebsfirmen des Unternehmens Insolvenz anmelden. 54.000 Anleger zittern jetzt um insgesamt 3,5 Milliarden Euro, die sie dort investierten. P&R Verwalter Jaffé stellte fest, dass von 1,6 Millionen Containern, die P&R auf dem Papier an Anleger verkauft und zurückgeleast hatte, eine Million Container gar nicht existierten.

Roth hatte zunächst mit der Insolvenzverwaltung kooperiert und Jaffé die Verfügungsgewalt über die Schweizer Gesellschaft „P&R Equipment“ übertragen. Diese betreibt das eigentliche Containergeschäft. Die insolventen deutschen Firmen waren nur für den Vertrieb der Investments an die Anleger zuständig. Inzwischen hat Roth laut dem Insolvenzgutachten aber entsprechende Unterschriften wieder zurückgenommen. Gegenüber der Presse gab Roth bislang keine Stellungnahme ab.

Ein Arrest auf Vermögensteile bedeute nicht, dass danach auch gleich Geld fließt, erläuterte Gericke. Die Freigabe von Mitteln bedürfe eines gesonderten Urteils. Bis dahin könnten Jahre vergehen.

Das war das Geschäftsmodell von P&R

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