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Container-Schifffahrt Hapag-Lloyd-Aktionäre können mit einer Dividende rechnen

Deutschlands größte Reederei hat es 2018 voraussichtlich in die schwarzen Zahlen geschafft. Das legen zumindest die nun veröffentlichten Betriebsergebnisse nahe.
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Deutschlands größte Reederei hat es 2018 voraussichtlich in die schwarzen Zahlen geschafft. Quelle: Bloomberg
Hapag-Lloyd-Container

Deutschlands größte Reederei hat es 2018 voraussichtlich in die schwarzen Zahlen geschafft.

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfAnteilseigner der Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd können für das abgelaufene Jahr mit einer Dividende rechnen. Das legen die vorläufigen Geschäftsergebnisse von Deutschlands größtem Seefahrtsunternehmen nahe, das am Montag seine Jahreszahlen veröffentlichte.

Vor wenigen Tagen erst hatte Vorstandschef Rolf Habben Jansen eine mögliche Ausschüttung von einem positiven Nettoertrag abhängig gemacht. „Wenn wir 2018 einen Reingewinn geschafft haben sollten“, versprach der Niederländer, „sollten wir auch eine Dividende zahlen“.

Mit dem am Montag präsentierten Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 443 Millionen Euro dürfte ihm das gelungen sein, auch wenn sich der SDax-Konzern in Sachen Nettogewinn noch bis zum 22. März bedeckt halten will.

Zwar gab die weltweit fünftgrößte Containerreederei in den ersten neun Monaten neben 28 Millionen Euro Steuern gleichzeitig 260 Millionen Euro für Zinsen aus, weil Hapag-Lloyd seit der Übernahme des arabischen Wettbewerbers UASC eine enorme Schuldenlast drückt.

Auf das Jahr hochgerechnet würden sich die Zins- und Steuerbelastungen damit aber gerade einmal auf 384 Millionen Euro summieren. Unterm Strich bliebe dem Konzern damit ein Gewinn von 59 Millionen Euro – nach 32 Millionen Euro im Vorjahr.

Für die Aktionäre – allen voran die Hansestadt Hamburg, der Schweizer Milliardär Klaus-Michael Kühne und die Vorbesitzer der übernommenen Reedereien CSAV und UASC – winkt damit zum zweiten Mal in Folge eine Ausschüttung.

Die positiven Effekte der Fusion

Für 2017 hatte es 57 Cent pro Anteilsschein gegeben, wodurch etwa zwei Drittel der Dividende aus der Substanz bezahlt wurden. Durch das verlustreiche Geschäft in den Vorjahren hatten die Gesellschafter dagegen lange auf eine Ausschüttung verzichten müssen.

Dass die Hamburger ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern gegenüber dem Vorjahr leicht übertreffen konnten, als 411 Millionen Euro zusammenkamen, verdanken sie ihrer Fusion mit dem hoch verschuldeten arabischen Wettbewerber UASC. Die erzielten Synergien machten wett, dass Hapag-Lloyd 2018 höhere Dieselpreise und niedrigere Frachtraten zu verkraften hatte als im Vorjahr.

Zunächst hatte Vorstandschef Habben Jansen die Erwartungen allerdings noch höher geschraubt. Ursprünglich hatte er versprochen, das Betriebsergebnis 2018 „deutlich zu steigen“. Ende Juni aber musste er einen Rückschlag eingestehen. Es werde wohl nur noch für einen Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 200 bis 450 Millionen Euro reichen, erklärte er zur Jahresmitte.

Dass er nun immerhin das obere Ende seiner Prognose geschafft hat, quittierte die Börse am Dienstag mit einem Kursplus von zunächst fast drei Prozent. Um die hohen Außenstände abzutragen, kündigte der Vorstandschef bereits zuvor ein weiteres Sparprogramm an, das bis 2023 jährlich 350 bis 400 Millionen US-Dollar bringen soll.

Schließlich türmte sich Ende September 2018 die Nettoverschuldung auf 6,5 Milliarden US-Dollar. Um den Schuldenberg abzubauen, benötigte Hapag-Lloyd angesichts des nun veröffentlichten Betriebsgewinns (Ebitda) von 1,35 Milliarden US-Dollar theoretisch 4,8 Jahre.

„Die Rückzahlung der Schulden hat für uns vorderste Priorität“, sagte Habben Jansen deshalb. Auf weitere Schiffskäufe will er vorerst verzichten. UASC habe 17 moderne Mega-Containerschiffe in die Firmenehe gebracht, begründet er die Zurückhaltung. Mit den derzeit 222 Frachtern sei die Flotte zudem groß genug.

Schon vor Bekanntgabe der Zahlen hatte die Ratingagentur Moody‘s die Bonität der Hamburger Reederei von B2 auf B1 hochgestuft – und dies mit der erfolgreichen Integration von UASC begründet.

Die nun vorgelegten Zahlen wertete die US-Investmentbank Goldman Sachs als leicht über den eigenen Schätzungen. Analyst Patrick Creuset beließ es aber bei der Einstufung „Neutral“ und dem bisherigen Kursziel von 28 Euro. Am Mittag notieren die Papiere bei knapp 27 Euro.

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