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Container-Seefahrt Hapag-Lloyd peilt trotz Corona schwarze Zahlen an

Dank Sparprogramm und Schuldenabbau sieht Vorstandschef Rolf Habben Jansen seinen Konzern für die Krise ausreichend gerüstet. Die Dividende wird kräftig erhöht.
20.03.2020 - 16:28 Uhr Kommentieren
Die Aussichten für den weltweit viertgrößten Containerreeder haben sich durch die Coronakrise eingetrübt. Quelle: Reuters
Hapag-Lloyd

Die Aussichten für den weltweit viertgrößten Containerreeder haben sich durch die Coronakrise eingetrübt.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Für Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hätte es ein triumphaler Auftritt werden können. Durch wirkungsvolle Sparprogramme und profitablere Fahrtrouten verdoppelte er 2019 den Betriebsgewinn von Deutschlands größter Containerreederei, reduzierte die Schulden mehr als angekündigt und zahlt mit 1,10 Euro je Aktie eine siebenmal so hohe Dividende wie im Vorjahr – wobei die Ausschüttungen durch den Gewinn um das Doppelte gedeckt sind.

Doch die Aussichten für den weltweit viertgrößten Containerreeder haben sich durch die Coronakrise eingetrübt. „Bis jetzt entwickelt sich das Frachtvolumen im Einklang mit unseren Erwartungen“, sagte der Niederländer am Freitagmorgen am Telefon. „Ab Mai rechnen wir jedoch mit Rückschlägen.“ Auf das Ergebnis des ersten Halbjahres werde die Epidemie voraussichtlich einen negativen Einfluss haben, im zweiten rechne man mit einer Erholung.

Auf die Krise sieht sich die Hamburger Reederei, hinter der als Großaktionäre der Spediteur Klaus-Michael Kühne, die chilenische Gesellschaft CSAV und die Stadt Hamburg stehen, gut vorbereitet. Vorzeitig zahlte Hapag-Lloyd vor wenigen Monaten einen 450 Millionen Euro schweren Bond zurück – und reduzierte damit die Nettoverschuldung auf 6,6 Milliarden US-Dollar. „Das entspricht nun nur noch dem Dreifachen unseres Ertrags vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda)“, berichtete Habben Jansen. „Geplant hatte wir mit dem 3,5-Fachen.“

Zudem habe man sich Liquidität über 1,2 Milliarden Dollar gesichert, um einen Puffer gegen die Krise zu besitzen. Beruhigend zudem aus Sicht des Vorstands: Die Rückzahlung der nächsten Anleihe wird erst 2023 fällig.

Selbst eine wage Prognose wagte Hapag-Chef Habben Jansen für das laufende Jahr: Das Ebitda werde 2020 zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro betragen, glaubt er – nach zwei Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Betriebsergebnis (Ebit), das 2019 bei 811 Millionen Euro lag, sieht er dieses Jahr zwischen einer halben und einer Milliarde Euro. Für das Transportvolumen wie auch für die durchschnittliche Frachtrate erwartet Hapag-Lloyd einen leichten Anstieg.

Treibstoffpreis steigt

Erheblich stärker werde es allerdings mit dem Treibstoffpreis nach oben gehen. Seit Jahresbeginn ist nur noch schwefelreduzierter Schiffsdiesel erlaubt, der aktuell pro Tonne 150 bis 170 Dollar mehr kostet als das bisherige Schweröl. Der herkömmliche Schiffsdiesel ist derzeit für rund 350 Dollar zu haben, darf aber nur noch von Frachtern getankt („gebunkert“) werden, die über einen Abgaswäscher verfügen.

Auch weil viele Reedereien ihre Schiffe in diesen Monaten mit solchen „Scrubbern“ nachrüsten lassen, ist aktuell gut zehn Prozent der weltweiten Container-Schiffsflotte außer Betrieb – ein Höchststand seit zehn Jahren, der die Kapazitäten verknappt und für relativ hohe Frachtraten sorgt.

Was Hapag-Chef Habben Jansen darüber hinaus optimistisch stimmt, die Coronakrise relativ glimpflich überstehen zu können: Weil die Reedereien gerade einmal Schiffsneubauten bestellt haben, die zehn Prozent der Weltflotte entsprechen, sind kaum Überkapazitäten zu erwarten. Während der Finanzkrise 2008 war dies noch deutlich anders. 2007 hatten die Containerreeder bei den Werften Frachter bestellt, deren Volumen 61 Prozent der damals aktuellen Weltmarktflotte entsprachen.

Negativer als Hapag-Lloyd sieht der dänische Wettbewerber A.P Moller-Maersk die künftige Entwicklung. Der weltweit größte Containerdienst, der am Freitag Zahlen für das vierte Quartal 2019 vorlegte, kassierte seine Jahresprognose ersatzlos. Das Coronavirus erschüttere die gesamte Lieferkette, begründete dies das Management.

Allerdings verdienten die Dänen bereits vor der Krise erheblich schlechter als der Konkurrent aus Hamburg. Blieben Hapag-Lloyd im Weihnachtsquartal 85 Millionen Dollar als Gewinn, hatte Maersk im selben Zeitraum einen Verlust von 61 Millionen Euro zu verkraften.

Sowohl die Aktien von Hapag-Lloyd als auch die von Maersk legten bis zum Mittag um mehr als vier Prozent zu.

Mehr: Coronavirus-Krise trifft den Seehandel mit voller Härte

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