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Corona-Folgen Kriselnder britischer Regionalflieger Flybe meldet Insolvenz an

Die britische Airline stellt ihrem Betrieb komplett ein. Der Fluggesellschaft ging es schon länger nicht gut – nun kamen die Folgen des Coronavirus hinzu.
05.03.2020 Update: 05.03.2020 - 12:36 Uhr Kommentieren

Britische Regionalfluggesellschaft Flybe meldet Insolvenz an

London Der britische Regionalflieger Flybe ist insolvent. Die Coronavirus-Krise, vor allem aber früheres Missmanagement führte zum Kollaps der Airline. Mit sofortiger Wirkung wurde in der Nacht zu Donnerstag der Flugbetrieb eingestellt. 

Großbritannien verliere mit der Gesellschaft „einen ihrer größten regionalen Vermögenswerte“, sagte Flybe-Geschäftsführer Mark Anderson in einer Mitteilung. Man habe „alles Mögliche versucht“, eine Pleite zu verhindern. Doch sei man nicht in der Lage gewesen, die Finanzprobleme zu lösen. 

Noch am Mittwoch hatte es Krisengespräche über eine Rettung gegeben, allerdings ohne die erhoffte Lösung für die Finanzprobleme der Gesellschaft zu finden. Vier führende Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY wurden als Insolvenzverwalter eingesetzt.

Konkurrenten wie die britische Easyjet und die irische Ryanair kündigten an, die Preise für Flüge auf wichtigen Routen für gestrandete Flybe-Kunden kurzfristig zu reduzieren. Easyjet will ehemalige Flybe-Mitarbeiter sogar kostenlos mitnehmen.

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    Die Pleite kam nicht überraschend. Zahlreiche Airlines – British Airways, Easyjet und Ryanair – hatten in den vergangenen Tagen erklärt, dass Kunden wegen des Ausbruchs der Corona-Epidemie Flüge stornierten. Und im Gegensatz zu anderen Gesellschaften konnte Flybe diese Probleme nicht abfedern. 

    Willie Walsh, Chef der Airline-Gesellschaft IAG, zu der unter anderem British Airways und Iberia gehören, hatte noch vor wenigen Tagen gewarnt, dass Corona einige Fluggesellschaften in ernsthafte Schwierigkeiten bringen und die Konsolidierung in der Branche beschleunigen dürfte. Namen hatte Walsh nicht genannt, aber die Probleme von Flybe bestens bekannt. 

    Flybe stand schon mehrfach kurz vor dem Aus. Erst letztes Jahr sprangen Investoren ein: Seitdem gehörte die Fluglinie mit Sitz im südwestenglischen Exeter, die vor allem regionale Flüge innerhalb Großbritanniens anbietet, einem Konsortium: 40 Prozent gehörten Cyrus Capital, zu 30 Prozent dem Mischkonzern Stobart Group sowie zu 30 Prozent zur Airline Virgin Atlantic aus dem Reich des britischen Milliardärs Richard Branson.

    Die drei investierten umgerechnet damals gut 117 Millionen Euro. Als Flybe dann wenige Monate später schon wieder in Schwierigkeiten geriet, wurden Rufe nach staatlicher Unterstützung laut. Die Airline ist zwar im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften klein: Rund 8,5 Millionen Passagiere steigen pro Jahr in eine der 68 lilafarbenen Maschinen.

    Aber dafür fliegt die Airline zahlreiche kleine Flughäfen wie etwa Cardiff in Wales oder die Isle of Man an – Airports, die für die großen Fluggesellschaften nicht im Fokus stehen. An mehreren Flughäfen in Großbritannien stellt Flybe den größten Anbieter dar, etwa in Anglesey in Wales, Aberdeen in Schottland, Manchester und Southampton in England sowie Belfast in Nordirland.

    Auch flog Flybe europäische Ziele an. Die Gesellschaft beschäftigte zuletzt mehr als 2000 Mitarbeiter. Flybe hatte bis zuletzt mit der britischen Regierung über einen staatlichen Rettungskredit in Höhe von 100 Millionen Pfund (etwa 115 Millionen Euro) verhandelt. 

    Das hatten andere Fluggesellschaften kritisiert. IAG-Chef Walsh, Chef der British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG), kritisierte im Januar in einem Brief an die Wettbewerbshüter der EU-Kommission, der Deal sei ein „eklatanter Missbrauch von öffentlichen Geldern“.

    Virgin Atlantic wollte erreichen, „dass der Steuerzahler die Rechnung für ihr Missmanagement begleicht“, so Walsh weiter. Andere Airline-Manager hatten sich der Einschätzung angeschlossen. Bei britischen Gewerkschaftern löste das Aus der Gesellschaft Empörung aus.

    „Während andere europäische Länder in der Lage sind, Maßnahmen zu ergreifen, um die Fluggesellschaften am Leben zu erhalten, wenn sie Insolvenz anmelden müssen, ist Großbritannien unfähig oder nicht gewillt, dies zu tun“, kritisierte Oliver Richardson von der größten Fluggewerkschaft Unite.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Dass die britische Regionalairline Flybe aufgefangen wird, verärgert die Konkurrenz.

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