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Corona-Krise Lufthansa will Passagierjets für den Frachttransport bereitstellen

Die Airline prüft, inwiefern Großraumjets für Passagiere nun für den Frachttransport eingesetzt werden können. Die Nachfrage wäre wohl vorhanden.
17.03.2020 - 14:11 Uhr Kommentieren
Bei der Luftfracht steigt die Nachfrage seit einigen Tagen deutlich. Quelle: dpa
Flugzeuge der Lufthansa

Bei der Luftfracht steigt die Nachfrage seit einigen Tagen deutlich.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das „Gerät“ ist da, sogar mehr als ausreichend. Viele Flugzeuge hat Lufthansa mittlerweile geparkt, weil im Passagiertransport so gut wie nichts mehr geht. Warum also einen Teil dieser Flotte nicht für den Warentransport einsetzen, der in diesen Tagen der Grenzschließungen wichtiger denn je wird?

„Die 747-Flotte und LH Cargo spielen Szenarien durch, wie und wo unsere Jumbos für Frachtflüge eingesetzt werden können“ bestätigte Konzernchef Carsten Spohr nun gegenüber der Bild-Zeitung Informationen, die erstmals vor drei Tagen auf dem Fachportal Aero.de publik gemacht wurden.

Die Nachfrage dürfte vorhanden sein. Die Produktion in China, wo das Coronavirus zuerst ausbrach und sich rasant ausbreitete, wird sukzessive wieder hochgefahren. Gleichzeitig fehlen aber Seefrachtkapazitäten, weil diese nach dem Ausbruch in China zurückgefahren wurden und so schnell nicht wieder verfügbar sind.

Die Schiffe benötigen viel Zeit für ihre Wege. Also bleibt die Luftfracht, bei der die Nachfrage schon seit einigen Tagen signifikant anzieht. „Wir haben unsere Frachter-Dienste im Rahmen des Sonderflugplans für Festlandchina seit Anfang Februar drei Mal in Folge aufgestockt“, berichtet ein Sprecher von Lufthansa Cargo. Zudem habe man mehrere Sonderdienste mit Frachtern auf der Verbindung Frankfurt-Hongkong-Frankfurt im Plan aufgenommen.

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    Während also das Passagiergeschäft der nach Umsatz größten europäischen Fluggesellschaft nahezu brach liegt, läuft es im Frachtbereich wieder deutlich besser. Kurzarbeit, wie bei der Muttergesellschaft Lufthansa mit ihren Marken Lufthansa, AUA und Swiss, ist deshalb bei LH Cargo nicht geplant.

    Frachtraten sind deutlich gestiegen

    Man denkt vielmehr darüber nach, das Kapazitätsangebot weiter aufzustocken. Denn nicht nur Seefracht fehlt. Auch die Bäuche der Passagierjets, in denen rund die Hälfte des Frachtvolumens bei Lufthansa befördert wird, fallen aus.

    Das Erfreuliche: Die starke Nachfrage nach Fracht sorgt auch dafür, dass der Konzern trotz der schweren Krise zumindest ein paar Einnahmen hat. Denn die Frachtraten sind – so wird in der Branche berichtet – wegen des hohen Bedarfs zuletzt deutlich gestiegen. „Die Nachfrage bestimmt den Preis“, heißt es im Umfeld von Lufthansa.

    Traditionell kostet Luftfracht ein Vielfaches im Vergleich zum Preis für die Seefracht. Ein Faktor von 40 bis 50 ist je nach Marktsituation nicht ungewöhnlich. Deshalb wird die Luftfracht in der Regel für besonders eilige oder sehr hochwertige Waren wie etwa Medikamente genutzt.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Doch in den letzten Jahren haben immer mehr Branchen das Flugzeug zum Transport genutzt. So werden häufig neue Modekollektionen mit dem Jet in alle Welt befördert, weil die Kunden die neue Kleidung überall gleichzeitig haben wollen – eine Folge des Internets. Bilder von neuen Kollektionen verbreiten sich hier in Windeseile und wecken den Bedarf.

    Nicht nur der Jumbo 747 könnte mit seiner Ladekapazität von bis zu 60 Tonnen im Gütertransport eingesetzt werden. Auch der Langstreckenjet A350 ist hier eine Option. Ob und wie viele Passagierflugzeuge Lufthansa am Ende für die Fracht einsetzen wird, ist offen und hängt nicht zuletzt vom Bedarf ab.

    Fest steht: Ein schneller Warentransport ist gerade in Zeiten von Corona, in denen die Versorgung der Bürger trotz der ganzen Einschränkungen sichergestellt werden muss, wichtiger denn je.

    Mehr: Was der Krisenmodus der Airlines für Airbus und Boeing bedeutet.

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