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Coronakrise Golf-Airlines bitten um Staatshilfen

Corona setzt Emirates und anderen Airlines zu. Es drohen Insolvenzen, Fusionen und die Streichung von Flugzeug-Bestellungen über 100 Milliarden Dollar.
01.04.2020 - 17:28 Uhr Kommentieren
Die Emirates-Flotte am Flughafen Dubai am Boden. Quelle: Bloomberg
Emirates-Maschinen

Die Emirates-Flotte am Flughafen Dubai am Boden.

(Foto: Bloomberg)

Riad Mit Staatshilfen will Dubai sein bekanntestes Unternehmen retten. Die geplante Liquiditätsspritze für die größte Langstreckenfluggesellschaft der Welt erfolge, da Emirates „einen großen strategischen Wert als eine der Hauptsäulen der Wirtschaft Dubais sowie der Wirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im Allgemeinen hat“, twitterte Dubais Kronprinz Scheich Hamdan bin Mohammed Al Maktoum.

Daneben habe die Airline, die weltweit die meisten der Airbus A380-Großraumflugzeuge betreibt, „die Schlüsselrolle bei der Positionierung des Emirats als wichtiges internationales Luftverkehrsdrehkreuz“. Deshalb sei Dubais Regierung verpflichtet, „Emirates in dieser entscheidenden Zeit voll zu unterstützen und dem Unternehmen Liquidität zuzuführen“.

Einzelheiten des Regierungsplans, die Fluggesellschaft mit Staatsgeldern zu päppeln, werden „zu einem späteren Zeitpunkt“ bekanntgegeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur WAM.

Dabei geht es nicht nur um die Höhe einer Hilfe, sondern auch um die Frage, ob die in Abu Dhabi ansässige Etihad Airways, der Billigflieger und Emirates-Kooperationspartner Flydubai sowie die im Emirat Scharjah beheimatete Air Arabia Staatshilfen bekommen.

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    Das erscheint aus politischen Gründen innerhalb der VAE und wegen der deutlich schlechteren finanziellen Lage etwa Etihads unausweichlich, sagen Beobachter. Unklar sei, ob nun ein lange geheim gehaltener Plan zur Zwangsfusion zwischen Etihad und Emirates aus der Schublade geholt werde, meinte ein Brancheninsider. Das größte Problem dabei sei, dass Emirates zwar deutlich größer und solider sei, aber eben Dubai gehöre, während Besitzer von Etihad das Hauptemirat Abu Dhabi sei.

    Wegen der Ausweitung der Coronavirus-Pandemie mussten alle Fluggesellschaften ihre Passagierflüge über Dubai, Abu Dhabi und Scharjah vorige Woche einstellen. Schon Anfang März hatten Emirates und Etihad ihre Flugpläne ausgedünnt und die Löhne des Personals um bis zu 50 Prozent gekürzt. Emirates flog bisher 157 Ziele in 83 Ländern an, mit einer Flotte aus 270 Airbus- und Boeing-Großraumflugzeugen.

    Fracht statt Passagiere

    Während die Passagierflugzeuge seit letzter Woche am Boden bleiben, haben die Fluggesellschaften in der Golfregion im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Frachtflüge um bis zu 20 Prozent erlebt.

    „Und es wird erwartet, dass sie noch weiter steigen“, sagte Mohammed Al Husary, Präsident und Eigentümer von UAS International Trip Support, einem in Dubai ansässigen Unternehmen für globale Unterstützungsdienste für Fluggesellschaften.

    Es gebe „weltweit eine große Nachfrage nach Versorgung mit medizinischen und lebensnotwendigen Gütern“, deshalb werde der Bedarf an Luftfracht sogar umso mehr steigen, je länger der Ausbruch von Covid-19 andauere.

    Auch Emirates setzt jetzt für Passagierreisen ausgemusterte Boeing-777-Maschinen für Fracht ein. Unter anderen steuert man damit Frankfurt an – zusätzlich zu den drei regelmäßigen Flügen mit reinen 777-Frachtjets.

    Ohne staatliche Hilfe drohe mehr als der Hälfte der Fluggesellschaften weltweit innerhalb von zwei bis drei Monaten der Bankrott, ist der Internationale Airlineverband Iata überzeugt. Die Fluggesellschaften stünden in diesem Jahr weltweit vor einem Einnahmeausfall von 252 Milliarden Dollar bei Passagierflügen.

    Fluggesellschaften wie Air France-KLM haben um Hilfe gebeten, Lufthansa will das tun, falls es nötig werden sollte. Die USA wollen Airlines mit bis zu 58 Milliarden Dollar stützen. Großbritannien schließt dagegen direkte Soforthilfen für die Luftfahrtindustrie bisher aus.

    Der regionale Fluggesellschaftsverband Arab Air Carriers’ Organization fordert dringend Steuerstundungen und Streichungen von Gebühren und Flughafenabgaben. Ansonsten stünden viele der gut 30 Airlines am Golf vor dem Aus und die Bestellungen neuer Flugzeuge im Umfang von 100 Milliarden Dollar auf dem Spiel. Der Chef von Qatar Airways ist indes skeptisch: „Es werden nur die fittesten überleben“, sagte Akbar Al-Baker.

    Qatar Airways, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Region, führt bisher noch weiter Passagierflüge durch, aber nur noch 40 Prozent der ursprünglich geplanten.

    Und gegenüber US- und europäischen Rivalen, die den Golf-Airlines immer schon Staatshilfen unterstellten, hat Al-Baker nur Häme übrig: „Die Menschen, die damit prahlten, dass sie keine staatlichen Beihilfen nehmen und unabhängig sind, fragen nun selbst überall auf der Welt nach staatlichen Beihilfen.“

    Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in unserem Newsblog.

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