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Coronakrise Neustart: Messen schöpfen Hoffnung

Nach Nordrhein-Westfalen erlauben nun auch Sachsen und Rheinland-Pfalz ab Juni Kongresse und Messen unter Auflagen. Doch die meisten Veranstalter zögern noch.
14.05.2020 - 16:44 Uhr Kommentieren
Wegen der Pandemie sind in diesem Jahr schon viele Messen ausgefallen. Aber die Branche gibt sich optimistisch. Quelle: dpa
Fachmessen und Kongresse

Wegen der Pandemie sind in diesem Jahr schon viele Messen ausgefallen. Aber die Branche gibt sich optimistisch.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Bund hat bis Ende August alle Großveranstaltungen verboten. Auch Messen und Kongresse wurden deshalb großflächig abgesagt. Lange hat die deutsche Messewirtschaft dafür gekämpft, dass Branchenschauen nicht mit Vergnügungsevents wie Oktoberfest und Musikfestivals über einen Kamm geschoren werden. Mit Erfolg. Länder entscheiden künftig über Messedurchführung auf der Basis von Hygiene- und Abstandsregeln.

„Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Neustart der Messewirtschaft, denn Messen werden als Innovations- und Kooperationsplattformen für die Erholung der deutschen Wirtschaft kurz- und mittelfristig wichtige Impulse geben,“ sagt Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma.

Nun preschen einige Bundesländer vor. Nach Nordrhein-Westfalen erlaubt nun auch Sachsen Fachmessen und -kongresse drei Monate früher – allerdings mit begrenztem Umfang. „Mit Zieldatum ab 30. Mai 2020 sollen Fachmessen und Fachkongresse mit Schutzkonzepten und unter Beschränkung der Besucher- und Teilnehmerzahlen wieder stattfinden können“, teilte das Land NRW vor einer Woche mit. Details stehen noch nicht fest.

Das Land Sachsen gab diese Woche bekannt, dass Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmer ab Juni unter Auflagen möglich seien. Damit sind explizit auch Messen gemeint. „Für die Messe Leipzig ist das ein positives Signal“, so ein Sprecher. Derzeit prüft die Gesellschaft, wie Konzepte für Messen oder Kongresse unter den neuen Bedingungen aussehen könnten. „Wir haben bereits Anfragen von Veranstaltern.“ Auch das Land Rheinland-Pfalz teilte am Mittwoch mit, dass „Messen in einem ersten Schritt mit Auflagen am 10. Juni geöffnet werden.“

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    Die Erlaubnis für kleinere Fachmessen und Kongresse hat die meisten in der Branche überrumpelt. Die Kölnmesse etwa plant vor September keine Veranstaltungen mehr. Nichtsdestotrotz begrüßt Chef Gerald Böse den Schritt: „Die Politik ist auf dem richtigen Weg. Messen werden nicht mehr mit Konzerten und Volksfesten in einen Topf geworfen. Wir haben als Messewirtschaft erreicht, dass unsere Veranstaltungen nun explizit zu den Bereichen zählen, die unter strengen Rahmenbedingungen und in enger Abstimmung mit ihren Landesregierungen in naher Zukunft wieder öffnen dürfen.“

    Die weltgrößte Gartenfachmesse Spoga vom 6. bis 8. September ist für die Kölner eine Art Bewährungsprobe für eine Messe unter Corona-Auflagen. „Wir sind sicher, mit umfassenden Maßnahmen diese Bedingungen im Kölner Messeherbst zu erfüllen“, sagt Böse. Mit zuletzt rund 40.000 Besuchern ist die Spoga überschaubarer und besser planbar als etwa die Publikumsmesse Gamescom.

    Grenzöffnungen sind wichtig

    Auch die Messe Düsseldorf hat ab Juni noch keine Veranstaltungen geplant. „Messen haben einen logistischen Vorlauf von mindestens sechs Wochen“, sagt Wolfram Diener, designierter Chef der Messe Düsseldorf. Die Messegesellschaft hat bis Ende August alle Großmessen ausgesetzt.

    Von 17 Messen, die in die Zeit der Corona-Beschränkungen fallen, hat Düsseldorf 13 später ins Jahr geschoben. Drupa und Interpack werden 2021 nachgeholt. Nur zwei wurden komplett abgesagt. Die Hallen werden derzeit anderweitig genutzt: etwa für schulische Abschlussprüfungen oder die Logistik von Gesundheitsbehörden.

    Jetzt arbeitet die Messe Düsseldorf an Konzepten, um künftig Besucherströme über die Stoßzeiten hinweg so zu verteilen, dass Ansteckungen vermieden werden. Denkbar seien unter anderem Tickets mit einem definierten Timeslot. „Messen sind sehr unterschiedlich. Düsseldorf hat die Bandbreite von 5000 bis 45.000 Tagesbesuchern“, betont Diener.

    Er erwartet, dass zunächst ohnehin weniger Messegäste kommen, weil Besucher aus dem Ausland fehlen. „Entscheidend für den Erfolg von Messen im zweiten Halbjahr ist auch die Öffnung der Grenzen und die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Geschäftsreiseverkehrs“, betont auch Holtmeier vom Auma.

    Nicht nur für Diener von der Messe Düsseldorf stellt sich die Frage, wie Fachmessen mit beschränkter Besucherzahl betriebswirtschaftlich arbeiten können. Veranstalter sehen sich in der Pflicht gegenüber ihren Kunden. Die Branchen verlangten dringend nach Messen, um ihre Neuheiten präsentieren zu können, berichtet Diener. Der Caravan Salon etwa, mit dem die Düsseldorfer am 4. September wieder ins Messegeschäft starten will, sei eine wichtige Ordermesse.

    Doch so einige Aussteller scheinen das Thema Messen für dieses Jahr bereits ad acta gelegt zu haben. Die Erwin Hymer Group, Tochter des Weltmarktführers Thor aus den USA, sagte ihre Teilnahme am Caravan Salon überraschend ab. Im vergangenen Jahr belegten die Schwaben noch zwei Hallen. „Im Hinblick auf die hohe Besucherdichte bei Messen wie dem Caravan Salon Düsseldorf und die Maßnahmen, die aufgrund der Infektionsgefahr durch das Coronavirus notwendig sind, sind Messeauftritte in diesem Jahr nicht sinnvoll durchzuführen“, teilt das Unternehmen mit.

    „Wir arbeiten in enger Kooperation mit den Behörden an einem tragfähigen Gesundheitskonzept im Sinne aller Beteiligten“, versichert Diener. Er bedauert die Entscheidung der Erwin Hymer Group, in diesem Jahr an keiner Messe in Europa teilnehmen zu wollen.

    Auch wenn die Veranstaltungen zunächst mit weniger Ausstellern und Besuchern rechnen müssen: Messechef Diener ist erleichtert sich, dass es endlich klare Perspektiven für einen Neustart von Fachmessen gibt.

    Mehr: Als Avatar auf virtuellen Messen unterwegs.

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