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Coronakrise Schweizer Uhrenbranche gerät aus dem Takt

Schweizer Luxusuhren waren über Jahre begehrt. Doch durch die Pandemie brechen lukrative Märkte weg. Der Export sinkt. Nun wird gespart.
07.04.2020 - 15:26 Uhr Kommentieren
Rolex musste für zehn Tage mit der Produktion aussetzen. Quelle: dpa
Rolex-Uhren

Rolex musste für zehn Tage mit der Produktion aussetzen.

(Foto: dpa)

Zürich Die beiden wichtigsten Branchentreffen? Abgesagt. Die Produktion? Auf Sparflamme. Und heiß erwartete neue Modelle? Verschoben aufs nächste Jahr: Das Coronavirus und seine Auswirkungen haben die Schweizer Uhrmacher völlig aus dem Takt gebracht.

Während große Konzerne vergleichsweise gut gewappnet sind, könnte die Krise für kleinere Manufakturen womöglich das Aus bedeuten, fürchten Experten. „Die Schweizer Uhrenindustrie dürfte ihren schlimmsten Rückgang in über 50 Jahren erleben“, warnt Vontobel-Analyst René Weber.

Jahrelang hatte die Branche mit hochpreisigen Modellen auf den chinesischen Markt gesetzt: Dort wuchs mit der boomenden Wirtschaft eine zahlungskräftige Kundschaft heran, die nun schlagartig fehlt. Schon im vergangenen Jahr belasteten die Unruhen in Hongkong das Geschäft, nun sorgt die Coronakrise für massive Einbußen.

Im Februar – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – sanken die Schweizer Uhrenexporte um 13,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Die Verkäufe nach China brachen gar um 50 Prozent ein. Die Aussichten für das Gesamtjahr sind verheerend. Vontobel-Analyst Weber erwartet Exporteinbußen von insgesamt 25 Prozent.

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    Die Branche reagiert mit drastischen Sparmaßnahmen. Kurzarbeit gab es schon früher. Doch dass Erfolgsfirmen derzeit ganze Werke schließen, ist neu.

    Swatch ist optimistisch

    Auch beim größten Uhrenkonzern, der Swatch Group, wurde die Produktion zurückgefahren. Trotzdem übte sich Firmenchef Nick Hayek in Optimismus, als er Mitte März die Jahreszahlen vorstellte – natürlich nur per Videokonferenz. Wo sonst die Journalisten sitzen, hatte die Firma 90 Teddybären drapiert. Man befinde sich in einer „temporären Situation“, erklärte Hayek.

    Die Geschäfte in China seien bereits seit einigen Tagen wieder geöffnet. „Die Kunden kommen zurück in die Läden und kaufen unsere Produkte.“

    Doch Branchenanalysten teilen die Zuversicht nicht. Denn selbst wenn China schrittweise zur Normalität zurückkehrt, dürften Luxusgüter angesichts der ökonomischen Schwierigkeiten der Volksrepublik zunächst nicht auf den obersten Rängen der Einkaufsliste stehen. Vom europäischen und amerikanischen Markt ganz zu schweigen.

    Das A bis Z des Uhrenjahres
    Audemars Piguet – Code 11.59
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    Eine komplett neue Kollektion namens Code 11.59 mit 13 Modellen? Dazu braucht man schon Mut, wenn man wie AP doch eigentlich schon einen Klassiker im Programm hat: die Royal Oak. Und die gefiel, wie ihre Nachfolger anfangs, nicht allen. Der Preis der Codes: zwischen 27.000 für das Drei-Zeiger-Modell und 308.100 Euro für die Minutenrepetition samt Supersonnerie. www.audemarspiguet.com

    (Foto: Audemars Piguet)
    A. Lange & Söhne – Zeitwerk Date
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    Dieses Jahr feierte die Glashütter Manufaktur unterm Richemont-Dach nicht nur den 25. Geburtstag ihres Klassikers Lange 1 (mit zehn limitierten Sondereditionen), sondern auch das Zehnjahresjubiläum der noch markanteren Zeitwerk. Mehr mechanische Armbanduhr mit exakt springender Digitalanzeige von Stunde und Minute ist wohl kaum denkbar. Ab 72.900 Euro. www.alange-soehne.com

    (Foto: A.Lange & Söhne)
    Bulgari – Octo Finissimo Chronograph GMT
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    Trotz Automatikaufzug und schrittweise verstellbaren Stundenzeigers zur schnellen Jagd durch die Zeitzonen ist diese wunderbare Uhr nur 6,9 Millimeter hoch – der fünfte Weltrekord für das Schmuckhaus, seit man 2004 begann, mit dem flachsten Tourbillon Maßstäbe zu setzen. Zifferblatt, Armband und Faltschließe sind aus sandgestrahltem Titan. 17.400 Euro. www.bulgari.com

    (Foto: Bulgari)
    Breitling – Premier B01 Chronograph 42 Norton Edition
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    Man hat ein bisschen den Überblick verloren über all die Kollektionen, Kaliber und Prominenten-Squads, die Georges Kern schon an den Start geschickt hat, seit er vom Genfer Luxuskonzern Richemont ins beschaulichere Grenchen gewechselt ist. Aber mit dieser Uhr kann man nix verkehrt machen – nicht nur weil sie der Kooperation mit dem britischen Motorradhersteller Norton entsprungen ist. Markenbotschafter Brad Pitt trug sie auch bei der Präsentation von „Once upon a Time in Hollywood“ in Cannes. 7800 Euro. www.breitling.com

    (Foto: Breitling)
    Carl F. Bucherer – Patravi ScubaTecBlack Manta Special Edition
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    Das Unternehmen hat einen großen Vorteil: Es produziert seine Zeitmesser nicht nur, es verkauft sie auch in den eigenen Stores, wo auch andere Marken angeboten werden. Man weiß also, was die Leute wollen. Und Taucheruhren sind nun mal in der Haute Horlogerie mittlerweile das, was man in anderen Branchen „den heißesten Scheiß“ nennen würde. Diese hier ist wasserdicht bis 500 Meter und mit Kautschukband ausgestattet. Ein Teil der Erlöse kommt der Organisation Manta Trust zugute. 6400 Euro. www.bucherer.com

    (Foto: Carl F. Bucherer)
    Chanel – J12 Kaliber 12.1
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    Der Name geht auf die J-Klasse der großen Rennjachten beim America’s Cup zurück. Und obwohl Chanel natürlich eher für Haute Couture oder Parfüm bekannt ist: Auch diese Uhr ist schon ein Klassiker, 20 Jahre alt und nun aufgefrischt mit neuer Technik. Im Inneren: ein eigenes Manufakturkaliber samt Automatikaufzug aus der Schweizer Werkemanufaktur Kenissi (übrigens eine Tudor-Tochter, an der Chanel wiederum beteiligt ist). 5300 Euro. www.chanel.com

    (Foto: Chanel)
    Chopard – Mille Miglia Classic Chronograph
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    Chopard-Eigentümer Karl-Friedrich Scheufele liebt die Oldtimer-Rallye und stattet sie jedes Jahr mit einer neuen Uhrenvariante aus. Hier feiert die Uhrenbranche, was die alten Karossen eben auch ausmacht: die perfekte Symbiose von Design, Mechanik und Präzision. Ab 6800 Euro. www.chopard.com

    Trotzdem will Swatch-Chef Hayek von einem Jobabbau nichts wissen. „Wir brauchen die Leute, wenn die Erholung in der Uhrenbranche kommt – und die wird kommen“, sagte er. Man wolle die Produktion schnell hochfahren, wenn sich die Lage bessert. Swatch kann sich das Warten leisten: Der Konzern hatte zum Jahreswechsel mehr als eine Milliarde Franken angespart.

    Auch der Genfer Luxuskonzern Richemont verfügt über ein üppiges Finanzpolster. Kleinere Spieler geraten dagegen in Bedrängnis. Retten könnten sie allenfalls Hilfsmaßnahmen des Bundes, der ähnlich wie in Deutschland Überbrückungskredite bereitstellt.

    Mehr: Der Chef der Schweizer Luxusuhren-Manufaktur im Interview: „Wir alle müssen smarter werden“

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