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Coronakrise Was der Krisenmodus der Airlines für Airbus und Boeing bedeutet

Die Fluggesellschaften müssen sparen. Obwohl ihr Kurs massive Folgen für Flugzeugbauer haben wird, hält Airbus vorerst an seinem Lieferziel fest.
17.03.2020 Update: 17.03.2020 - 10:51 Uhr Kommentieren
Covid-19: Was der Krisenmodus der Airlines für Airbus und Boeing bedeutet Quelle: Reuters
A330-neo-Produktion

Das Coronavirus setzt nicht nur Airlines, sondern auch Flugzeugbauer unter Druck.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Eine vergleichbare Situation hat es wohl noch nie gegeben: Weltweit wird der Luftverkehr wegen der rasanten Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 nahezu zum Erliegen kommen.

Flugzeug- und Rüstungskonzern Airbus setzt darum seine Produktion in Frankreich und Spanien für den Rest der Woche aus. Der Stopp dauere vier Tage, teilte das Unternehmen am Dienstagmorgen in Toulouse mit. Der Hersteller reagiert auf die von den Regierungen erlassenen Vorschriften wie die Ausgangssperre in beiden Ländern. Die Airbus-Standorte in anderen Ländern, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Kanada, den USA und China, seien davon nicht betroffen, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen will nun schnell neue Sicherheits- und Hygienemaßnahmen umsetzen, um die Produktion in Frankreich und Spanien wieder aufnehmen zu können. Wo immer möglich, sollen Mitarbeiter vorerst von zu Hause aus arbeiten.

Denn die Fluggesellschaften sind im Krisenmodus. Die wichtigen Ticketerlöse fehlen, viele Kosten laufen weiter. Also wird jeder Cent, der nicht unbedingt ausgegeben werden muss, erst einmal in der Kasse gelassen. Das wird auch die Flugzeughersteller treffen.

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    Immer mehr Airlines dürften in den kommenden Wochen die geplante Abnahme neuer Flugzeuge bei Boeing und Airbus nach hinten verschieben. Zudem wird eine Pleitewelle erwartet, die die eine oder andere Order obsolet werden lässt. Erste Kunden haben bereits erklärt, dass sie ihre Jets wegen der Folgen der Coronakrise später abnehmen wollen. So hat der malaysische Billiganbieter Air Asia X angekündigt, die A330 neo später haben zu wollen.

    Für Airbus ist das ein Rückschlag. Denn der Konzern muss ähnliche Schritte von anderen Abnehmern des modernisierten Langstrecken-Flugzeugs fürchten. Viele Kunden stammen aus Asien und waren finanziell schon vor dem Ausbruch des Coronavirus nicht gerade gut gestellt.

    So hat der chinesische Mischkonzern HNA 40 Maschinen dieses Flugzeugmusters bestellt. Doch im Zuge der Coronakrise wurde HNA verstaatlicht, alle Ausgaben kommen auf den Prüfstand. Die Experten des Fachinformationsdienstes Leeham News sehen von den 337 Bestellungen bei der A330 neo mindestens 156 in Gefahr.

    Nicht nur die A330 neo dürfte betroffen sein, alle Flugzeugmuster dürfte das Coronavirus betreffen. Nach einem guten Jahresauftakt mit eindrucksvollen 274 Bestellungen im Januar konnte Airbus im Februar keine einzige Order verbuchen. Die gute Nachricht: Es gab auch keine Stornierung. Doch das heißt wenig.

    Grafik

    Der Blick auf die regionale Verteilung im Orderbuch von Airbus zeigt, dass fast 28 Prozent der noch offenen Bestellungen Ende Februar von Kunden aus Asien stammen, wo das Coronavirus seinen Ursprung hat. Airlines aus dem mittlerweile ebenfalls massiv betroffenen Europa kommen auf knapp 16 Prozent.

    Schwer einzuschätzen ist zudem der Posten Leasing. Finanzfirmen bestellen die Jets in der Regel mit entsprechenden Kunden im Hintergrund. Wer das ist und in welchem Land diese beheimatet sind, ist häufig nicht bekannt.

    Erste Analysten wie etwa Celine Fornaro von UBS haben deshalb bereits bei Airbus die Ziele für die Liefer- und Gewinnschätzungen nach unten korrigiert. Auch David Perry von JPMorgan hat das Kursziel sowie die Prognosen für die Lieferzahlen zu Wochenbeginn abgesenkt. 2020 stelle die Flugzeugbauer vor große Herausforderungen, schreibt er.

    Aktie eingebrochen

    Das sehen auch viele Investoren so. Seit Mitte Februar hat die Airbus-Aktie rund die Hälfte ihre Wertes verloren. Alleine am Montagvormittag brach das Papier innerhalb weniger Stunden um über 20 Prozent ein.

    Bei Airbus hält man es dagegen Mitte März noch für zu früh, um über mögliche Folgen von Corona für das Orderbuch zu spekulieren. „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Kunden und arbeiten mit diesen zusammen, um die Situation zu managen“, erklärte ein Sprecher. Die Details dieser Gespräche seien und blieben aber vertraulich.

    Nach wie vor geht der Konzern davon aus, dass der Luftverkehr auch 2020 wachsen wird. Basierend darauf bleibe es bei dem Ziel, in diesem Jahr etwa 880 kommerzielle Verkehrsflugzeuge auszuliefern, heißt es in der Konzernzentrale in Toulouse.

    Das Management hat sich allerdings dazu entschlossen, den erstmals in der Finanzkrise gestarteten „Watch Tower“ wieder zu aktivieren. Über diesen werde die Situation auf Kunden- und Flugzeugseite genau evaluiert und beobachtet und die unterschiedlichen Wünsche der Kunden berücksichtigt, erklärt der Sprecher.

    „Das ist in einer Situation wie dieser normal und ein verantwortungsvolles Orderbuch-Management.“ Im „Watch Tower“ sitzen Experten für die Produktion, das Kunden-Management und die Finanzen und stimmen sich genau ab und entwerfen Alternativpläne für die Lieferfristen.

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